Berlinale Guide 2026: Filme, Stars und Premieren – Alles, was du wissen musst
- Toni Schindele
- vor 10 Stunden
- 10 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 54 Minuten
Die Internationalen Filmfestspiele Berlin, kurz Berlinale, gelten als eines der wichtigsten Filmfestivals weltweit. Vom 12. bis 22. Februar wird die Hauptstadt in diesem Jahr zum 76. Mal zum Treffpunkt der deutschen und internationalen Filmbranche.

Wenn sich im Februar wieder Weltstars und Cineasten zwischen Potsdamer Platz, Zoo Palast und Haus der Berliner Festspiele begegnen, beginnt für die Hauptstadt jene Zeit, in der sich Berlin ein wenig wie das Zentrum der Filmwelt anfühlt. Am 12. Februar starten die 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin; bis zum 22. Februar 2026 wird die Stadt erneut zur Bühne für Premieren, Debatten und Entdeckungen. Es ist die zweite Ausgabe unter der künstlerischen Leitung von Tricia Tuttle – und eine, die unter besonderer Beobachtung steht. Die Berlinale gehört neben dem Cannes Film Festival und den Internationalen Filmfestspielen von Venedig zu den „Big Three“ der internationalen A-Festivals. Seit ihrer Gründung 1951, konzipiert als „Schaufenster der freien Welt“, war sie stets mehr als ein Branchentreffen. Während Cannes früh seine Marktmechanik perfektionierte und Venedig sich strategisch als Sprungbrett in die Awards-Saison etablierte, profilierte sich Berlin über gesellschaftliche Relevanz und internationale Perspektiven.
Mit bis zu 400 Filmen in unterschiedlichen Sektionen und rund 300.000 verkauften Tickets jährlich ist die Berlinale zugleich das publikumsstärkste Festival unter den großen A-Events – ein demokratisch strukturiertes Festival, das nicht nur die Industrie, sondern vor allem auch sein

zahlendes Publikum ins Zentrum stellt. Wer zum ersten Mal oder nach einigen Jahren Pause auf die Berlinale blickt, stolpert schnell über die Vielzahl der Programmreihen. Die gute Nachricht: Hinter den vielen Namen verbirgt sich ein vergleichsweise einfaches Prinzip. Die Berlinale ist zugleich ein Festival für das Publikum – mit einem breiten Ticketangebot – und ein Festival für die Branche mit Markt, Talentprogrammen und Talks. Im Kern geht es jedoch um das Entdecken von Filmen – von großen Premieren bis zu experimentellen Arbeiten –, verteilt auf Wettbewerbe, kuratierte Sektionen, Kurzfilmprogramme, Nachwuchsreihen und Branchenformate. Am 12. Februar beginnt die Eröffnungsgala um 19:00 Uhr. Sie wird live auf berlinale.de und YouTube gestreamt sowie zeitversetzt im Fernsehen ausgestrahlt.
Wer einschaltet, kann unter anderem verfolgen, wie Michelle Yeoh mit dem Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wird. Die Laudatio bei der Eröffnungsgala hält „Anora“-Regisseur Sean Baker. Mit der Auszeichnung reiht sich Yeoh in eine Liste früherer Ehrenpreisträger ein, darunter Billy Wilder, Jeanne Moreau, Martin Scorsese und Meryl Streep. Mit der Berlinale Kamera wird der deutsch-britische Komponist Max Richter geehrt, der Musik für mehr als 80 Film- und Fernsehproduktionen komponiert hat. Die Laudatio hält die Oscar-prämierte Regisseurin Chloé Zhao, mit der Richter zuletzt bei „Hamnet“ zusammenarbeitete. Im Anschluss an die Preisverleihung ist ein Bühnengespräch angekündigt, in dem Richter Einblicke in seine Arbeitsweise und die Verbindung von Musik und Film geben wird. Neben Michelle Yeoh, Sean Baker und Wim Wenders werden Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Jurys sowie zahlreiche Filmschaffende erwartet, darunter Daniel Brühl, Tom Tykwer, Christian Petzold, Radu Jude, Iris Berben, İlker Çatak, Mala Emde, Jan Ole Gerster, Jella Haase, Matthias Schweighöfer, Edin Hasanovic, Damian Hardung, Frederick Lau, Oliver Masucci, Jannis Niewöhner, Emilia Schüle, Jannik Schümann und Karoline Herfurth.
