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Goldene Himbeere 2026: Das sind die „Gewinner“ der Negativ-Oscars

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • 14. März
  • 3 Min. Lesezeit

Einen Tag vor der Oscarverleihung werden traditionell die Gewinner eines Preises bekannt gegeben, den sich niemand wünscht. Die Razzies zeichnen seit über vier Jahrzehnten die aus Sicht ihrer Mitglieder schlechtesten Leistungen des Filmjahres aus.


Collage zu den Razzie Awards 2026: Rebel Wilson aus „Bride Hard“, Ice Cube aus „Krieg der Welten“ und Scarlet Rose Stallone aus „Gunslingers“, daneben eine stilisierte Himbeer-Grafik als Symbol für die Goldene Himbeere.Collage zu den Razzie Awards 2026: Rebel Wilson aus „Bride Hard“, Ice Cube aus „Krieg der Welten“ und Scarlet Rose Stallone aus „Gunslingers“, daneben eine stilisierte Himbeer-Grafik als Symbol für die Goldene Himbeere.
Bildnachweis: (1) © Constantin Film Distribution GmbH (2) © Amazon Prime Video / Universal Pictures (3) © Lionsgate

Seit 1981 werden die Golden Raspberry Awards, in Deutschland als Goldene Himbeere bekannt, jährlich am Vorabend der Oscarverleihung vergeben. Der von Cineast John J. B. Wilson gegründete Preis versteht sich als ironischer Anti-Oscar, der die vermeintlich schlechtesten Leistungen eines Filmjahres auszeichnet. Bei der diesjährigen Verleihung dominierte vor allem ein Titel die Liste der Negativpreise: die Science-Fiction-Neuverfilmung „Krieg der Welten“ unter der Regie von Rich Lee. Der bei Prime Video veröffentlichte Film erhielt insgesamt fünf Auszeichnungen, darunter in der Hauptkategorie als schlechtester Film. Zudem wurde Rich Lee als schlechtester Regisseur geehrt, das Drehbuch als schlechtestes Drehbuch bewertet und Rapper und Schauspieler Ice Cube für seine Hauptrolle als schlechtester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Auch in der Kategorie „Worst Prequel, Remake, Rip-Off or Sequel“ setzte sich die Produktion ungewollt durch.


Dass der Film bei den Razzies eine zentrale Rolle spielen würde, galt bereits im Vorfeld als wahrscheinlich: Die Veröffentlichung war von ungewöhnlich schlechten Kritiken begleitet worden. Zum Start verzeichnete der Film zeitweise eine Bewertung von 0 Prozent auf Rotten Tomatoes und 6 von 100 Punkten bei Metacritic. Außerdem wurde die australische Schauspielerin Rebel Wilson für ihre Hauptrolle in der Action-Komödie „Bride Hard“ als schlechteste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Zwei weitere Preise gingen an die Realverfilmung „Schneewittchen“ von Disney. Dort erhielten die digital gestalteten sieben Zwerge den Preis als schlechtester Nebendarsteller, während Schneewittchen selbst gemeinsam mit den Figuren zusätzlich in der Kategorie „schlechtestes Leinwandpaar“ ausgezeichnet wurde. Auch dieser Film stand schon lange vor dem Kinostart im Zentrum kontroverser Debatten. Als schlechteste Nebendarstellerin wurde Scarlet Rose Stallone für ihren Auftritt in „Gunslingers“ ausgezeichnet.


Neben den Negativpreisen vergeben die Razzies seit einigen Jahren auch eine Art Gegenpreis: den sogenannten Razzie Redeemer Award. Diese Kategorie würdigt Filmschaffende, die sich nach früherer Razzie-Kritik mit einer späteren Leistung rehabilitiert haben. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an Kate Hudson für ihre Rolle im Musikfilm „Song Sung Blue“. Die Schauspielerin hatte zuvor eine Razzie-Vergangenheit: 2021 wurde sie für ihre Hauptrolle im Musical-Drama „Music“ als schlechteste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Die von Sängerin Sia inszenierte Produktion war damals wegen ihrer Darstellung einer autistischen Figur sowie wegen der Besetzungspolitik stark kritisiert worden. Hudson war darüber hinaus bereits mehrfach für den Negativpreis nominiert gewesen, unter anderem für „Fool’s Gold“, „Männer sind Schweine“ und „Mother’s Day – Liebe ist kein Kinderspiel“. Mit „Song Sung Blue“ erhielt sie nun nach Einschätzung der Razzie-Organisation eine Leistung, die ihre frühere Kritik relativiere.


Trotz der langen Tradition stehen die Razzies heute stärker unter Beobachtung als früher. Kritiker bemängeln vor allem das Abstimmungssystem: Mitglieder müssen nicht zwingend alle nominierten Filme gesehen haben, um abstimmen zu dürfen. Zudem wird der Organisation vorgeworfen, bevorzugt prominente und viel diskutierte Hollywood-Produktionen ins Visier zu nehmen, während kleinere und tatsächlich schwächere Filme kaum Beachtung finden würden. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Ton der Veranstaltung. Während der Preis ursprünglich als satirischer Kommentar auf Hollywood gedacht war, empfinden einige Beobachter den spöttischen Umgang mit Filmschaffenden heute als unnötig hämisch. Besonders umstritten waren in der Vergangenheit einzelne Entscheidungen, etwa Nominierungen minderjähriger Darsteller oder eine 2022 eingeführte Sonderkategorie für Bruce Willis, die nach Bekanntwerden seiner schweren Erkrankung wieder zurückgezogen wurde.


Übersicht der Gewinner bei den Golden Raspberry Awards:

  • Schlechtester film: „Krieg der Welten“

  • Schlechtester Hauptdarsteller: Ice Cube für „Krieg der Welten“

  • Schlechteste Hauptdarstellerin: Rebel Wilson für „Bride Hard“

  • Schlechteste Nebendarstellerin: Scarlet Rose Stallone für „Gunslingers“

  • Schlechtester Nebendarsteller: die sieben künstlichen Zwerge aus „Schneewittchen“

  • Schlechteste Leinwandkombination: die sieben künstlichen Zwerge und „Schneewittchen“

  • Schlechtestes Prequel, Remake, Rip-off oder Sequel: „Krieg der Welten“

  • Schlechteste Regie: Rich Lee für „Krieg der Welten“

  • Schlechtestes Drehbuch: Kenny Golde und Marc Hyman für „Krieg der Welten“

  • Razzie Redeemer Award: Kate Hudson für „Song Sung Blue“

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