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Kartellprüfung abgeschlossen: EU Kommission genehmigt Übernahme von Sky durch RTL

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Die kartellrechtliche Prüfung ist abgeschlossen: Die Europäische Kommission hat die Übernahme von Sky Deutschland durch die RTL Group ohne Auflagen genehmigt und dem Zusammenschluss grünes Licht erteilt.


RTL-Logo neben Sky-Logo auf hellem Hintergrund – Symbolbild zur genehmigten Übernahme von Sky Deutschland durch RTL
Bildnachweis: © RTL / Sky Deutschland

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme der Sky-Geschäfte im deutschsprachigen Raum durch die RTL Group gemäß der EU-Fusionskontrollverordnung uneingeschränkt genehmigt. Wie die Behörde mitteilte, führe die Transaktion in keinem der untersuchten Märkte zu einer erheblichen Einschränkung des Wettbewerbs im Europäischen Wirtschaftsraum. Damit kann RTL Deutschland den Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland für einen Kaufpreis von rund 150 Millionen Euro übernehmen; zusätzliche variable Zahlungen von bis zu 377 Millionen Euro sind abhängig von der Entwicklung des RTL-Aktienkurses möglich. Die Muttergesellschaft von Sky, Comcast, erhält neben der festen Zahlung eine erfolgsabhängige Beteiligung. Laut RTL sollen innerhalb von drei Jahren Synergien in Höhe von rund 250 Millionen Euro entstehen, vor allem durch nicht näher definierte Kosteneffekte.


Das Closing, also der finale Vollzug der Transaktion, wird bis Anfang des Sommers erwartet, der operative Zusammenschluss ist für Juli angekündigt. Im Zentrum der kartellrechtlichen Prüfung standen laut Kommission vier Kernbereiche: der Erwerb und die Vermarktung audiovisueller Inhalte, der Großhandel mit TV-Kanälen und Streamingdiensten, der Endkundenmarkt für TV- und Streaming-Abonnements sowie der Werbemarkt. In allen Segmenten kam die Behörde zu dem Ergebnis, dass RTL und Sky keine engen direkten Wettbewerber seien und auch nach dem Zusammenschluss ausreichender Wettbewerb bestehen bleibe. Insbesondere verwies die Kommission auf den anhaltend hohen Wettbewerbsdruck durch globale Plattformen wie Netflix sowie auf alternative Anbieter und niedrige Markteintrittsbarrieren.


Auch im Werbemarkt sah Brüssel keine kritische Marktmacht: Zwar hatte RTL im Vorfeld Zusagen angeboten, diese wurden nach eingehender Prüfung jedoch als nicht erforderlich bewertet. RTL-CEO Thomas Rabe bezeichnete die Genehmigung als „bedeutenden Meilenstein“ und verwies auf die Notwendigkeit europäischer Zusammenschlüsse zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Auch bei Sky wird die Entscheidung als Weichenstellung bewertet. Dana Strong spricht von einem wichtigen „Meilenstein in dieser Transaktion“ und betont, Sky Deutschland habe zuletzt „so viele Kunden wie nie zuvor“ erreicht. Der Zusammenschluss mit RTL schaffe „neue Chancen für beschleunigtes Wachstum und stärkt das Geschäft langfristig“.


Der designierte Chef des kombinierten Unternehmens, Stephan Schmitter, hebt die Marktposition hervor: „Mit mehr als 12 Millionen Abonnenten sind wir gut aufgestellt, um den ständigen Wandel des Videomarktes aktiv zu gestalten.“ Ziel sei ein integriertes Angebot „von unabhängigen Nachrichten über Premium-Unterhaltung bis hin zu Live-Sport“, das „über alle Kanäle hinweg“ verfügbar sei. Für Abonnenten von Sky, WOW und RTL+ bleibt kurzfristig zunächst alles unverändert: Bestehende Verträge laufen weiter und die Plattformen bleiben getrennt. Mittelfristig dürfte jedoch eine stärkere Integration folgen – etwa durch kombinierte Abo-Modelle oder gebündelte Inhalte. Damit könnte sich die Fragmentierung des Marktes innerhalb dieses neuen Verbunds verringern, während gleichzeitig neue Preis- und Angebotsstrukturen entstehen.

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