„Hamnet“ und „One Battle After Another“ räumen Hauptpreise ab: Wer hat alles bei den Golden Globes gewonnen?
- Toni Schindele

- vor 3 Tagen
- 7 Min. Lesezeit
Einmal mehr war das Beverly Hilton Hotel im Großraum Los Angeles Schauplatz der Golden Globe Awards, die in diesem Jahr zum 83. Mal verliehen wurden. Wer konnte bei der oft als „Hollywood’s Party of the Year“ bezeichneten Verleihung abräumen?

Die Golden Globes gehören zu den traditionsreichsten Auszeichnungen der internationalen Film- und Fernsehbranche. Ihre Besonderheit liegt in der gleichberechtigten Würdigung von Kino- und Fernsehproduktionen sowie in der Differenzierung zentraler Kategorien nach Drama und Komödie oder Musical. Insgesamt werden 27 Preise vergeben, davon 14 im Filmbereich und 13 für Fernsehproduktionen. Zum zweiten Mal in Folge führte in diesem Jahr Nikki Glaser durch den Abend – und setzte bereits im Eröffnungsmonolog den Ton für eine Moderation, die bewusst zwischen Selbstironie, Provokation und medienkritischer Zuspitzung schwankte. Die Golden Globes seien, so Glaser, „zweifellos das Wichtigste, was derzeit auf der Welt passiert“. Der Golden Globe für den Besten Film in der Sektion Drama ging an „Hamnet“. Regisseurin Chloé Zhao nahm die Auszeichnung sichtlich bewegt entgegen und sprach in ihrer Rede über Verlust, Verletzlichkeit und kollektive Verantwortung.
Zhao zitierte ihren Hauptdarsteller Paul Mescal, der ihr am Morgen gesagt habe, die wichtigste Arbeit an diesem Film bestehe darin, „verletzlich genug zu sein, um uns so zu zeigen, wie wir sind“. Sie erklärte weiter, sie fühle sich geehrt, in einem Raum voller Menschen zu sein, „die genau das tun“. In der Kategorie Bester Film im Segment Komödie oder Musical setzte sich „One Battle After Another“ durch und entwickelte sich mit insgesamt vier Auszeichnungen zum erfolgreichsten Film des Abends. Paul Thomas Anderson gewann sowohl den Golden Globe für die Beste Regie als auch für das Beste Drehbuch. In seiner Dankesrede erinnerte er an seinen langjährigen Weggefährten Adam Somner, der 2024 verstorben war, und betonte, der Begriff Regieassistent werde der tatsächlichen Bedeutung dieser Arbeit nicht gerecht. Den Preis bezeichnete Anderson als „großzügig“ und dankte dem Publikum für seine anhaltende Zuneigung zu ihm und dem Film.
Besonders ausführlich würdigte er Warner-Bros.-Chef Mike De Luca, den er als jemanden beschrieb, der schon früh davon geträumt habe, „ein Studio zu leiten, in dem Regisseure freie Hand haben“. Filme wie „Blood & Sinners“, „Weapons - Die Stunde des Verschwindens“ und „One Battle After Another“ seien aus genau diesem Geist heraus entstanden. Jessie Buckley wurde für ihre Rolle in „Hamnet“ als Beste Hauptdarstellerin in der Rubrik Drama ausgezeichnet. Der Golden Globe für den Besten Hauptdarsteller in selbiger Rubrik ging überraschend an Wagner Moura für „The Secret Agent“. Moura ist der erste brasilianische Schauspieler, der diese Kategorie für sich entscheiden konnte. In seiner Rede widmete er den Preis all jenen, „die in schwierigen Zeiten ihren Werten treu bleiben“. Timothée Chalamet gewann unterdessen als Bester Hauptdarsteller im Bereich Komödie oder Musical für „Marty Supreme“.
Er sprach in seiner Dankesrede über Dankbarkeit, frühere Niederlagen und seine Familie und erklärte: „Ich würde lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass diese Momente diesen Augenblick umso schöner gemacht haben.“ Abschließend fügte er hinzu: „Meinen Eltern, meiner Partnerin: Ich liebe euch.“ Ebenfalls im Bereich Komödie oder Musical wurde Rose Byrne für „If I Had Legs I'd Kick You“ als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Aufmerksamkeit erregte zudem Teyana Taylor, die für „One Battle After Another“ den Golden Globe als Beste Nebendarstellerin erhielt. In ihrer Rede wandte sie sich explizit an „braune Schwestern und kleine braune Mädchen“ und sagte: „Unsere Sanftheit ist keine Schwäche.“ Der Preis als Bester Nebendarsteller ging an Stellan Skarsgård für „Sentimental Value“. Beide Nebendarstellerkategorien wurden damit von internationalen Darstellern gewonnen. Als Bester nicht-englischsprachiger Film wurde „The Secret Agent“ ausgezeichnet. Der Golden Globe für den Besten Animationsfilm ging an „K-Pop Demon Hunters“, ebenso der Preis für den Besten Originalsong für den Titel „Golden“ aus demselben Film.
