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„Das macht mich sehr wütend“: Lena Headey kritisiert den Schutz übergriffiger Männer in Hollywood

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • 19. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Lena Headey findet deutliche Worte für Hollywoods Umgang mit jungen Schauspielerinnen. In einem neuen Interview spricht der „Game of Thrones“-Star über alte Machtstrukturen, fehlenden Schutz an Filmsets und darüber, weshalb ein lauteres Nein allein die Branche noch nicht verändert.


Geteiltes Bild: Links ist der Hollywood-Schriftzug auf einem sonnigen Hügel zu sehen, rechts sitzt Lena Headey mit Brille und dunklem Schal bei einer Veranstaltung und hält ein Mikrofon.
Bildnachweis: (l) Markus Mainka / MarekPhoto’s Images / Canva (r) 101110 PAV, Gemeinfreiheit, via Wikimedia Commons

In Hollywood lässt sich heute manches schwerer unter den Teppich kehren als noch zu Beginn von Lena Headeys Karriere. Seit mehr als drei Jahrzehnten kennt sie die Branche aus eigener Erfahrung: Von „Waterland“ führte ihr Weg über Zack Snyders Epos „300“ und die Serienhauptrolle als Sarah Connor bis nach Westeros, wo sie als Cersei Lannister endgültig in Hollywoods erster Reihe ankam. In dieser Zeit habe sich durchaus etwas verändert, beobachtet die Britin im Gespräch mit dem britischen Telegraph. Junge Frauen in der Branche seien heute wachsamer und eher bereit, Grenzen zu ziehen. „Das mache ich verdammt noch mal nicht“, fasst Headey deren Haltung zusammen.


Dass ein Nein inzwischen lauter ausgesprochen werde, bedeute für sie jedoch nicht, dass die dahinterliegenden Machtverhältnisse verschwunden seien. „Die seltsame Art, wie wir übergriffige Männer in der Branche schützen“, sagt Headey, mache sie „sehr wütend“ – gerade weil deren Macht auf Schauspielerinnen treffe, die für ihren Lebensunterhalt auf den nächsten Job angewiesen seien. Wie wenig selbstverständlich die Fürsorge am Set noch immer sei, verdeutlicht sie am Umgang mit Nacktszenen: Selbst heute könne man an Produktionen geraten, bei denen sich niemand wirklich um die Darsteller kümmere. Dann heiße es mitunter lediglich: „Leg dir diese große, unebene Matte vor den Schritt.“


Heute begegnet Headey solchen Situationen aus einer gefestigteren Position: „Ich bin jetzt in meinen Fünfzigern und habe mehr Kontrolle. Es ist ein anderes Spiel.“ Zu Beginn ihrer Karriere habe ihr diese Sicherheit noch gefehlt. Weil sie keine Schauspielschule besucht hatte, sei Headey zunächst vor allem überwältigt davon gewesen, überhaupt Arbeit zu haben. Bei intimen Szenen habe sie damals nicht hinterfragt, ob für ihre Sicherheit gesorgt werde. „Als ich anfing, gab es dieses Initiationsritual, das alle jungen Schauspielerinnen durchlaufen mussten. Dazu gehörten meistens Knutschen, Verlieben, Sex und das Zeigen der Brüste“, sagt sie. Man habe solche Rollen „Ingenue-Rollen“ genannt, also Rollen junger, vermeintlich unschuldiger Frauen – „damit es netter klang“.


Nach solchen Szenen sei Headey nach Hause gegangen, habe geweint oder gedacht, die Situation habe sich „seltsam und zu vertraut“ angefühlt. Von einer sexualisierten Beurteilung bei Vorsprechen berichtete Headey bereits 2017 in einem Gespräch für Net-a-Porter mit ihrer „Game of Thrones“-Kollegin Maisie Williams, die Arya Stark spielte. Eine für das Casting verantwortliche Person habe ihr erzählt, Männer nähmen Vorsprechaufnahmen mit nach Hause, sähen sie sich an und sagten: „Mit welcher würdest du schlafen?“ Ihre Antwort auf solche Erwartungen fiel eindeutig aus: „Ich habe nie das Spiel mitgespielt, bei Vorsprechen zu flirten. Das habe ich nie getan“, sagte Headey. Auf Williams’ Frage, ob diese Haltung sie Rollen gekostet habe, antwortete sie: „Ja – und ich bin sehr froh, dass ich nicht mitgespielt habe.“

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