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Ein Killer aus einem Grimms-Märchen: David Brückner präsentiert seinen neuen Independent-Schocker...

Am 25. Februar 2022 wird der fünfte Spielfilm von David Brückner auf DVD und Blu-ray erscheinen, der die Geschichte eines berühmten Grimms Märchen nimmt und daraus einen Horrorfilm erzählt.


Die Geschichte des Films setzt in einer kleinen Theaterbühne am Vorabend vor Halloween an, als die letzten Feinschliffe zur am nächsten Tag anstehenden Aufführung des Grimms Märchen „Die sieben Geißlein“ vorgenommen werden. Mit dabei die Beleuchterin Emma, die tragisch fest verbunden mit dem Theater ist. Ihr Vater war auch Beleuchter im kleinen „Alptheater“, doch er verunglückte bei einem Arbeitsunfall auf der Bühne. Das ist zwar viele Jahre her, doch die junge Schauspielstudentin konnte den Tod nie wirklich überwinden. Die Bühne hat sie traumatisiert und immer, wenn sie die Bühne betritt, schnürt sie die Angst ein.


© Daniel Dornhöfer / ghost pictures


Während sie sich gemeinsam mit sechs weiteren an die letzten Vorbereitungen zur Aufführung macht, bahnt sich schreckliches Unheil an: Ein irrer Killer, getarnt im Wolfskostüm, streift durch das Theater und aus der Nacht vor Halloween entpuppt sich für die sechs eine Nacht des Grauens und der Wahnsinnige ist drauf und dran, das Schicksal der sieben Geißlein aus dem Kindermärchen zu erfüllen...


Viele der Märchen der bekannten Brüder Grimm, deren Zielgruppe ein noch sehr junges ist, haben im Kern furchterregende Prämissen. Zwar sind diese Märchen kindgerecht geschrieben, doch was wäre, wenn man die Prämisse auf die Spitze treibt, und daraus einen Horrorfilm erzählt?


Dies versuchte nun David Brückner in seinem neuen Spielfilm, der ein wahres Katz-und-Maus-Spiel inmitten des Theaters entfesselt und uns mit in eine Horrorkomödie nimmt.


Eine Horrorkomödie kann leicht missverstanden werden. Überzeichnet sie doch, scheint auf den ersten Blick stereotyp, erzählt jedoch, manchmal karikierend, eine Geschichte die sich nicht allzu ernst nimmt. Klischees aufgreifend und sich über diese lustig machend mischt die Horrorkomödie Komik und Horror. Gerade der Kontrast, die Unterschiede, das Unpassende bringt Witz. „Der Wolf - Theater des Todes" folgt auch den bekannten Motiven einer Horrorkomödie, überspitzt und greift viele Klischees auf. Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, erzählt David Brückner eine Horrorkomödie nach Themen der Grimms Märchen.

Die bekannten Motive vieler Horrorfilme kommen zusammen und so ist das Gerüst aus Versatzstücken bekannter Horrorfilme gebaut, jedoch mit einigen höchstmodernen Spitzen. So nimmt sich der Film sehr ironisch dem Thema des Killers an und so wird sich im Film gefragt, ob der vor der Tür stehende wie ein Serienkiller aussähe. „Serienkiller sind nicht immer nur gruselige, weiße Männer“ - Das Thema der Gleichberechtigung, Diversity wird dabei clever in die Geschichte eingeflochten. Nicht aufdringlich, nicht belehrend - sondern im Stile des Films unterhaltsam. Gerade die typischen Settings des Horrorfilms nimmt der Film spaßig aufs Korn, so zum Beispiel, warum es im Horrorfilm oftmals dunkel sein muss:


„Warum ist es hier so dunkel?“

„Weil du vergessen hast, dass Licht anzumachen, du Held“.

Damit kommen wir zu Protagonisten, Antagonisten und Helden - wie werden diese in Horrorkomödien aufgebaut, gerade wenn Splatter-Elemente den Film einnehmen. Braucht man für eine Horrorkomödie gut geschriebene Figuren oder sind „dumm“ geschriebene Figuren in diesem Genre ganz akzeptabel?


Die Figuren wurden recht einfach, wenn auch nicht plump, geschrieben. Jedoch wirken die Dialoge immer wieder aufgesetzt und sie verlieren sich immer wieder in akzidentellen Dialogen. Das Augenmerk des Films wurde eher auf das Genre selbst gelegt und dieses wird mit David Brückner von einem Mann inszeniert, der das Genre kennt und liebt. Das merkt man dem Film an und so ist der Film mal mindestens für Genre-Liebhaber einen Blick wert. Sehr schön inszeniert, kann der Film dann seine Spannung steigen lassen und sein wirklich spannendes Katz-und-Maus-Spiel entfesseln und gerade die Slasher-Momente sind richtig gut!


© Daniel Dornhöfer / ghost pictures


Warum sollte man sich „Der Wolf – Theater des Todes“ unbedingt anschauen?


Dies führte Regisseur David Brückner im Interview mit mir aus:


„Vor allem ist der Film für Leute interessant, die mal sehen wollen, was abseits so in Deutschland funktioniert. Das wir nicht nur Tatorts machen, sondern halt auch Unterhaltungsfilme und man muss ja auch sagen, lustigerweise sind die Filme, die am meisten gesehenen werden, wirklich Genre-Filme. (…) Ich mache die Filme für die Zuschauer, ich mache die Filme aber auch vor allem für mich, weil ich die Filme sehen will und auch um das Genre weiterzubringen. (…) Wer Fan ist von Filmen wie „Scream“ und auch mal miträtseln will, wer der Killer ist und hinter der Maske steckt, ich glaube das könnte sehr spannend sein.“

Falls du dir „Der Wolf – Theater des Todes“ anschauen willst, rät dir Regisseur David Brückner, die DVD/Blu-ray statt den Film über Video-on-Demand zu sehen, „weil ich hab wirklich zwei, drei Wochen dagesessen und habe ganz, ganz viel Bonus-Material erstellt und Audio-Kommentare, Behind the Scenes, Outtakes und Kurzfilme draufgepackt, einfach um zu zeigen ey so kannst du Filme machen, so sieht das aus, wenn man Filme macht und gerade auch die Kurzfilme“ machen die DVD oder Blu-ray besonders.


Bildnachweis: © Daniel Dornhöfer / ghost pictures

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