Paramount plant Fusion von Paramount+ und HBO Max nach Warner-Übernahme
- Toni Schindele

- 2. März
- 2 Min. Lesezeit
Kurz nach der angekündigten Übernahme von Warner Bros. Discovery legt Paramount seine Pläne für den Streaming-Markt offen. Demnach sollen Paramount+ und HBO Max zu einem einzigen Streaming-Dienst fusionieren.

Mit der bevorstehenden Übernahme von Warner Bros. Discovery rückt für Paramount eine der zentralen strategischen Fragen in den Vordergrund: die Zukunft der eigenen Streaming-Angebote. Während im zuvor gescheiterten Netflix-Szenario lange offenblieb, wie HBO und HBO Max in einen größeren Konzern integriert worden wären, formuliert Paramount nun deutlichere Vorstellungen. Nach Angaben des Unternehmens sollen Paramount+ und HBO Max nach Abschluss der Übernahme zu einer gemeinsamen Streaming-Plattform zusammengeführt werden. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen einer Investorenkonferenz, über die unter anderem das Branchenmagazin Variety berichtete. Paramount-CEO David Ellison erklärte dort, dass ein kombinierter Dienst bereits heute rechnerisch auf mehr als 200 Millionen direkte Kunden kommen würde. Ziel sei es, durch die Bündelung der Angebote eine Größenordnung zu erreichen, die es ermögliche, im globalen Streaming-Markt nachhaltiger zu operieren.
Ellison verwies dabei auf die laufende Konsolidierung der bestehenden Paramount-Dienste auf einer einheitlichen technischen Plattform, die bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein solle. Dieses Modell wolle man auch nach der Integration von HBO Max fortführen, um Reichweite, Technologie und Inhalte effizienter zusammenzuführen. Offen bleibt bislang, wie genau die neue Plattform strukturiert sein wird. Weder Name noch konkrete Nutzerführung wurden benannt, ebenso wenig Details zur Frage, ob HBO Max als klar abgegrenzter Bereich innerhalb eines größeren Angebots bestehen bleibt oder vollständig in eine neue Oberfläche integriert wird. Ellison betonte jedoch, dass Paramount beabsichtige, die kreativen Strukturen von HBO weitgehend unangetastet zu lassen. Das Premiumlabel solle weiterhin eigenständig Inhalte entwickeln und programmieren. HBO, das derzeit von Casey Bloys geleitet wird, hat sich über Jahre als beliebte Marke etabliert und soll diese Rolle auch in einem möglichen Zusammenschluss behalten.
Die geplante Zusammenführung würde sich demnach vor allem auf Technik und Verbreitung der Inhalte beziehen – nicht auf die kreativen Entscheidungen bei HBO. Während Netflix in Interviews offenließ, ob HBO Max langfristig eigenständig bestehen oder in den eigenen Dienst integriert worden wäre, verfolgt Paramount einen klareren Ansatz. Der Konzern steht im Streaming-Markt unter stärkerem strukturellem Druck: Mit zuletzt rund 79 Millionen Abonnements blieb Paramount+ deutlich hinter den Reichweiten von Netflix und HBO Max zurück. Durch die Zusammenlegung mit dem Warner-Streaminggeschäft würde Paramount schlagartig in eine andere Größenordnung vorstoßen. Wie schnell aber und in welcher Form diese Strategie umgesetzt wird, hängt jedoch maßgeblich vom Abschluss der Übernahme und den noch ausstehenden regulatorischen Prüfungen ab.





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