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„The Pitt“ und „Hacks“ führen an – Jean Smart und Zendaya jagen Rekorde: Große Übersicht zu allen Emmy-Nominierten

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • 9. Juli
  • 4 Min. Lesezeit

Die Emmy Awards gehen in ihre 78. Runde: Die Television Academy hat die Nominierungen für den bedeutendsten Fernsehpreis der Vereinigten Staaten bekannt gegeben. Wer hat alles eine Chance, bei der Preisverleihung im September zu gewinnen?


Collage zu den Emmy-Nominierungen 2026 mit vier Motiven aus den nominierten Produktionen „Euphoria“, „A Knight of the Seven Kingdoms“, „Hacks“ und „The Pitt“. Zu sehen sind Zendaya als Rue Bennett, eine Szene aus „A Knight of the Seven Kingdoms“, Jean Smart als Deborah Vance sowie Noah Wyle als Dr. Michael „Robby“ Robinavitch.
Bildnachweis: (1) Eddy Chen/HBO (2) Foto von Steffan Hill/HBO (3) Foto mit freundlicher Genehmigung von HBO Max (4) Foto von Warrick Page/HBO Max

Die Television Academy hat die Nominierungen für die 78. Primetime Emmy Awards veröffentlicht und damit das Rennen um den wichtigsten Fernsehpreis der Vereinigten Staaten eröffnet. Seit ihrer Einführung im Jahr 1949 gelten die Emmy Awards als wichtigste Auszeichnung für Fernsehproduktionen in den Vereinigten Staaten und zählen neben Oscar, Grammy und Tony Award zu den vier großen Preisen der US-Unterhaltungsbranche. Die meisten Chancen auf einen Emmy kann sich in diesem Jahr „The Pitt“ ausrechnen. Die Krankenhausdramaserie kommt auf 25 Nominierungen. Dahinter folgt die fünfte und zugleich letzte Staffel der Comedyserie „Hacks“ mit 24 Nominierungen.


Damit stellt die HBO-Max-Produktion einen neuen Emmy-Rekord auf: Noch nie zuvor wurde eine einzelne Comedy-Staffel so häufig nominiert. Den bisherigen Bestwert von 23 Nominierungen hielten zuvor „The Bear“ (2024) und „The Studio“ (2025). Komplettiert wird die Spitzengruppe von Apples „Widow’s Bay“ mit 19 Nominierungen, der ebenfalls von Apple TV+ stammenden Science-Fiction-Serie „Pluribus“ mit 18 sowie der Netflix-Miniserie „Beef“, die auf 16 Nominierungen kommt. Dahinter folgen unter anderem „DTF St. Louis“ mit 13 sowie „Spider-Noir“ und „Saturday Night Live“ mit jeweils elf Nominierungen. Die diesjährigen Nominierungen unterstreichen zugleich die anhaltende Dominanz der Streamingdienste im US-Fernsehmarkt.


Mit insgesamt 122 Nominierungen führt HBO Max das Plattform-Ranking an und verdrängt Netflix, das auf 111 Nominierungen kommt, von der Spitze. Apple TV+ setzt seinen Aufwärtstrend ebenfalls fort und erreicht mit 87 Nominierungen den besten Wert seiner Unternehmensgeschichte. Maßgeblich verantwortlich dafür sind vor allem die starken Ergebnisse von „Widow's Bay“ und „Pluribus“, die zusammen bereits 37 Nominierungen auf sich vereinen. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand ABC (38), CBS (32), NBC (30) und Prime Video (28). Auch in den Schauspielkategorien zeichnen sich mehrere historische Entscheidungen ab. So könnte Jean Smart ihre außergewöhnliche Emmy-Erfolgsserie fortsetzen: Für ihre Rolle in „Hacks“ erhielt sie ihre fünfte Nominierung als beste Hauptdarstellerin in einer Comedyserie in Folge.


