Neben Wim Wenders: Berlinale benennt vollständige Internationale Jury für 2026
- Toni Schindele

- vor 4 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Die Internationalen Filmfestspiele Berlin haben die Zusammensetzung der Internationalen Jury der 76. Berlinale vollständig gemacht. Nach der bereits bekannten Berufung von Wim Wenders als Jurypräsident stehen nun auch die weiteren sechs Mitglieder fest, die im Februar über die Preise des Wettbewerbs entscheiden werden.

Bereits Mitte Dezember war bekannt geworden, dass Wim Wenders den Vorsitz übernehmen wird; nun stehen die sechs weiteren Jurorinnen und Juroren fest, die gemeinsam über die Vergabe des Goldenen und der Silbernen Bären entscheiden. Die 76. Berlinale findet vom 12. bis 22. Februar 2026 statt, die Preisverleihung ist für den 21. Februar angesetzt. Der Wettbewerb umfasst traditionell rund 20 aktuelle Produktionen, die nach den Richtlinien der FIAPF beurteilt werden. Neben Wenders gehören der Jury 2026 nun auch Min Bahadur Bham, Bae Doona, Shivendra Singh Dungarpur, Reinaldo Marcus Green, HIKARI und Ewa Puszczyńska. Mit Min Bahadur Bham ist ein Regisseur vertreten, der das nepalesische Kino international sichtbar gemacht hat. Sein Spielfilmdebüt „The Black Hen“ wurde in Venedig ausgezeichnet und als Nepals Oscar-Beitrag eingereicht; sein jüngster Film „Shambhala“ lief 2024 als erster nepalesischer Beitrag im Berlinale-Wettbewerb.
Aus Südkorea stößt die Schauspielerin Bae Doona zur Jury. Sie wurde durch Filme wie „Barking Dogs Never Bite“, „Sympathy for Mr. Vengeance“, „The Host“ und „Air Doll“ bekannt und arbeitete unter anderem mit Regisseuren wie Bong Joon-ho, Park Chan-wook und Hirokazu Kore-eda zusammen. Aus Indien wurde Shivendra Singh Dungarpur berufen, der als Regisseur, Produzent und Archivar tätig ist und mit der Film Heritage Foundation zur Bewahrung des indischen Filmerbes beiträgt. Sein Dokumentarfilm „Celluloid Man“ erhielt nationale und internationale Auszeichnungen, zudem leitet er das MAMI Mumbai Film Festival. Für die USA sitzt Reinaldo Marcus Green in der Jury, der mit „Monsters and Men“ und dem biografischen Drama „King Richard“ Aufmerksamkeit erlangte und zuletzt „Bob Marley: One Love“ inszenierte. Green war 2016 Teilnehmer von Berlinale Talents und kehrt nun in anderer Funktion zum Festival zurück. Aus Japan ist die Regisseurin HIKARI vertreten, deren Debüt „37 Seconds“ 2019 auf der Berlinale mit dem Panorama-Publikumspreis ausgezeichnet wurde.
Ihr jüngster Spielfilm „Rental Family“ feierte 2025 in Toronto Premiere und erhielt mehrere Publikumspreise. Komplettiert wird die Jury durch die polnische Produzentin Ewa Puszczyńska. Sie arbeitete unter anderem mit David Lynch an „Inland Empire“ und produzierte gemeinsam mit Paweł Pawlikowski die Oscar-prämierten Filme „Ida“ und „Cold War“. Zu ihren jüngeren Erfolgen zählen „Quo Vadis, Aida?“, „The Zone of Interest“ und „A Real Pain“. Die Internationale Jury vergibt bei jeder Berlinale den Goldenen Bären für den besten Film sowie mehrere Silberne Bären, darunter für Regie, Drehbuch, schauspielerische Leistungen und herausragende künstlerische Beiträge. Eine Mehrfachvergabe von Preisen an einen Film ist – mit Ausnahme der Darstellerpreise – ausgeschlossen.





Kommentare