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Acht Amandas: „Sentimental Value“ triumphiert bei Norwegens wichtigstem Filmpreis

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • vor 5 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Kaum ein Weg führte bei der diesjährigen Amanda-Verleihung an „Sentimental Value“ vorbei. Joachim Triers Film erhielt in Haugesund acht Preise und war damit der große Gewinner von Norwegens wichtigster nationaler Filmauszeichnung.


Stellan Skarsgård und Elle Fanning in „Sentimental Value“: Skarsgård geht lächelnd über einen weitläufigen Platz, während Fanning neben ihm in einem silbernen Kleid lacht und beide Arme ausbreitet. Im Hintergrund ist in der Dämmerung ein großes Gebäude zu sehen.
Bildnachweis: © Kasper Tuxen Andersen

Joachim Triers „Sentimental Value“ hat bei der Verleihung von Norwegens wichtigstem Filmpreis, der Amanda, den Abend in Haugesund bestimmt. Achtmal fiel die Entscheidung zugunsten von Triers Familiengeschichte über zwei Schwestern und ihren entfremdeten Vater, darunter die Amanda als bester norwegischer Film und der Regiepreis für Trier selbst. Gemeinsam mit Eskil Vogt gewann er außerdem für das Drehbuch, während Kamera, Schnitt, Szenenbild sowie Masken- und Make-up-Design weitere Amandas beisteuerten. Auch vor der Kamera zahlte sich der Abend für „Sentimental Value“ aus: Inga Ibsdotter Lilleaas erhielt als beste Nebendarstellerin die erste Amanda ihrer Karriere.


Für Trier ist der Triumph in Haugesund dabei fast schon die Heimkehr eines Films, der zuvor eine bemerkenswerte Runde durch die internationale Award-Saison gedreht hat. Begonnen hatte sie im Mai 2025 in Cannes, wo „Sentimental Value“ mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde. Im Januar folgte ein Sechsfach-Triumph bei den Europäischen Filmpreisen, darunter als bester europäischer Film sowie für Regie und Drehbuch; Stellan Skarsgård gewann zudem den Golden Globe als bester Nebendarsteller. Danach kamen unter anderem der BAFTA als bester nicht-englischsprachiger Film und der Goya als bester europäischer Film hinzu.


Den vorläufigen Höhepunkt erreichte die Reise im März in Hollywood: Mit neun Oscar-Nominierungen gehörte „Sentimental Value“ zu den meistnominierten Filmen des Jahres und gewann schließlich den Oscar als bester internationaler Film. Nun hat Trier mit acht Amandas auch dort abgeräumt, wo Trier und sein Film zu Hause sind: in Norwegen. Die Amanda wird seit 1985 beim Norwegischen Internationalen Filmfestival vergeben und ist der wichtigste Filmpreis des Landes. Ganz von „Sentimental Value“ vereinnahmen ließ sich der Abend dennoch nicht. Unter den Produktionen, die zwischen Juli 2025 und Ende Juni 2026 in Norwegen Premiere gefeiert hatten, fanden auch andere Filme und Filmschaffende ihren Platz im Rampenlicht.


Pia Tjelta gewann für „Don't Call Me Mama“ ihre zweite Amanda und wurde als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Anna Drakopoulou Sverrisdóttir wurde für „Stargate – En julefortelling“ zur Newcomerin des Jahres gekürt, während „Blücher“ sich bei der Publikumsabstimmung durchsetze. Bei den internationalen Produktionen setzte sich Paul Thomas Andersons „One Battle After Another“ durch. Den Ehrenpreis des Amanda-Komitees erhielt Schauspieler Per Christian Ellefsen, der vor allem durch die „Elling“-Filme bekannt wurde. Die Goldene Klappe ging an die Casting-Direktorinnen Mette Holme Nielsen und Jannecke Bervell für ihre jahrzehntelange Arbeit für den norwegischen Film.

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