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Förderpreise „Neues Deutsches Kino“ beim 43. Filmfest München verliehen

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • vor 15 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Beim 43. Filmfest München sind die diesjährigen Förderpreise „Neues Deutsches Kino“ verliehen worden. Gleich zwei Auszeichnungen gingen an „Erzähl mir dein Morgen“ von Ella Cieslinski und Nina Wesemann.


Die Preisträgerinnen und Preisträger des Förderpreises Neues Deutsches Kino 2026 beim 43. Filmfest München: Susanne Heinrich, Ella Cieslinski, Nina Wesemann, Ricarda Seifried und Christoph Otto.
Bildnachweis: © Kurt Krieger / Filmfest München

Im Rahmen des 43. Filmfest München, das noch bis zum 5. Juli stattfindet, sind am Freitagabend an der Hochschule für Fernsehen und Film die diesjährigen Auszeichnungen vergeben worden. Der mit insgesamt 70.000 Euro dotierte Preis zählt zu den wichtigsten Nachwuchsauszeichnungen des deutschen Films und würdigt herausragende Leistungen in den Spielfilmen der Reihe „Neues Deutsches Kino“. Über die diesjährigen Auszeichnungen entschied eine unabhängige Jury aus Regisseur und Drehbuchautor Visar Morina, Schauspielerin Haley Louise Jones sowie Produzentin Trini Götze. Gestiftet wird der Förderpreis von Bavaria Film, dem Bayerischen Rundfunk und der DZ BANK. Den mit 30.000 Euro dotierten Regiepreis erhielten Ella Cieslinski und Nina Wesemann für „Erzähl mir dein Morgen“.


In der von Visar Morina vorgetragenen Jurybegründung heißt es, der Film handle von der Frage, „was denn das Richtige wäre zu tun, zu machen, zu sein“. Weiter erklärte die Jury: „Jede Figur in diesem Film, und sei sie noch so klein, scheint von dieser Frage getrieben zu sein.“ Der Film gehe dabei „so umsichtig, vielschichtig vor, als wäre er selbst eine der Figuren“. In „Erzähl mir dein Morgen“ geht es um die Filmemacherin Nico, die gemeinsam mit ihrer Kindheitsfreundin Lori in ihre Heimat zurückkehrt, um mit Schülern einen Workshop zum Thema Geschichtenerzählen zu geben. Den Preis für die beste produzentische Leistung erhielt Christoph Otto für „Die Ballade von Mittwoch auf Donnerstag“. Die Jury zeichnete die Produktion „für den Mut, das Unscheinbare zum Mittelpunkt zu erklären, einem Prozess zu vertrauen, dessen Ausgang offen ist“ aus.


Dabei sei ein Film entstanden, „der unseren Blick aufs Alltägliche lenkt – mit all seiner Absurdität, Tragik und Schönheit“. Zudem schaffe es das Werk, „anhand einer Eckkneipe die Befindlichkeit eines Landes zu zeigen“. Der Film begleitet über eine Nacht hinweg Menschen in Kölner Kneipen, Bars und Shisha-Lounges, deren Begegnungen gesellschaftliche und politische Konflikte sichtbar machen. Der mit 10.000 Euro dotierte Drehbuchpreis ging an Susanne Heinrich für „Die miserable Mutter“. Haley Louise Jones erklärte in ihrer Jurybegründung, sie wünsche sich „einen Film wie diesen“, um allem, „was ich dann vielleicht fühlen und erleben werde, Stimme und Raum zu geben“. Das Werk bezeichnete sie als „Film wie ein Fiebertraum – und dabei so lust- und kunstvoll, mit einem einzigartigen Gefühl für Rhythmus“.


Im Mittelpunkt steht eine Mutter, deren Alltag mit ihrem Neugeborenen zunehmend zur existenziellen Belastung wird und bei der die Grenzen zwischen Innen und Außen, Gesellschaft und Subjekt sowie Körper und Diskurs verschwimmen. Für ihre Darstellung in „Erzähl mir dein Morgen“ wurde Ricarda Seifried mit dem Förderpreis für die beste schauspielerische Leistung ausgezeichnet. Die Jury sprach von einer „würdevollen und unglaublich naturalistischen Darstellung“ und hob hervor, Seifried schaffe es, „eine Figur zu kreieren, die sehr spezifisch ist, in der man sich aber gleichzeitig selbst wiedererkennt – mit allem, was daran unangenehm ist“. Zudem mache sie „Konflikte und Widersprüche so spürbar“, dass sich darin „zeigt, wie fein ihr Verständnis von Mensch und Frau sein ist“.

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