Ludwig Göransson erhielt den Golden Globe für die Beste Filmmusik für „Blood & Sinners“, wobei diese Kategorie nicht Teil der Live-Übertragung war. Im Fernsehbereich wurde „The Pitt“ als Beste Dramaserie ausgezeichnet, Hauptdarsteller Noah Wyle erhielt zusätzlich den Schauspielpreis. Rhea Seehorn gewann den Golden Globe als Beste Schauspielerin in einer Dramaserie für „Pluribus“. Als Beste Comedyserie setzte sich „The Studio“ durch, Seth Rogen wurde ebenfalls ausgezeichnet. Jean Smart erhielt für „Hacks“ bereits ihren dritten Golden Globe und kommentierte trocken: „Was soll ich sagen? Ich bin eine gierige Zicke.“ Die Miniserie „Adolescence“ dominierte ihre Kategorien vollständig: Stephen Graham, Erin Doherty und Owen Cooper wurden ausgezeichnet. Cooper stellte mit 16 Jahren einen Altersrekord als jüngster Golden-Globe-Gewinner in einer Schauspielkategorie auf und sagte, es fühle sich „total unwirklich“ an, hier zu stehen.
Nachfolgend die Gewinner der Golden Globe Awards 2026 in den
jeweiligen Kategorien in der Übersicht (Gewinner in grün):
Nominierte im Bereich Film
In der Kategorie „Bester Film – Drama“:
„Frankenstein“
„Hamnet“
„It Was Just an Accident“
„The Secret Agent“
„Sentimental Value“
„Blood & Sinners“
In der Kategorie „Bester Film – Komödie oder Musical“:
„Blue Moon“
„Bugonia“
„Marty Supreme“
„No Other Choice“
„Nouvelle Vague“
„One Battle After Another“
In der Kategorie „Bester Animationsfilm“:
„Arco“
„Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba – Infinity Castle“
„Elio“
„K-Pop: Demon Hunters“
„Little Amélie or The Character of Rain“
„Zoomania 2“
In der Kategorie „Cinematic and Box Office Achievement“:
„Avatar: Fire and Ash“
„F1 - Der Film“
„K-Pop: Demon Hunters“
„Mission: Impossible – The Final Reckoning“
„Blood & Sinners“
„Weapons - Die Stunde des Verschwindens“
„Wicked: Teil 2“
„Zoomania 2“
In der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“:
„It Was Just an Accident“ aus Frankreich
„No Other Choice“ aus Südkorea
„The Secret Agent“ aus Brasilien
„Sentimental Value“ aus Norwegen
„Sirāt“ aus Spanien
„The Voice of Hind Rajab“ aus Tunesien
In der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin – Drama“:
Jessie Buckley für „Hamnet“
Jennifer Lawrence für „Die My Love“
Renate Reinsve für „Sentimental Value“
Julia Roberts für „After the Hunt“
Tessa Thompson für „Hedda“
Eva Victor für „Sorry, Baby“
In der Kategorie „Bester Hauptdarsteller – Drama“:
Joel Edgerton für „Train Dreams“
Oscar Isaac für „Frankenstein“
Dwayne Johnson für „The Smashing Machine“
Michael B. Jordan für „Blood & Sinners“
Wagner Moura für „The Secret Agent“
Jeremy Allen White für „Springsteen: Deliver Me From Nowhere“
In der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin – Komödie oder Musical“:
Rose Byrne für „If I Had Legs I’d Kick You“
Cynthia Erivo für „Wicked: Teil 2“
Kate Hudson für „Song Sung Blue“
Chase Infiniti für „One Battle After Another“
Amanda Seyfried für „The Testament of Ann Lee“
Emma Stone für „Bugonia“
In der Kategorie „Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical“:
Timothée Chalamet für „Marty Supreme“
George Clooney für „Jay Kelly“
Leonardo DiCaprio für „One Battle After Another“
Ethan Hawke für „Blue Moon“
Lee Byung-hun für „No Other Choice“
Jesse Plemons für „Bugonia“
In der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“:
Emily Blunt für „The Smashing Machine“
Elle Fanning für „Sentimental Value“
Ariana Grande für „Wicked: Teil 2“
Inga Ibsdotter Lilleaas für „Sentimental Value“
Amy Madigan für „Weapons - Die Stunde des Verschwindens“
Teyana Taylor für „One Battle After Another“
In der Kategorie „Bester Nebendarsteller“:
Benicio Del Toro für „One Battle After Another“
Jacob Elordi für „Frankenstein“
Paul Mescal für „Hamnet“
Sean Penn für „One Battle After Another“
Adam Sandler für „Jay Kelly“
Stellan Skarsgård für „Sentimental Value“
In der Kategorie „Beste Regie“:
Paul Thomas Anderson für „One Battle After Another“
Ryan Coogler für „Blood & Sinners“
Guillermo del Toro für „Frankenstein“
Jafar Panahi für „It Was Just an Accident“
Joachim Trier für „Sentimental Value“
