Kulturstaatsminister Weimer verleiht Deutschen Drehbuchpreis 2026 an Lena Liberta
- Toni Schindele

- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit
Mit einer Auszeichnung für ein bislang unverfilmtes Drehbuch ist der Deutsche Drehbuchpreis des Deutschen Drehbuchverbands vergeben worden. Prämiert wurde Lena Libertas Buch „Auf einmal drüben“.

Im Rahmen des Empfangs des Deutschen Drehbuchverbands während der Berlinale hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer den Deutschen Drehbuchpreis 2026 verliehen. Die mit bis zu 30.000 Euro dotierte Auszeichnung ging an die Autorin Lena Liberta für ihr Drehbuch „Auf einmal drüben“. Der Preis wird seit 1988 vom Bund vergeben und soll die Bedeutung professioneller Drehbucharbeit für die Qualität des deutschen Films unterstreichen. Vorschlagsberechtigt sind ausschließlich Filmfördereinrichtungen der Länder, die FFA, das Kuratorium junger deutscher Film, zuständige Verbände sowie Institutionen aus Dramaturgie und Verlagswesen. Berücksichtigt werden nur Stoffe, deren Verfilmung frühestens im Jahr der Preisverleihung beginnt.
Die Fördersumme ist zweckgebunden: Bis zu 20.000 Euro können auf Antrag in die Weiterentwicklung des prämierten Buchs investiert werden; in begründeten Fällen ist auch eine Projektentwicklung auf Basis des ausgezeichneten Stoffes oder die Arbeit an einem neuen Drehbuch möglich. In seiner Rede betonte Weimer die strukturelle Funktion des Drehbuchs für die Filmproduktion: „Ein klug konzipiertes Drehbuch ist das Herzstück jeder erfolgreichen Filmproduktion. Erst entlang dieses Bauplans können Regisseure, Schauspieler und alle weiteren Gewerke einem Film Leben einhauchen.“ Mit Blick auf die jüngste Filmförderreform verwies er auf verbesserte Rahmenbedingungen insbesondere für die Drehbuchentwicklung. Der Bund unterstreiche mit der Auszeichnung seit Jahrzehnten die fundamentale Bedeutung des Schreibens für die Qualität des deutschen Kinofilms.
Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr „Auf einmal drüben“ von Lena Liberta. Das Drehbuch erzählt aus der Perspektive eines zehnjährigen Mädchens vom Umbruch im November 1989. Im Zentrum steht Paula, eine engagierte Jungpionierin und Musterschülerin, deren vertraute Ordnung mit dem Fall der Mauer ins Wanken gerät. Während Erwachsene zwischen Euphorie, Unsicherheit und Rückzug schwanken, verliert auch ihr Lieblingslehrer den Halt. Die Geschichte verbindet persönliche Verunsicherung mit gesellschaftlicher Transformation und setzt auf die kindliche Wahrnehmung eines historischen Moments. Neben Liberta waren „Der zweite Stern von rechts“ von David Ungureit und Markus Dietrich sowie „Kaschiert“ von Claudia Schaefer nominiert. Der Jury gehörten Elke Brand, Jan Braren, Brigitte Drodtloff, Toks Körner und Edzard Onneken an.





Kommentare