Filmfest München 2026: Kulturprogramm soll sich über die ganze Stadt erstrecken
- Toni Schindele

- vor 6 Tagen
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Das Filmfest München will sich 2026 nicht auf seine Leinwände beschränken. Stattdessen spannt das Festival gemeinsam mit zahlreichen Kulturinstitutionen ein Netzwerk durch die ganze Stadt und lädt dazu ein, Film an ganz unterschiedlichen Orten neu zu entdecken.

Gemeinsam mit Museen, Theatern, Ausstellungshäusern und weiteren Kulturinstitutionen möchte das Festival Film in neue Zusammenhänge stellen und an unterschiedlichsten Orten in der Stadt erlebbar machen. Das künstlerische Leitungsduo Julia Weigl und Christoph Gröner kündigte ein „Miteinander der Künste“ an, das Denkräume vergrößern und den kreativen Dialog an verschiedenen Orten der Stadt fördern solle. Wer also während des Festivals durch München unterwegs ist, wird dem Filmfest nicht nur in den Kinos begegnen. Im Museum Brandhorst startet traditionell die Junge Nacht das Festivalwochenende. Gleichzeitig wird das Haus zu einem Ort der filmischen Stadtgeschichte: In der Reihe „Inventur einer Stadt: München neu betrachtet“ richtet das Filmfest den Blick auf Perspektiven, die im öffentlichen Bild Münchens oft wenig Raum erhalten.
Gezeigt wird unter anderem „Im Niemandsland“, der das Leben türkischer Jugendlicher im München der frühen 1980er-Jahre dokumentiert. Zudem steht am 30. Juni ein Gespräch mit dem Regisseur Želimir Žilnik und Kurator Can Sungu auf dem Programm. Einen anderen Schwerpunkt setzt die Retrospektive „Why Can’t We Live Together?“, die gemeinsam mit der Deutschen Kinemathek entsteht. Sie blickt auf die Popkultur der späten 1980er- und 1990er-Jahre und fragt nach ihrer gesellschaftlichen und politischen Kraft. Ergänzt wird das Programm durch eine interaktive Medieninstallation im Pavillon 333, die ausgewählte Werke über klassische Filmvorführungen hinaus erfahrbar machen soll. Im Amerikahaus richtet das Festival den Blick nach Nord- und Südamerika.
An sechs Abenden laufen dort Independent-Produktionen aus beiden Kontinenten, darunter die Münchner Premiere von Lucrecia Martels Dokumentarfilm „Nuestra Tierra“ sowie das neue Werk „See You When I See You“ des US-Indie-Regisseurs Jay Duplass. Wer sich für neue Formen des Geschichtenerzählens interessiert, findet seinen Anlaufpunkt im Rahmen des Festivals der Zukunft. Mit MUNICH Beyond entsteht gemeinsam mit dem XR HUB Bavaria und dem Residenztheater München eine mehr als 500 Quadratmeter große Ausstellung. Zwischen dem 1. und 5. Juli können Besucher dort Arbeiten erleben, die zuletzt bei Festivals wie der Biennale von Venedig oder South by Southwest gezeigt wurden. Ergänzend bietet auch die Hochschule für Fernsehen und Film vom 2. bis 4. Juli eigene VR-Erlebnisse an. Daneben setzt das Filmfest seine Zusammenarbeit mit den Münchner Kammerspielen fort und beteiligt sich erneut am Christopher Street Day.
Am 2. Juli wird dort die Dokumentation „Was haben wir gelacht!“ gezeigt, die sich mit dem Frauenbild deutscher Fernsehunterhaltung der 1990er- und frühen 2000er-Jahre auseinandersetzt. Anschließend ist ein Gespräch mit den beteiligten Protagonistinnen geplant. Parallel dazu verwandelt sich das Haus der Kunst in einen Ort zwischen Film, Installation und Klangkunst. Der spanische Künstler Carlos Casas rekonstruiert mit seiner Arbeit „Krakatoa“ den verheerenden Vulkanausbruch von 1883 und verbindet historische Ereignisse mit Fragen der heutigen Klimakrise. Im Deutschen Theatermuseum wiederum zeigt die Ausstellung „Laurie Simmons: Dollhouse Photographs“ Werke der amerikanischen Fotokünstlerin Laurie Simmons. Ergänzend läuft dort auch ihr Film „Music of Regret“ mit Meryl Streep.





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