Als Eröffnungsfilm läuft die Weltpremiere von „No Good Men“ der afghanischen Regisseurin Shahrbanoo Sadat. Auch wenn bei der Berlinale nicht der Star-Rummel im Vordergrund steht, sind in diesem Jahr dennoch zahlreiche bekannte Gesichter angekündigt. So werden unter anderem „How I Met Your Mother“-Star Neil Patrick Harris, Ron-Weasley-Darsteller Rupert Grint,

Sam Riley, Hiam Abbass, „The Last of Us“-Star Bella Ramsey, Luna Wedler, Max Riemelt, die Oscar-nominierte Amanda Seyfried, Lars Eidinger, James Norton und Popstar Charli XCX erwartet. Im Wettbewerb wird zudem Sandra Hüller für „Rose“ auf dem roten Teppich erscheinen. Für „Queen at Sea“ reisen Juliette Binoche und Tom Courtenay an. Isabelle Huppert stellt „Die Blutgräfin“ vor, Ethan Hawke präsentiert „The Weight“. Zu „Josephine“ werden Channing Tatum und Gemma Chan erwartet, während bei „Good Luck, Have Fun, Don’t Die“ unter anderem Sam Rockwell und Zazie Beetz erscheinen sollen. Für „The Only Living Pickpocket in New York“ ist John Turturro angekündigt.
Die wichtigsten Sektionen 2026 im Schnellüberblick:
Wettbewerb
Perspectives
Panorama
Berlinale Shorts
Forum
Retrospektive
Berlinale Classics
Berlinale Goes Kiez
Berlinale Talents
Der internationale Wettbewerb ist das Herzstück der Berlinale – hier vergibt eine internationale Jury die wichtigsten Auszeichnungen. 2026 konkurrieren 22 Filme um den Goldenen und die Silbernen Bären. Präsident der internationalen Jury ist in diesem Jahr der deutsche Regisseur Wim Wenders. Der Jury gehören zudem Min Bahadur Bham, Bae Doona, Shivendra Singh Dungarpur, Reinaldo Marcus Green, HIKARI und Ewa Puszczyńska an.

Preise im Wettbewerb:
Goldener Bär (Bester Film)
Silberner Bär – Großer Preis der Jury
Silberner Bär – Preis der Jury
Silberner Bär – Beste Regie
Silberner Bär – Beste schauspielerische Leistung (Hauptrolle)
Silberner Bär – Beste schauspielerische Leistung (Nebenrolle)
Silberner Bär – Bestes Drehbuch
Silberner Bär – Herausragende künstlerische Leistung
Diese Filme sind im Wettbewerb:
Titel | Regie | Cast (Auswahl) | Herkunft | Worum geht’s? | Wann läuft der Film? |
„A New Dawn“ | Yoshitoshi Shinomiya | Riku Hagiwara, Kotone Furukawa, Miyu Irino | Japan, Frankreich | Ein junger Mann lebt in einer stillgelegten Feuerwerksfabrik und jagt dem Mythos eines legendären Feuerwerks nach, das mit dem Verschwinden seines Vaters verknüpft ist. | 18.02 21:30 Berlinale Palast 19.02 16:00 Uber Eats Music Hall 20.02 12:30 Urania 20.02 20:00 Haus der Berliner Festspiele 22.02 11:00 Haus der Kulturen der Welt |
„At the Sea“ | Kornél Mundruczó | Amy Adams, Murray Bartlett, Chloe East | USA, Ungarn | Nach einer Entziehungskur kehrt eine Frau nach Cape Cod zurück – und muss ohne Ausreden über Karriere und Selbstzerstörung neu klären, wer sie ist. | 16.02 18:45 Berlinale Palast 17.02 10:00 Urania 18.02 19:00 Uber Eats Music Hall 20.02 16:00 Uber Eats Music Hall 22.02 21:45 Berlinale Palast |