Chloé Zhao für „Hamnet“
In der Kategorie „Bestes Filmdrehbuch“:
Paul Thomas Anderson für „One Battle After Another“
Ronald Bronstein und Josh Safdie für „Marty Supreme“
Ryan Coogler für „Blood & Sinners“
Jafar Panahi für „It Was Just an Accident“
Eskil Vogt und Joachim Trier für „Sentimental Value“
Chloé Zhao und Maggie O’Farrell für „Hamnet“
In der Kategorie „Beste Filmmusik“:
Alexandre Desplat für „Frankenstein“
Ludwig Göransson für „Blood & Sinners“
Jonny Greenwood für „One Battle After Another“
Kangding Ray für „Sirāt“
Max Richter für „Hamnet“
Hans Zimmer für „F1 - Der Film“
In der Kategorie „Bester Filmsong“:
„Dream as One“ aus „Avatar: Fire and Ash“
„Golden“ aus „K-Pop: Demon Hunters“
„I Lied to You“ aus „Blood & Sinners“
„No Place Like Home“ aus „Wicked: Teil 2“
„The Girl in the Bubble“ aus „Wicked: Teil 2“
„Train Dreams“ aus „Train Dreams“
Nominierte im Bereich Film
In der Kategorie „Beste Serie – Drama“:
„The Diplomat“
„The Pitt“
„Pluribus“
„Severance“
„Slow Horses“
„The White Lotus“
In der Kategorie „Beste Serie – Komödie oder Musical“:
„Abbott Elementary“
„The Bear“
„Hacks“
„Nobody Wants This“
„Only Murders in the Building“
„The Studio“
In der Kategorie „Beste Mini-Serie oder TV-Film“:
„Adolescence“
„All Her Fault“
„The Beast in Me
„Black Mirror“
„Dying for Sex“
„The Girlfriend“
In der Kategorie „Beste Serien-Hauptdarstellerin – Drama“:
Kathy Bates für „Matlock“
Britt Lower für „Severance“
Helen Mirren für „Mobland“
Bella Ramsey für „The Last of Us“
Keri Russell für „The Diplomat“
Rhea Seehorn für „Pluribus“
In der Kategorie „Bester Serien-Hauptdarsteller – Drama“:
Sterling K. Brown für „Paradise“
Diego Luna für „Star Wars: Andor“
Gary Oldman für „Slow Horses“
Mark Ruffalo für „Task“
Adam Scott für „Severance“
Noah Wyle für „The Pitt“
In der Kategorie „Beste Serien-Hauptdarstellerin – Komödie oder Musical“:
Kristen Bell für „Nobody Wants This“
Ayo Edebiri für „The Bear“
Selena Gomez für „Only Murders in the Building“
Natasha Lyonne für „Poker Face“
Jenna Ortega für „Wednesday“
Jean Smart für „Hacks“
In der Kategorie „Bester Serien-Hauptdarsteller – Komödie oder Musical“:
Adam Brody für „Nobody Wants This“
Steve Martin für „Only Murders in the Building“
Glen Powell für „Chad Powers“
Seth Rogen für „The Studio“
Martin Short für „Only Murders in the Building“
Jeremy Allen White für „The Bear“
In der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin – Mini-Serie oder TV-Film“:
Claire Danes für „The Beast in Me“
Rashida Jones für „Black Mirror“
Amanda Seyfried für „Long Bright River“
Sarah Snook für „All Her Fault“
Michelle Williams für „Dying for Sex“
Robin Wright für „The Girlfriend“
In der Kategorie „Bester Hauptdarsteller – Mini-Serie oder TV-Film“:
Jacob Elordi für „The Narrow Road to the Deep North“
Paul Giamatti für „Black Mirror“
Stephen Graham für „Adolescence“
Charlie Hunnam für „Monster: Die Geschichte von Ed Gein“
Jude Law für „Black Rabbit“
Matthew Rhys für „The Beast in Me“
In der Kategorie „Beste Nebendarstellerin – Serie, Mini-Serie oder TV-Film“:
Carrie Coon für „The White Lotus“
Erin Doherty für „Adolescence“
Hannah Einbinder für „Hacks“
Catherine O’Hara für „The Studio“
Parker Posey für „The White Lotus“
Aimee Lou Wood für „The White Lotus“
In der Kategorie „Bester Nebendarsteller – Serie, Mini-Serie oder TV-Film“:
Owen Cooper für „Adolescence“
Billy Crudup für „The Morning Show“
Walton Goggins für „The White Lotus“
Jason Isaacs für „The White Lotus“
Tramell Tillman für „Severance“
Ashley Walters für „Adolescence“
In der Kategorie „Bester Stand-Up Comedian“:
Bill Maher für „Bill Maher: Is Anyone Else Seeing This?“
Brett Goldstein für „Brett Goldstein: The Second Best Night of Your Life“
Kevin Hart für „Kevin Hart: Acting My Age“
Kumail Nanjiani für „Kumail Nanjiani: Night Thoughts“
Ricky Gervais für „Ricky Gervais: Mortality“
Sarah Silverman für „Sarah Silverman: Postmortem“
In der Kategorie „Bester Podcast“:
„Armchair Expert with Dax Shepard“
„Call Her Daddy“
„Good Hang with Amy Poehler“
„The Mel Robbins Podcast“
„SmartLess“
„Up First“





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