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Kartellbehörde gibt grünes Licht: Paramount Skydance kommt Übernahme von Warner Bros. Discovery näher

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • vor 12 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Nach monatelanger Prüfung hat die Kartellabteilung des US-Justizministeriums ihre Untersuchung abgeschlossen und eine Entscheidung zur geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance getroffen.


Gegenüberstellung der Warner-Bros.-Studios mit ikonischem Wasserturm und dem Haupteingang von Paramount Pictures – Symbolbild zur Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount nach dem Ausstieg von Netflix.
Bildnachweis: (l) Todd Dwyer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (r) Coolcaesar, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance hat die Zustimmung der Kartellabteilung des US-Justizministeriums erhalten. Wie die Behörde in einer ausführlichen Stellungnahme mitteilte, sei man nach einer achtmonatigen Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass die Transaktion den Wettbewerb in den Vereinigten Staaten voraussichtlich weder im Streaming-Geschäft noch im linearen Fernsehen oder im Bereich der Filmproduktion und des Kinovertriebs beeinträchtigen werde. Für die Prüfung werteten die Ermittler nach eigenen Angaben mehr als zwei Millionen Dokumente aus, analysierten umfangreiche Datensätze und führten Gespräche mit zahlreichen Marktteilnehmern aus der Medien- und Unterhaltungsbranche. Auch mehrere US-Bundesstaaten waren in die Untersuchung eingebunden.


Die Übernahme zählt mit einem Volumen von rund 111 Milliarden US-Dollar zu den bedeutendsten Konsolidierungsvorhaben der internationalen Medienindustrie. Paramount Skydance hatte sich zuvor in einem Bieterverfahren gegen Netflix durchgesetzt und Ende Februar ein entsprechendes Angebot für Warner Bros. Discovery vorgelegt. Nach Einschätzung der Kartellbehörde könnte das fusionierte Unternehmen insbesondere im Streaming-Bereich sogar zu einem stärkeren Wettbewerber gegenüber den dominierenden Marktführern werden. Die Behörde verweist darauf, dass die Streaming-Dienste von Warner Bros. Discovery und Paramount zusammengenommen deutlich kleiner seien als die größten Anbieter der Branche. Zudem habe die Untersuchung keine Hinweise darauf ergeben, dass das neue Unternehmen seine Inhalte künftig ausschließlich auf eigenen Plattformen halten und damit den Wettbewerb beeinträchtigen würde.


Vielmehr habe die bisherige Geschäftspraxis beider Unternehmen gezeigt, dass die breite Lizenzierung von Inhalten weiterhin ein wichtiger Bestandteil ihres Geschäftsmodells bleibe. Auch im Bereich des linearen Fernsehens sowie bei der Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Kinofilmen sieht das Justizministerium keine wettbewerbsrechtlichen Probleme. Die Behörde verweist auf den anhaltenden Strukturwandel der Branche, in dessen Verlauf Streaming-Angebote, Technologieunternehmen und neue Marktteilnehmer den Wettbewerbsdruck kontinuierlich erhöht hätten. Nach Ansicht der Ermittler herrsche im Filmgeschäft weiterhin intensiver Wettbewerb zwischen etablierten Studios wie The Walt Disney Company, Universal Pictures, Sony Pictures Entertainment, Lionsgate und Amazon MGM Studios sowie unabhängigen Produzenten und neueren Marktteilnehmern wie A24, NEON oder Blumhouse Productions.


Die vorliegenden Erkenntnisse würden nicht darauf hindeuten, dass die Übernahme zu einer Verringerung der Filmproduktion oder einer Einschränkung des Wettbewerbs führe. Im Gegenteil sehe die Behörde Anzeichen dafür, dass sich der Wettbewerb im Kino- und Streamingmarkt weiter verschärfen werde. Die Entscheidung erfolgt trotz erheblicher Kritik aus der Kreativbranche. Erst im Frühjahr hatten sich mehr als 1.000 Filmschaffende in einem offenen Brief gegen die Fusion ausgesprochen. Zu den Unterzeichnern gehörten unter anderem Bryan Cranston, Glenn Close, Ben Stiller, Pedro Pascal, Joaquin Phoenix, Sandra Hüller sowie Regisseure wie David Fincher, Denis Villeneuve, Yorgos Lanthimos und J. J. Abrams. Die Unterzeichner warnten vor einer weiteren Konzentration der Medienlandschaft, sinkenden Produktionsmöglichkeiten, weniger Beschäftigung im Produktionssektor und einer möglichen Verringerung der Angebotsvielfalt für das Publikum.


Paramount hatte diese Kritik zurückgewiesen und argumentiert, die Fusion solle die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stärken und neue Möglichkeiten für Kreative schaffen. Mit der Zustimmung des US-Justizministeriums ist die Übernahme jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen. Weitere regulatorische Verfahren in einzelnen Ländern sowie mögliche rechtliche Anfechtungen stehen teilweise noch aus. Dennoch gilt die Entscheidung der Kartellabteilung als einer der wichtigsten Meilensteine des gesamten Verfahrens. Sollte die Transaktion letztlich vollständig vollzogen werden, entstünde ein Medienkonzern, der unter anderem die Marken Warner Bros., New Line Cinema, DC Studios, HBO, HBO Max, CNN, Discovery, TNT Sports, Eurosport, Warner Bros. Television und Warner Bros. Games unter einem gemeinsamen Dach vereinen würde.

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