Drehstart für „War doch nur Spaß“: Fußballkomödie über Alltagssexismus mit Katharina Stark entsteht in Norddeutschland

Die Dreharbeiten zur neuen „Nordlichter“-Komödie „War doch nur Spaß“ haben begonnen. Katharina Stark spielt darin eine Fußballerin zwischen Profikarriere und Genderforschung, die für eine wissenschaftliche Studie in eine Männer-Hobbymannschaft eintaucht.

Fußball ist in Deutschland längst keine reine Männerdomäne mehr. Doch gerade dort, wo Frauen auf den Platz drängen, verschwinden alte Rollenbilder nicht automatisch mit. Genau davon erzählt der NDR in „War doch nur Spaß“: einer 90-minütigen „Nordlichter“-Komödie über Fußball, Alltagssexismus und die Frage, wie viel Abstand zur eigenen Forschung bleibt, wenn man plötzlich selbst mittendrin steckt. Gedreht wird dem NDR zufolge bis zum 20. Oktober in Lüneburg, Heeslingen im Landkreis Rotenburg und Hamburg. Erzählt wird das aus der Perspektive von Theresa: Mit ihrer Mannschaft steigt die von Katharina Stark gespielte Fußballerin in die zweite Liga auf, eine Profikarriere rückt damit zumindest in Reichweite.
Parallel arbeitet sie an der Universität an ihrer Promotion in Gender Studies und macht ausgerechnet den Fußballplatz zu ihrem Forschungsfeld. Dafür schleust sie sich unerkannt in eine Männer-Hobbymannschaft ein, beobachtet Alltagssexismus und sucht zugleich nach Momenten, in denen festgefahrene Rollenbilder ins Wanken geraten. Nur bleibt Theresa nicht lange die unsichtbare Beobachterin am Spielfeldrand. Als sie sich mit dem von Nick Romeo Reimann gespielten Freizeitkicker David immer besser versteht, wird aus der Feldstudie zunehmend eine persönliche Angelegenheit. Forschung, Fußball und die eigene Zukunft geraten durcheinander, und Theresa muss klären, ob ihr Weg Richtung Profisport, akademische Laufbahn oder irgendwo dazwischen führt.
Inszeniert wird „War doch nur Spaß“ von Justina Jürgensen, die selbst viele Jahre aktiv Fußball spielte. Für sie liegt der Reiz des Stoffes gerade in den Widersprüchen eines Sports, der Gemeinschaft schaffen kann und zugleich bestimmte Verhaltensweisen lange mitgeschleppt hat. „Fußball ist in Deutschland identitätsstiftend, emotional, verbindend – und zugleich ein Raum, in dem Sexismus oft bagatellisiert oder als ‚Tradition‘ getarnt wird. Genau hier setzt der Film an“, erklärt Jürgensen in der Ankündigung. Sie interessiere dabei besonders die Lücke zwischen Selbstbild und Verhalten: „Wie reagieren Männer, die sich für tolerant halten, wenn sie plötzlich mit ihrer eigenen Voreingenommenheit konfrontiert werden? Und was bedeutet es für eine Frau, fachlich wie sportlich überlegen zu sein – in einem Umfeld, das sie unterschätzt?“
Das Drehbuch stammt von der Hannoveraner Autorin Sophie Therese Jung, die seit 2022 selbstständig als Drehbuchautorin arbeitet und mit „War doch nur Spaß“ ihren ersten TV-Spielfilm vorlegt. Einen persönlichen Bezug zum Stoff bringt sie gleich mit: Jung spielt selbst Fußball und gehört zu den Mitgründerinnen des Filmzirkels Hannover. Neben Stark und Reimann stehen Mido Kotaini, Bineta Hansen, Anja Kling, Peter Lohmeyer und Sascha Goepel vor der Kamera. Einen besonderen Abstecher auf den Platz macht zudem Fußball-Weltmeister Pierre Littbarski, der als Trainer auftritt. „War doch nur Spaß“ entsteht im Talentförderprogramm „Nordlichter“ von NDR, MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und nordmedia. Wann der Film ausgestrahlt wird, steht bislang noch nicht fest.





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