Stephen Colbert entwickelt neuen „Herr der Ringe“-Film auf Basis bislang ungenutzter Tolkien-Kapitel
- Toni Schindele

- vor 18 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Warner Bros. baut das „Herr der Ringe“-Franchise weiter aus und setzt dabei auf eine unerwartete kreative Stimme. Ein neuer Film unter Mitwirkung von Stephen Colbert befindet sich in Entwicklung und soll an bislang ungenutztes Material aus Tolkiens Vorlage anknüpfen.

Während zuletzt bekannt wurde, dass Kate Winslet im kommenden „Herr der Ringe“-Film mitspielen wird, zu dem die Dreharbeiten diesen Sommer in Neuseeland starten sollen, hat im Hintergrund bereits die Entwicklung eines weiteren Films begonnen. Das machte Warner Bros. nun offiziell und veröffentlichte dazu über seine Social-Media-Kanäle eine Videobotschaft, in der zunächst Peter Jackson ein Update zu „Der Herr der Ringe: The Hunt for Gollum“ gab, bevor er den Blick auf ein weiteres Projekt lenkte: „Das ist nicht der einzige Tolkien-Film, den wir entwickeln. Wir haben tatsächlich noch einen weiteren Film, den wir nach ‚Hunt for Gollum‘ machen werden. […] Denn wir haben einen ganz besonderen Partner, mit dem wir zusammenarbeiten.“
Dieser besondere Partner ist Stephen Colbert, der im Anschluss zugeschaltet wurde und seine langjährige Verbindung zu Tolkiens Werk erläuterte: „Du [gemeint ist Peter Jackson] weißt, was die Bücher mir bedeuten und was deine Filme mir bedeuten. Aber das, was ich immer wieder gelesen habe, waren die sechs Kapitel am Anfang von ‚Der Herr der Ringe: Die Gefährten‘, die ihr damals nie in den ersten Film eingebaut habt. Und dann dachte ich: Oh warte, vielleicht könnte das seine eigene Geschichte sein, die in die größere Geschichte passt.“ Gemeinsam mit seinem Sohn habe er ein Konzept ausgearbeitet und schließlich den Studios präsentiert. Der Film trägt derzeit den Arbeitstitel „Der Herr der Ringe: Schatten der Vergangenheit“ und ist als weiteres Kapitel innerhalb der neu gestarteten Mittelerde-Offensive des Studios geplant, die mit „Der Herr der Ringe: Die Jagd nach Gollum“ unter der Regie von Andy Serkis eröffnet werden soll.
Inhaltlich setzt das Projekt zeitlich nach den bekannten Ereignissen an und folgt unter anderem Sam, Merry und Pippin sowie Sams Tochter Elanor, die ein verborgenes Geheimnis rund um den Ringkrieg aufdeckt. Colbert arbeitet bei der Entwicklung mit dem etablierten Kreativteam um Peter Jackson, Fran Walsh und Philippa Boyens zusammen, das bereits für die ursprünglichen „Der Herr der Ringe“- und „Der Hobbit“-Trilogien verantwortlich zeichnete. Für Colbert ist es der Einstieg in eine großangelegte Kinoproduktion, nachdem er zuvor vor allem als Satiriker und Moderator bekannt wurde. Der 1964 geborene US-Amerikaner prägte zunächst „The Daily Show“, bevor er mit „The Colbert Report“ eine eigene, politisch-satirische Sendung etablierte und seit 2015 als Gastgeber der „The Late Show“ fungierte. Diese wird im Mai 2026 eingestellt, offiziell aus finanziellen Gründen.
Die frei werdende Zeit spricht Colbert selbst im Video an: „So sehr ich es liebe, ich wusste, dass ich das nicht machen und gleichzeitig die Show machen kann, aber es stellt sich heraus, dass ich ab diesem Sommer frei sein werde.“ Neben seiner Fernseharbeit war der bekennende Tolkien-Fan Colbert auch bereits im Fantasy-Franchise zu sehen: So hat er, als sich die Zwergen-Gefolgschaft um Thorin Eichenschild in „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ in die Seestadt schleicht, einen kurzen Cameo als Spion. Ob er in seinem selbst geschriebenen Film „Der Herr der Ringe: Schatten der Vergangenheit“ auch in irgendeiner Form zu sehen sein wird, bleibt abzuwarten.





Kommentare