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Infinity Vision erklärt: Was steckt hinter Disneys neuem Kino-Siegel?

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • 14. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit

Mit Infinity Vision führt Disney derzeit einen neuen Begriff in die Kinowelt ein. Doch was genau steckt dahinter und worin unterscheidet sich Infinity Vision von etablierten Premiumformaten wie IMAX oder Dolby Cinema?


Leerer Kinosaal mit mehreren Reihen dunkler Kinosessel – Symbolbild für Disneys neues Qualitätssiegel Infinity Vision.
Bildnachweis: (Symbolbild) puhimec von Getty Images/Canva

Wer künftig beim Kinoticketkauf über den Begriff Infinity Vision stolpert, könnte dahinter zunächst das nächste große Kinoformat vermuten – eine neue Alternative zu IMAX oder Dolby Cinema vielleicht, mit eigener Projektionstechnik und eigens dafür ausgestatteten Sälen. Doch genau das ist Infinity Vision nicht. Hinter dem Namen steckt vielmehr ein von Disney eingeführtes Qualitätssiegel für besonders große und technisch entsprechend ausgestattete Kinosäle. Der Konzern spricht von einer Zertifizierung für sogenannte Premium-Large-Format-Säle, kurz PLF: besonders große Leinwände, leistungsfähige Projektion und aufwendiger Ton, die viele Kinoketten längst unter eigenen Markennamen anbieten. Infinity Vision setzt sich aber nicht an deren Stelle, sondern kommt gewissermaßen als zusätzliches Gütesiegel hinzu.


Ein Kino kann seinen Premiumsaal also weiterhin unter seinem bisherigen Namen vermarkten und ihn zugleich von Disney als Infinity Vision zertifizieren lassen. Ganz ohne feste Vorgaben vergibt Disney dieses Siegel allerdings nicht. Schon bei der Leinwand beginnt die Größenordnung deutlich oberhalb eines gewöhnlichen Kinosaals: Sie muss mindestens 45 Fuß und damit rund 13,7 Meter breit sein. Auch beim Ton gibt es eine Untergrenze. Gefordert wird entweder ein immersives Soundsystem wie Dolby Atmos oder mindestens 7.1-Surround-Sound. Für die Projektion wiederum zählt vor allem, wie hell das Bild tatsächlich auf der Leinwand ankommt: Bei einer 2D-Vorführung müssen mindestens 14 Foot-Lambert erreicht werden, bei 3D mindestens sechs.


Disney hatte bei der ursprünglichen Vorstellung von Infinity Vision zudem Laserprojektion als Bestandteil des Programms hervorgehoben; auf der später veröffentlichten offiziellen Kriterienseite steht jedoch vor allem die vorgeschriebene Bildhelligkeit als konkrete Mindestanforderung im Mittelpunkt. Gerade hier zeigt sich auch der entscheidende Unterschied zu IMAX: Während hinter IMAX ein eigenes technisches Kinokonzept mit speziellen Projektionslösungen, definierten Saalstandards und teilweise eigens für das Format produzierten oder angepassten Filmfassungen steht, zertifiziert Infinity Vision vor allem bereits vorhandene Premiumsäle. Wer also einen Infinity-Vision-Saal betritt, bekommt nicht automatisch einen bestimmten Projektor, ein festgelegtes Seitenverhältnis oder eine besondere Filmfassung präsentiert.


Auch eine eigene Kamera- oder Bildtechnologie gehört daher nicht zum Konzept – Disney betont ausdrücklich, dass Infinity Vision keine neue Technologie ist. Entscheidend ist allein, ob ein Kinosaal die festgelegten Mindestanforderungen erreicht. Genau deshalb kann sich das Erlebnis von einem zertifizierten Saal zum nächsten durchaus unterscheiden: In einem Kino erfüllt etwa eine 7.1-Anlage die Tonvorgaben, während in einem anderen Lichtspielhaus Dolby Atmos zum Einsatz kommt; ebenso kann die Leinwand in einem Saal knapp über der vorgeschriebenen Mindestbreite liegen und in einem anderen deutlich größer ausfallen. Infinity Vision verspricht damit keinen weltweit identischen Kinosaal, sondern einen definierten technischen Mindeststandard.


Das Siegel sagt also vor allem: Dieser Saal gehört zur größeren und technisch anspruchsvolleren Kategorie, wie weit er darüber hinausgeht, hängt aber weiterhin vom jeweiligen Kino ab. Als erste Filme unter dem Siegel Infinity Vision schickt Disney die Wiederaufführung „Avengers: Endgame“ und anschließend „Avengers: Doomsday“ ins Rennen. Bei diesen beiden Marvel-Titeln soll es allerdings nicht bleiben: Auf der offiziellen Website kündigt der Konzern bereits weitere Filme für zertifizierte Säle an. Infinity Vision dürfte uns damit künftig häufiger begegnen – bei Spielzeiten, im Online-Ticketverkauf oder direkt vor Ort. Ob eine Vorstellung unter dem neuen Qualitätssiegel läuft, soll am entsprechenden Logo zu erkennen sein. Über den Preis entscheidet Disney dagegen nicht: Die Ticketkosten bleiben Sache des jeweiligen Kinobetreibers.


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