Mehr als zwei Jahrzehnte später: „Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon“ bekommt eine Fortsetzung
- Toni Schindele

- 12. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Mehr als zwei Jahrzehnte nach seinem Kinostart steht ein Kulttitel des Meta-Horrors vor der Rückkehr: Eine Fortsetzung zu „Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon“ befindet sich in Entwicklung.

Was vor rund zwanzig Jahren als kleiner Independent-Film von Regisseur Scott Glosserman und Autor David J. Stieve startete, gilt heute als feste Größe unter Horror-Geheimtipps. In der im Stil einer Mockumentary angelegten Slasher-Komödie geht es um den angehenden Serienmörder Leslie Vernon, der sich von einem Kamerateam auf seinem Weg begleiten lässt. Er erklärt vor laufender Kamera, wie ein Serienmörder funktioniert – vom gezielten Aufbau einer Legende über das Training von Ausdauer und Auftreten bis hin zur Planung eines finalen Massakers, bei dem ein sogenanntes Final Girl überleben soll. Was zunächst wie eine bizarre Dokumentation wirkt, kippt zunehmend in reale Gewalt, während das Filmteam begreift, dass es nicht mehr nur beobachtet, sondern Teil der Eskalation wird. Doch auch wenn sich „Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon“ unter Horror-Fans längst einen Namen gemacht hat, blieb dem Film eine Fortsetzung bislang verwehrt.
Aber wie das Branchenmagazin Variety nun berichtet, befindet sich jetzt eine Fortsetzung offiziell in Entwicklung. Unter dem Arbeitstitel „Behind the Mask II: The Return of Leslie Vernon“ soll die Geschichte des angehenden Serienmörders weitergeführt werden. Frühere Anläufe – damals noch unter dem Titel „Before the Mask: The Return of Leslie Vernon“ und der Herangehensweise als Mischung aus Prequel und Fortsetzung – scheiterten. Der neue Film führt dabei wieder zentrale Beteiligte des Ursprungsfilms zusammen. Scott Glosserman übernimmt erneut die Regie, während Drehbuchautor David J. Stieve ebenfalls zurückkehrt. Auch zentrale Darsteller des rund zwei Jahrzehnte zurückliegenden Films, darunter Nathan Baesel und Angela Goethals, sollen wieder beteiligt sein. Produziert wird „Behind the Mask II: The Return of Leslie Vernon“ von Aaron B. Koontz und Cameron Burns über ihre Firma Paper Street Pictures, die auf unabhängige Genrefilme spezialisiert ist.
Parallel zur klassischen Finanzierung setzt das Team auf eine Crowdfunding-Kampagne, um zusätzliche Mittel für die Produktion zu generieren. Laut Glosserman wurde zunächst über Steueranreize und Investoren ein Grundbudget aufgebaut, das nun durch Community-Unterstützung ergänzt werden soll. Erste Einblicke zur Entstehung und Ausrichtung der Fortsetzung gab Glosserman im Gespräch mit dem kanadischen Horrormagazin Rue Morgue. Demnach habe sich die Entwicklung lange verzögert, da es schwierig gewesen sei, nach dem Erfolg des ersten Films eine inhaltlich eigenständige und zeitgemäße Fortsetzung zu entwickeln. „Es ist unglaublich herausfordernd“, erklärte Glosserman mit Blick auf die Entwicklung des Drehbuchs und die veränderte Genrelandschaft. Der neue Film solle sich daher auch insbesondere mit den Entwicklungen der vergangenen 20 Jahre auseinandersetzen und die zunehmende Selbstreferenzialität im Horror-Genre sowie deren Übersättigung ins Visier nehmen.
Statt diese Mechanismen jedoch lediglich zu wiederholen, wolle man „tiefer graben“ und gleichzeitig gesellschaftliche Entwicklungen indirekt spiegeln. Inhaltlich bleibt vieles noch unter Verschluss. Laut Glosserman handelt es sich jedoch um „eine völlig neue Geschichte“, die nur einzelne Elemente früherer Entwürfe beibehält. Im Zentrum steht offenbar die Frage, was aus der Figur Leslie Vernon geworden ist und was Erfolg innerhalb der fiktionalen Welt des Films ausmacht. Ein konkreter Starttermin für „Behind the Mask II: The Return of Leslie Vernon“ liegt bislang nicht vor. Ziel der Beteiligten ist es jedoch, die Fortsetzung im Umfeld des 20-jährigen Jubiläums des Originals zu realisieren und eigenständig zu veröffentlichen. Der erste Film kam am 16. März 2007 in den USA in limitierte Kinos, während er in Deutschland keinen regulären Kinostart erhielt und lediglich auf Festivals lief, bevor er 2007 direkt im Heimkino erschien. Ob es die Fortsetzung aber hierzulande auch auf die große Leinwand schaffen wird, bleibt abzuwarten.





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