Iran bestätigt Haftstrafe gegen Dschafar Panahi: Oscar-nominierter Filmemacher muss offenbar erneut ins Gefängnis
- Toni Schindele

- 8. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Während Dschafar Panahi international zuletzt für seinen Film „Ein einfacher Unfall“ für Aufsehen sorgte, hat die iranische Justiz nun eine Entscheidung getroffen, die den Regisseur erneut ins Gefängnis bringen könnte.

Die Hoffnungen auf eine Aufhebung oder Revision des Urteils gegen Dschafar Panahi haben sich nicht erfüllt. Nach Angaben seines Anwalts bestätigte das Revolutionsgericht in Teheran die gegen Panahi verhängte Haftstrafe. Damit droht dem vielfach ausgezeichneten Regisseur erneut eine Inhaftierung in seinem Heimatland. Gegen den Filmemacher bleibt damit die bereits verhängte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten bestehen. Dem iranischen Nachrichtenportal Emtedad zufolge bleiben neben der Haftstrafe auch ein zweijähriges Ausreiseverbot sowie das Verbot bestehen, Mitglied politischer oder gesellschaftlicher Organisationen zu sein. Verurteilt wurde Panahi wegen „Propaganda gegen das System“.
Man wirft ihm vor, die Protestbewegung im Iran unterstützt zu haben, insbesondere die landesweiten Demonstrationen des Jahres 2022. Als wesentlicher Beleg für die Vorwürfe gilt nach Angaben seines Anwalts der Film „Ein einfacher Unfall“, den Panahi ohne offizielle Genehmigung und unter Umgehung staatlicher Auflagen realisiert hatte. Der Film feierte 2025 seine Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes und gewann dort die Goldene Palme, die wichtigste Auszeichnung des Festivals. Anschließend wurde das Werk für zahlreiche internationale Preise nominiert. Bei der Oscarverleihung 2026 gehörte „Ein einfacher Unfall“ zu den Nominierten in der Kategorie „Bester internationaler Film“.
Schon vor mehr als anderthalb Jahrzehnten hatte die iranische Justiz den Regisseur wegen „Propaganda gegen das Regime“ zu sechs Jahren Gefängnis und weitreichenden Berufsverboten verurteilt. Damals war ihm vorgeworfen worden, einen regimekritischen Film über die umstrittene Präsidentschaftswahl von 2009 und die anschließenden Proteste vorbereiten zu wollen. Die Strafe wurde zunächst nicht vollständig vollstreckt, blieb jedoch bestehen. Im Juli 2022 wurde Panahi schließlich festgenommen und musste die bereits Jahre zuvor verhängte Haftstrafe im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran antreten. Nach rund sieben Monaten Haft kam er Anfang Februar 2023 auf Kaution frei, nachdem er einen Hungerstreik begonnen hatte.





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