„À voix basse“ | Leyla Bouzid | Eya Bouteraa, Hiam Abbass, Marion Barbeau | Frankreich, Tunesien | Eine Rückkehr zur Beerdigung in Tunesien wird zur Konfrontation mit Familiengeheimnissen, Identität und einem ungeklärten Todesfall. | 13.02 15:00 Berlinale Palast 14.02 11:45 Uber Eats Music Hall 15.02 22:00 Haus der Kulturen der Welt 16.02 10:00 Urania 16.02 14:00 Yorck Kino 22.02 18:45 Berlinale Palast |
„Dao“ | Alain Gomis | Katy Correa, D’Johé Kouadio, Samir Guesmi | Frankreich, Senegal, Guinea-Bissau | Hochzeit in Frankreich, Gedenkfeier in Guinea-Bissau: Zwei Feste werden zum Familienporträt über Generationen, Herkunft und Bewegung zwischen Welten. | 14.02 14:45 Berlinale Palast 16.02 10:00 Uber Eats Music Hall 17.02 20:30 Haus der Berliner Festspiele 18.02 16:45 CinemaxX 22.02 12:00 Berlinale Palast |
„Dust“ | Anke Blondé | Arieh Worthalter, Jan Hammenecker | Belgien, Polen, Griechenland, UK | Ende der 1990er im Tech-Boom: Zwei Gründer verlieren alles, als Betrug auffliegt – am letzten Tag in Freiheit sucht jeder für sich Verantwortung oder Ausweg. | 15.02 21:30 Berlinale Palast 16.02 18:45 Uber Eats Music Hall 18.02 10:00 Haus der Kulturen der Welt 19.02 16:15 Haus der Berliner Festspiele 22.02 22:00 Haus der Berliner Festspiele |
„Etwas ganz Besonderes“ | Eva Trobisch | Frida Hornemann, Max Riemelt, Eva Löbau | Deutschland | Eine Castingshow-Frage („Wer bist du?“) stößt eine Identitätssuche an – im Spannungsfeld Familie, Provinz und Selbstbild. | 18.02 18:15 Berlinale Palast 19.02 12:30 Zoo Palast 20.02 20:00 Kino Casablanca 20.02 21:45 Uber Eats Music Hall 21.02 15:00 Haus der Berliner Festspiele |
„Everybody Digs Bill Evans“ | Grant Gee | Anders Danielsen Lie, Bill Pullman, Laurie Metcalf | Irland, UK | Ein Jazzpianist verliert seinen musikalischen Partner – das Porträt fragt nach innerem Rhythmus, Trauer und dem Preis kreativer Höchstleistung. | 13.02 18:30 Berlinale Palast 14.02 12:45 Urania 14.02 21:45 Uber Eats Music Hall 20.02 19:30 Urania 22.02 12:45 Zoo Palast |
„Gelbe Briefe“ | İlker Çatak | Özgü Namal, Tansu Biçer, Leyla Smyrna Cabas | DeutschlandFrankreich, Türkei | Ein Künstlerpaar gerät ins Visier staatlicher Willkür – Ideale, Existenz und Beziehung geraten unter Druck. | 13.02 21:30 Berlinale Palast 14.02 14:45 Uber Eats Music Hall 15.02 12:45 Urania 20.02 12:30 Zoo Palast 22.02 19:00 Uber Eats Music Hall |
„Josephine“ | Beth de Araújo | Channing Tatum, Gemma Chan, Mason Reeves | USA | Ein Kind wird Zeugin eines Verbrechens – Trauma, Sicherheitsgefühl und Gerechtigkeitswunsch zersetzen den Familienalltag. | 20.02 18:15 Berlinale Palast 21.02 09:45 Zoo Palast 21.02 21:45 Uber Eats Music Hall 22.02 12:15 Uber Eats Music Hall |
„Kurtuluş“ | Emin Alper | Caner Cindoruk, Berkay Ateş, Feyyaz Duman | Türkei u.a. | Ein Clan kehrt ins Dorf zurück, eine alte Fehde flammt auf – religiöse Visionen treiben einen Machtkampf in Richtung Erlösung oder Katastrophe. | 15.02 15:15 Berlinale Palast 16.02 21:45 Uber Eats Music Hall 17.02 21:45 Haus der Kulturen der Welt 22.02 12:30 Haus der Berliner Festspiele |
„Meine Frau weint“ | Angela Schanelec | Vladimir Vulević, Agathe Bonitzer, Birte Schnöink | Deutschland, Frankreich | Ein Arbeitstag kippt durch einen Anruf: Der Mann holt die Frau aus dem Krankenhaus ab – und findet sie weinend auf einer Bank. Beobachtung statt Erklärung. | 17.02 21:45 Berlinale Palast 18.02 12:30 Uber Eats Music Hall 19.02 10:00 Urania 21.02 20:00 Haus der Berliner Festspiele 22.02 17:45 Urania |
