Abriss eines der größten Kinos Deutschlands rückt näher: Neubaupläne für das Mathäser werden konkreter

Beim Mathäser Filmpalast in München gehen die Pläne für einen möglichen Neubau voran. Nachdem Anfang des Jahres bekannt wurde, dass der Kinokomplex abgerissen werden könnte, hat die Stadt dem Vorhaben nun grundsätzlich grünes Licht erteilt.

Die Pläne für einen Neubau auf dem Mathäser-Areal haben eine wichtige Hürde im Genehmigungsverfahren genommen. Wie das Münchner Planungsreferat gegenüber der Süddeutschen Zeitung bestätigte, erteilte die Lokalbaukommission bereits im April einen Bauvorbescheid für das Grundstück an der Bayerstraße 3 bis 5. Auf dem Areal, das einer Tochtergesellschaft des Versicherungskonzerns Zurich gehört, soll ein neues Stadtquartier mit Flächen für Büros, Wohnungen, Einzelhandel und Kultur entstehen. Als die Pläne im Januar öffentlich wurden, gab es zunächst nur eine Bauvoranfrage. Inzwischen liegt ein Vorbescheid vor. Damit sind wesentliche Rahmenbedingungen bereits verbindlich geklärt, an die die Bauaufsichtsbehörde auch in einem späteren Genehmigungsverfahren gebunden ist, sofern die Planung nicht wesentlich verändert wird.
Eine Baugenehmigung liegt noch nicht vor, sodass weder mit dem Bau begonnen werden kann noch Zeitpunkt und konkrete Form der Umsetzung feststehen. Ungeachtet dieser offenen Fragen haben die öffentlich gewordenen Abriss- und Neubaupläne bereits Reaktionen hervorgerufen: Verschiedene Kräfte haben sich seither für den Erhalt des Mathäser starkgemacht. Die damalige Fraktion Grüne/Rosa Liste/Volt hatte unter anderem prüfen lassen, ob sich der bestehende Kinokomplex mit einer Veränderungssperre oder anderen planungsrechtlichen Instrumenten schützen ließe. Aus dem Stadtrat hieß es jedoch, diese Möglichkeiten hätten sich als rechtlich nicht umsetzbar erwiesen, womit die planungsrechtlichen Spielräume inzwischen ausgeschöpft seien, wie Grünen-Vize Sibylle Stöhr dem Münchner Merkur sagte.
Der Wunsch nach einem langfristigen Erhalt des Kinostandorts wird auch von CSU und SPD geteilt. Beide Parteien sprechen sich dafür aus, die Stadt in die weitere Entwicklung des Areals einzubeziehen und auch bei einer künftigen Neubebauung ein Kino vorzusehen. Zurich hat ebenfalls angekündigt, bei der Planung eines neuen Quartiers zu prüfen, wie das Kinoangebot erhalten und weiterentwickelt werden kann. Konkrete Pläne gibt es bislang allerdings nicht und vor den 2030er-Jahren dürfte sich auf dem Areal ohnehin wenig tun: Der Mietvertrag von Kinopolis, Betreiber des Mathäsers, läuft noch bis 2033. Offen ist zudem, wie ein mögliches Nachfolgekino aussehen würde und ob es mit den derzeit 14 Sälen vergleichbar wäre.





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