Günter Rohrbach Filmpreis 2026 verliehen: „Rose“ gewinnt den Hauptpreis

In Neunkirchen sind die Gewinner des Günter Rohrbach Filmpreises 2026 gekürt worden. Neben dem Hauptpreis für das Historiendrama „Rose“ gingen weitere Auszeichnungen unter anderem an Valerie Pachner, Charly Hübner und Caro Braun.

Eine Frau, die sich im 17. Jahrhundert als Mann ausgibt, ein DDR-Bürger mit einem unerfüllten Reisewunsch und eine Mutter, die alles verliert: So unterschiedlich die Geschichten der diesjährigen Preisträger sind, haben sie doch einiges gemeinsam. Denn wer beim Günter Rohrbach Filmpreis gewinnen will, muss nicht die größten Kinokassen füllen; entscheidend ist vielmehr, was ein Film über die Gesellschaft erzählt. Seit 2011 zeichnet der nach dem Produzenten von „Das Boot“ und „Die unendliche Geschichte“ benannte Preis deutschsprachige Kino- und Fernsehproduktionen aus, die sich mit der Arbeitswelt und gesellschaftlichen Fragen beschäftigen. Am Freitagabend, dem 6. November, fand die Verleihung zum inzwischen 16. Mal in Neunkirchen im Saarland statt.
Den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis sicherte sich „Rose“ von Markus Schleinzer. Sandra Hüller spielt darin eine Frau, die nach dem Dreißigjährigen Krieg als vermeintlicher Soldat in einem Dorf auftaucht und sich als Erbe eines Gutshofes ausgibt. In einer Gesellschaft, die ihr als Frau kaum Möglichkeiten zur Selbstbestimmung lässt, versucht sie sich unter einer fremden Identität ein eigenes Leben aufzubauen. Ausgezeichnet wurden neben Schleinzer die Produzenten Tobias Walker, Philipp Worm, Karsten Stöter und Johannes Schubert. Auch die beiden Darstellerpreise gingen an Filme, deren Figuren mit gesellschaftlichen Grenzen oder persönlichen Schicksalsschlägen konfrontiert sind.
Valerie Pachner wurde für „Vier minus drei“ ausgezeichnet, in dem sie eine Frau spielt, die bei einem Unfall ihren Partner und ihre beiden Kinder verliert. Charly Hübner erhielt den Preis für „Spaziergang nach Syrakus“. Darin verkörpert er einen DDR-Bürger, der 1982 nach vergeblichen Versuchen, eine Reisegenehmigung zu erhalten, seine Flucht nach Italien vorbereitet. Beide Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro verbunden. „Rose“ blieb allerdings nicht nur beim Hauptpreis erfolgreich. Caro Braun, die im Film Susanna verkörpert, erhielt für ihre schauspielerische Leistung den mit 5.000 Euro dotierten Preis des Saarländischen Rundfunks. Auch die Musik des Historiendramas wurde gewürdigt: Komponistin Tara Nome Doyle nahm den mit 2.500 Euro dotierten Preis des Oberbürgermeisters entgegen.
Der Preis der Ministerpräsidentin, verbunden mit 3.500 Euro, ging an die Produktion von „Spaziergang nach Syrakus“. Dass die Wahl auf diese Filme fiel, entschied sich in einem mehrstufigen Auswahlverfahren. Aus 60 eingereichten Produktionen stellte eine Vorjury zunächst acht Titel für eine Shortlist zusammen. Vier davon erreichten schließlich das Finale, darunter auch Simon Verhoevens „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“. Unter dem Vorsitz von Regisseur Sönke Wortmann bestimmte eine siebenköpfige Jury die Gewinner. Die vier Finalfilme waren in den Tagen vor der Verleihung zudem im Neunkirchener Kino zu sehen. Im vergangenen Jahr hatte Mascha Schilinskis „In die Sonne schauen“ den Hauptpreis gewonnen.





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