„Moscas“ | Fernando Eimbcke | Teresita Sánchez, Bastian Escobar, Hugo RamÃrez | Mexiko | Eine Vermieterin nimmt einen Mann auf, der seine Frau im Krankenhaus besucht – und heimlich seinen Sohn mitbringt. Nähe entsteht, Kontrolle bröckelt. | 18.02 15:00 Berlinale Palast 19.02 12:30 Urania 19.02 18:30 Uber Eats Music Hall 20.02 17:30 Haus der Berliner Festspiele 22.02 21:30 Haus der Kulturen der Welt |
„Nina Roza“ | Geneviève Dulude-de Celles | Galin Stoev, Ekaterina Stanina, Sofia Stanina | Kanada | Ein Kunsthändler reist in seine verlassene Heimat, um die Werke eines Wunderkinds zu prüfen – Genie oder Täuschung? | 16.02 21:45 Berlinale Palast 17.02 13:00 Uber Eats Music Hall 18.02 18:45 Haus der Berliner Festspiele 20.02 10:00 Haus der Kulturen der Welt 22.02 16:00 Berlinale Palast |
„Queen at Sea“ | Lance Hammer | Juliette Binoche, Tom Courtenay, Anna Calder-Marshall | UK, USA | Eine Demenzerkrankung verschiebt Macht und Verantwortung in der Familie – zwischen Fürsorge, Autonomie und Überforderung. | 17.02 18:15 Berlinale Palast 18.02 12:45 Haus der Kulturen der Welt 19.02 21:30 Uber Eats Music Hall 21.02 15:45 Uber Eats Music Hall |
„Rose“ | Markus Schleinzer | Sandra Hüller, Caro Braun, Marisa Growaldt | Österreich, Deutschland | Ein Soldat behauptet, Erbe zu sein – Misstrauen im Dorf wächst, Identität wird zur sozialen Sprengfrage. | 15.02 18:30 Berlinale Palast 16.02 13:30 HKW 1 18.02 09:45 Uber Eats Music Hall 22.02 19:45 Haus der Berliner Festspiele |
„Rosebush Pruning“ | Karim Aïnouz | Callum Turner, Riley Keough, Jamie Bell | Italien u.a. | Vier Geschwister leben isoliert in Reichtum – ein geplanter Neuanfang und eine Wahrheit über den Tod der Mutter zerlegen das Familiengefüge. | 14.02 19:00 Berlinale Palast 15.02 12:00 Uber Eats Music Hall 17.02 21:45 Uber Eats Music Hall 22.02 17:15 Haus der Berliner Festspiele |
„Soumsoum, la nuit des astres“ | Mahamat-Saleh Haroun | Maïmouna Miawama, Ériq Ebouaney | Frankreich, Tschad | Eine Jugendliche mit unerklärlichen Kräften findet in einer Begegnung einen Zugang zu einer Welt, in der Sichtbares und Unsichtbares ineinander greifen. | 19.02 18:00 Berlinale Palast 20.02 13:00 Uber Eats Music Hall 21.02 21:30 Zoo Palast 1 22.02 12:45 Urania |
„The Loneliest Man in Town“ | Tizza Covi, Rainer Frimmel | Alois Koch, Brigitte Meduna | Österreich | Ein Bluesmusiker lebt im Archiv seines Lebens – als Abriss droht, kehrt ein alter Traum zurück. | 19.02 15:00 Berlinale Palast 20.02 10:00 Urania 20.02 19:00 Uber Eats Music Hall 21.02 22:00 Haus der Kulturen der Welt 22.02 09:30 Berlinale Palast |
„Wolfram“ | Warwick Thornton | Deborah Mailman, Erroll Shand, Joe Bird | Australien | 1930er Frontier: Gewalt in einer Minenstadt – drei Kinder fliehen durch Zentral-Australien, auf der Suche nach einem Ort ohne Kontrolle. | 17.02 15:15 Berlinale Palast 18.02 10:00 Urania 18.02 22:15 Uber Eats Music Hall 21.02 17:45 Haus der Berliner Festspiele 22.02 20:00 Urania |
