„Percy Jackson“, „Ice Age“ und mehr: Disney öffnet seinen Katalog für Netflix

Für manche Disney-Filme und -Serien reicht künftig auch ein Netflix-Abo: Den Anfang machen „Percy Jackson: Die Serie“ und „Ice Age“, weitere Titel sollen folgen. Allerdings bleiben die Neuzugänge nur für begrenzte Zeit im Programm.

Disney schickt Percy Jackson, Sid und Co. zur Konkurrenz: Ausgewählte Filme und Serien des Konzerns sind künftig zeitweise auch bei Netflix zu sehen. Zum Auftakt gehören seit dem 4. Oktober weltweit die ersten beiden Staffeln von „Percy Jackson: Die Serie“ und die fünf bisherigen „Ice Age“-Kinofilme dazu – jeweils für drei Monate. Weitere Titel sollen folgen, darunter auch Filme von Pixar und Walt Disney Animation, die Disney lange vom Angebot des Konkurrenten fernhalten wollte. Der Zeitpunkt dürfte dabei kaum zufällig gewählt sein. Mit der nächsten Staffel von „Percy Jackson: Die Serie“ und „Ice Age: Boiling Point“ stehen neue Veröffentlichungen an, für die ein Gastspiel bei Netflix zusätzliche Aufmerksamkeit schaffen kann.
Wer dort die bisherigen Abenteuer entdeckt, findet womöglich auch an den Fortsetzungen Gefallen. Bei „Percy Jackson: Die Serie“ würde der Weg dann zu Disney+ führen, wo die neue Staffel exklusiv erscheinen soll. Netflix wird damit für Disney zugleich zur Einnahmequelle und zur Werbefläche. Das vereinbarte Paket reicht allerdings deutlich über die beiden Reihen hinaus. Netflix erhält unter anderem „Will Trent“, „Shifting Gears“ und international mehrere Staffeln von „Tracker“ sowie zahlreiche ältere Disney-Serien. Bestehende Lizenzen für „Grey’s Anatomy“, „Scandal“ und „Black-ish“ werden fortgeführt. Für neue Staffeln laufender Serien ändert sich dagegen weitgehend nichts: Sie erscheinen weiterhin bei den bisherigen Disney-Angeboten und Sendern.
Welche Titel wann bei Netflix verfügbar sind, unterscheidet sich je nach Region. Ab Anfang 2027 sollen außerdem ausgewählte Animationsfilme hinzukommen, darunter „Soul“, „Elio“ und „Raya und der letzte Drache“. Gerade diese Auswahl zeigt, wie weit sich Disney inzwischen von seiner früheren Haltung entfernt hat. Noch im November 2023 hatte der damalige Konzernchef Bob Iger erklärt, die Kernmarken Disney, Pixar, Marvel und „Star Wars“ nicht an Netflix lizenzieren zu wollen. Schon im Mai 2024 schlug er jedoch einen offeneren Ton an: Ältere Produktionen könnten auf anderen Plattformen ein neues Publikum finden und zusätzlich Geld einbringen. Mit den angekündigten Pixar- und Disney-Animationsfilmen geht der Konzern diesen Weg nun auch bei Marken, die Iger zuvor ausdrücklich ausgenommen hatte.
Eine umfassende Öffnung des Disney-Katalogs bedeutet das allerdings nicht. Der Deal betrifft ausgewählte Titel, die Netflix für einen begrenzten Zeitraum zeigen darf; die Rechte bleiben bei Disney. Marvel und „Star Wars“ sind vorerst ebenso wenig Teil des Pakets wie ein Großteil der neuen Produktionen, mit denen der Konzern Zuschauer an seine eigenen Angebote binden will. Disney folgt damit einer Entwicklung, die bei anderen Hollywoodstudios längst begonnen hat. Warner Bros. Discovery gibt seit 2023 ausgewählte HBO-Serien zusätzlich an Netflix weiter. NBCUniversal überlässt dem Dienst ab 2027 neue Realfilme zeitweise sogar exklusiv.
Die wichtigsten Titel des Disney-Netflix-Deals im Überblick:
Seit 4. Oktober 2026
„Percy Jackson: Die Serie“ – Staffel 1 und 2, weltweit für drei Monate
„Ice Age“ 1–5 – weltweit für drei Monate
Ab November 2026
„Will Trent“ – Staffel 1 bis 4, ab 3. November weltweit
Ab 2027
„Shifting Gears“ – Staffel 1 und 2, international ab Januar
„Tracker“ – Staffel 1 bis 3, international außerhalb der USA ab 26. Februar
„Soul“
„Elio“
„Raya und der letzte Drache“
weitere bislang nicht genannte Disney-/Pixar-Animationsfilme
Nach Jahren, in denen möglichst viele Filme und Serien vor allem den eigenen Streamingdienst stärken sollten, gewinnt das Geschäft mit der Konkurrenz wieder an Bedeutung. Für die Studios kann es sich lohnen, mit älteren Titeln anderswo noch einmal Geld zu verdienen, während neue Veröffentlichungen zunächst dem eigenen Angebot vorbehalten bleiben. Auch für verschwundene Disney+-Produktionen wirft diese Entwicklung eine interessante Frage auf: Könnten Serien wie „Willow“ auf diesem Weg zurückkehren? Mit „The Mysterious Benedict Society“ und „Crater“ gibt es bereits Beispiele für entfernte Titel, die später andernorts wieder angeboten wurden. Daraus lässt sich allerdings noch keine Rückkehr von „Willow“ ableiten. Der Netflix-Deal zeigt zunächst nur, dass Disney mehr seiner Inhalte auch außerhalb der eigenen Plattform zugänglich macht. Ob die 2023 entfernte Fantasyserie dazugehört, bleibt offen – angekündigt ist bislang nichts.





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