Nach Emmy-Auszeichnungen für die ersten vier Staffeln von „Hacks“ könnte sie mit einem weiteren Sieg zu Julia Louis-Dreyfus und Cloris Leachman aufschließen, die den Rekord für die meisten Emmys als Hauptdarstellerin halten. Für Zendaya könnte die diesjährige Verleihung ebenfalls historisch werden. Für ihre Darstellung der Rue Bennett in der dritten und letzten Staffel von „Euphoria“ wurde sie zum dritten Mal als beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie nominiert. Nachdem sie bereits 2020 als jüngste Gewinnerin dieser Kategorie Emmy-Geschichte schrieb und 2022 als erste Schwarze Schauspielerin die Auszeichnung zweimal gewann, könnte sie nun als jüngste sowie erste Schwarze dreifache Preisträgerin in dieser Kategorie einen weiteren Rekord aufstellen.


Zu den emotionalsten Nominierungen zählt zudem jene für Rob Reiner. Der Schauspieler wurde posthum als bester Gastdarsteller in einer Comedyserie für seinen Auftritt als Albert Schnur in der vierten Staffel von „The Bear“ nominiert. Nach seinem Tod hatte die Serie Reiner im Staffelfinale mit einer besonderen Widmung geehrt. Nicht alle als aussichtsreich gehandelten Produktionen fanden den Weg auf die Nominierungslisten. Trotz positiver Kritiken blieb die finale Staffel von „Stranger Things“ sowohl als beste Dramaserie als auch in den Schauspielkategorien unberücksichtigt. Zu den größten Snubs zählt zudem Richard Gadds HBO-Miniserie „Half Man“, die nach dem Erfolg von „Baby Reindeer“ komplett leer ausging.


Aber auch nicht jede viel beachtete Serie konnte in diesem Jahr überhaupt berücksichtigt werden. Denn für eine Teilnahme müssen Produktionen innerhalb des offiziellen Emmy-Zeitraums veröffentlicht werden und die Regularien der Television Academy erfüllen, was unter anderem konkret bedeutet, dass alle Produktionen zwischen dem 1. Juni 2025 und dem 31. Mai 2026 veröffentlicht werden mussten. Deshalb konnten unter anderem „House of the Dragon“, dessen neue Staffel erst nach Ablauf des Qualifikationszeitraums startete, sowie „Dutton Ranch“ und „Maximum Pleasure Guaranteed“ aufgrund einer zu geringen Zahl veröffentlichter Episoden noch nicht berücksichtigt werden. Auch „Heated Rivalry“ war nicht teilnahmeberechtigt, da die Serie die Emmy-Vorgaben für US-Koproduktionen nicht erfüllte. Auffällig ist zudem die Entwicklung bei der Diversität der Schauspielnominierungen.


Nach Angaben des US-Branchenmagazins Deadline wurden in den Schauspiel- und Moderationskategorien in diesem Jahr lediglich 22 People of Color nominiert – der niedrigste Wert seit elf Jahren. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 21 Prozent. Zudem weisen vier Schauspielkategorien in diesem Jahr keine einzige Nominierung von People of Color auf. Damit setzt sich ein Trend fort, nachdem die Zahl der vielfältig besetzten Schauspielnominierungen 2021 mit 49 noch einen Höchststand erreicht hatte. Wer die begehrten Trophäen letztlich mit nach Hause nehmen darf, entscheidet sich bei der Verleihung der 78. Primetime Emmy Awards am Montag, 14. September 2026, im Peacock Theater in Los Angeles. Aufgrund eines NFL-Spiels auf NBC findet die Preisverleihung erstmals seit Jahren an einem Montag statt.


Durch den Abend führt Schauspielerin Mariska Hargitay, die vor allem durch ihre langjährige Hauptrolle in „Law & Order: Special Victims Unit“ bekannt wurde. In den USA wird die Verleihung ab 20:00 Uhr Eastern Time auf NBC sowie über den Streamingdienst Peacock übertragen. In Deutschland beginnt die Liveübertragung aufgrund der Zeitverschiebung in der Nacht auf Dienstag, 15. September, um 2:00 Uhr MESZ. Nach aktuellem Stand soll MagentaTV die Emmy Awards kostenlos und ohne Login sowohl über magenta.tv als auch in der MagentaTV-App live übertragen. Eine reguläre Übertragung über Peacock ist in Deutschland dagegen voraussichtlich nicht möglich, da der Streamingdienst ausschließlich innerhalb der USA verfügbar ist.

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