„Wo Men Bu Shi Mo Sheng Ren“ | Anthony Chen | Yeo Yann Yann, Koh Jia Ler, Andi Lim | Singapur | Zwei Generationen müssen nach einem einschneidenden Ereignis Familie neu definieren – während der Vater um Stabilität ringt und sich sein Leben verschiebt. | 16.02 14:45 Berlinale Palast 17.02 12:30 Haus der Kulturen der Welt 18.02 15:15 Uber Eats Music Hall 19.02 21:15 Haus der Berliner Festspiele 21.02 12:15 Urania |
„YO (Love is a Rebellious Bird)“ | Anna Fitch, Banker White | Yolanda Shea | USA | Trauerarbeit als Bauprojekt: Eine Frau rekonstruiert über Jahre das Haus ihrer verstorbenen Freundin im Maßstab – Erinnerung wird begehbarer Raum. | 20.02 15:30 Berlinale Palast 21.02 13:15 Uber Eats Music Hall 21.02 18:00 Urania 22.02 15:15 Haus der Berliner Festspiele |
„Yön Lapsi“ | Hanna Bergholm | Seidi Haarla, Rupert Grint | Finnland u.a. | Ein Kinderwunsch wird nach der Geburt zum Albtraum – und nur eine Person ahnt, dass die Wahrheit nicht rational zu erklären ist. | 14.02 22:00 Berlinale Palast 15.02 15:00 Uber Eats Music Hall 16.02 13:00 Urania 18.02 21:30 Haus der Berliner Festspiele |
Alle Filme werden grundsätzlich in der Originalfassung gezeigt. Fast alle Vorführungen verfügen über englische Untertitel, ausgewählte Titel zusätzlich über deutsche Untertitel. Filme mit Audiodeskription werden über die App GRETA bereitgestellt. Voraussetzung ist ein eigenes Smartphone mit installierter App sowie Kopfhörer. Nach dem Download der jeweiligen Audiodeskription kann diese in jeder Spielstätte synchron zur Vorstellung genutzt werden. Bei ausgewählten Screenings werden zusätzlich Leihgeräte vor Ort angeboten; die Ausgabe erfolgt im Foyer. Mit dem 2025 eingeführten Debütwettbewerb Perspectives setzt das Festival erneut auf neue Stimmen. 13 Spielfilmdebüts aus 22 Produktionsländern sind eingeladen, elf davon als Weltpremieren. Die geografische Spannweite reicht von Argentinien über Algerien bis Singapur. Die Sektion Berlinale Special bündelt Gala-Premieren, Genreformate, Serien und diskursive Produktionen.
Hier feiert unter anderem „Die Blutgräfin“ von Ulrike Ottinger Weltpremiere, für die Isabelle Huppert als Hauptdarstellerin gewonnen wurde. Auch „Heysel 85“ von Teodora Ana Mihai, das die Stadionkatastrophe von 1985 thematisiert, ist in dieser Reihe vertreten. Special Midnight richtet sich an Fans von Genrekino und Popkultur, während Special Series Serienformate präsentiert. Die Sektion Panorama zeigt 37 Filme aus 36 Ländern unter dem diesjährigen Schwerpunkt „Desire Lines“. Die Reihe gilt traditionell als Plattform für unabhängige Produktionen und politisch akzentuierte Arbeiten. Eröffnet wird sie mit „Only Rebels Win“ von Danielle Arbid. Der südkoreanische Regisseur Hong Sang-soo, in den vergangenen Jahren mehrfach im Wettbewerb vertreten, präsentiert seinen neuen Film „The Day She Returns“ im Panorama. Die Retrospektive steht 2026 unter dem Motto „Lost in the 90s“ und richtet den Blick auf das Kino der 1990er-Jahre. Berlinale Classics macht restaurierte Filmklassiker in neuer technischer Qualität zugänglich.
Tickets, Zugang und Service: So funktioniert der Festivalbesuch:
Die Berlinale ist eines der wenigen A-Festivals, das sein reguläres Programm in großem Umfang für das allgemeine Publikum öffnet. Rund 300.000 Tickets werden jährlich verkauft. Der Zugang ist klar strukturiert, digital organisiert und in mehreren Stufen geregelt. Der reguläre Ticketverkauf beginnt jeweils drei Tage vor der Vorstellung um 10:00 Uhr. Tickets sind – sofern verfügbar – bis unmittelbar vor Vorstellungsbeginn erhältlich. Der Erwerb erfolgt ausschließlich online über den Ticketpartner Eventim. Ein eigener Eventim-Account ist erforderlich; ein Berlinale-Account genügt nicht. Nach dem Kauf werden die Tickets als Mobile- oder Ticketdirect-Version per E-Mail zugestellt. Pro Person und Vorstellung können maximal zwei Tickets erworben werden, bei Filmen der Sektion Generation bis zu fünf.
Ticketpreise im Überblick:
Kategorie | Normalpreis | Ermäßigt |
Reguläre Vorstellungen | 15 € | 10 € |
Berlinale Palast / Special Gala / Premieren in Uber Eats Music Hall & Zoo Palast | 20 € | 13 € |
„Geheimnisse einer Seele“ (Live-Musik, Haus der Kulturen der Welt) | 29 € | 22 € |
Berlinale Generation | 9 € | 6 € |
Publikumstag (22.02., außer Generation) | 11 € | 8 € |
Ermäßigungen werden – nach Verfügbarkeit – für Schüler, Studierende, Auszubildende, Menschen mit Behinderung, Arbeitslose, Bürgergeld-Empfängerinnen, Inhaberinnen des Berlin-Ticket S sowie Teilnehmerinnen am Bundesfreiwilligendienst gewährt. Der entsprechende Nachweis ist beim Einlass vorzulegen. Während das ermäßigte Kontingent im Vorverkauf limitiert ist, entfällt diese Begrenzung am Tag der Vorstellung. Für Besucher zwischen 18 und 25 Jahren bietet das Festival zudem ausgewählte Vorstellungen zum Einheitspreis von 6 Euro an. Für Schulklassen oder Gruppen ab sechs Personen gelten Sonderpreise:
6–10 Personen: 5,50 € pro Ticket
ab 11 Personen: 4,50 € pro Ticket-Bestellung über die Generation-Gruppentickethotline ab 2. Februar.
Wichtige Hinweise:
Kein Einlass nach Vorstellungsbeginn
Keine Mitnahme großer Taschen oder Reisekoffer
Sicherheitskontrollen an allen Spielstätten
Bei ausverkauften Vorstellungen lohnt sich ein erneuter Blick in den Online-Shop, da gelegentlich Restkontingente freigegeben werden
Informationsstellen vor Ort:
Zentrale Anlaufstelle für Fragen rund um Programm, Tickets und organisatorische Abläufe ist der Berlinale Info Counter in der Shopping Mall The Playce am Potsdamer Platz. Der Infostand ist am 11. Februar von 12:00 bis 19:00 Uhr geöffnet, vom 12. bis 21. Februar täglich von 09:30 bis 19:00 Uhr. Hier erhalten Besucher*innen Auskünfte zu Spielstätten, kurzfristigen Programmänderungen oder barrierefreien Angeboten. Während des Festivals steht zusätzlich ein Awareness-Team zur Verfügung. Es bietet eine vertrauliche Erstberatung für Festivalgäste und Mitarbeitende, die Diskriminierung oder Belästigung erlebt oder beobachtet haben.
Ergänzend dazu können Vorfälle ganzjährig per E-Mail an antidiskriminierung@berlinale.de gemeldet werden; die Angaben werden vertraulich behandelt und offiziell geprüft. Für Besucher, die einen reizarmen Rückzugsort suchen, steht ein Ruheraum zur Verfügung. Der Zugang wird über das Awareness-Team im Berlinale Service Center koordiniert. Darüber hinaus veröffentlicht das Festival sogenannte Content Notes zu Filmen mit potenziell belastenden Inhalten oder störenden Lichteffekten wie Stroboskopsequenzen.

