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Stadtquartier statt Kinokomplex: Einem der größten Kinos Deutschlands droht der Abriss

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Mitten im Münchner Zentrum steht der Mathäser Filmpalast vor einer ungewissen Zukunft. Pläne des Grundstückseigentümers sehen einen Neubau vor, der das bestehende Kinogebäude verdrängen könnte – mit potenziell weitreichenden Folgen für die Kinolandschaft.


Außenansicht des Mathäser Filmpalasts in München an der Bayerstraße: modernes Glasgebäude zwischen Stachus und Hauptbahnhof, beleuchtete Kino-Fassade mit Filmplakaten, Passanten im Vordergrund.
Bildnachweis: Wikiolo, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der Mathäser Filmpalast liegt an der Bayerstraße zwischen Hauptbahnhof und Stachus und zählt zu den größten und umsatzstärksten Kinos Deutschlands. Mit 14 Sälen und 3.832 Sitzplätzen ist der Mathäser eines der größten Multiplex-Kinos Deutschlands. Der Standort ist vollständig digitalisiert, bietet 3D-Technik, mehrere Dolby-Atmos-Säle, D-BOX-Sitze sowie einen Dolby-Cinema-Premiumsaal. Im größten Saal Bayerns mit 783 Plätzen finden dort regelmäßig Welt- und Deutschlandpremieren großer Produktionen statt, in den vergangenen Monaten wurden hier unter anderem „Das Kanu des Manitu“, „Neo Nuggets“, ein neuer „Bibi Blocksberg“-Film sowie zuletzt „Woodwalkers 2“ erstmals einem Publikum präsentiert. Das Kino befindet sich im Eigentum einer Immobiliengesellschaft des Schweizer Versicherungskonzerns Zurich, die nun neue Pläne für diesen Standort hat.


Hintergrund ist ein Antrag auf einen sogenannten Vorbescheid, den der Grundstückseigentümer bei der Münchner Lokalbaukommission eingereicht hat. Geplant ist ein neues, multifunktionales Stadtquartier mit Wohnungen, Büros und Einzelhandel. Eigentümerin des Grundstücks ist eine Immobiliengesellschaft des Schweizer Versicherungskonzerns Zurich. Für die Entwurfsplanung des Neubauprojekts wurde das Münchner Architekturbüro Allmann Wappner beauftragt. Aktuell soll es nur eine große Ideenskizze  aus der Bauvoranfrage vorliegen, die darauf hindeuten soll, dass ein Kino – falls überhaupt – nur noch in reduzierter Form vorgesehen wäre. Zwar handelt es sich bislang lediglich um eine frühe Phase im Genehmigungsverfahren, doch in Politik und Branche wächst die Sorge, dass ein zentraler Kinostandort aus dem Münchner Stadtzentrum verdrängt werden könnte.


Stadtteilpolitiker verweisen darauf, dass der Mathäser zu den wirtschaftlich stärksten Kinos Deutschlands zählt und mit seiner technischen Ausstattung, dem vielfältigen Programm und der zentralen Verkehrsanbindung kaum ersetzbar sei. Auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter betonte auf tz-Anfrage die große Bedeutung des Mathäser-Kinos und warnt, ein Wegfall wäre ein herber Einschnitt für die Stadt. Zugleich verweist er darauf, dass es derzeit keine belastbaren Hinweise auf ein Aus gebe und nach Angaben des Investors Gespräche über eine künftige Integration des Kinos in das geplante Quartier laufen. Dies zeige, so Reiter, dass die Bedeutung des Standorts erkannt sei und in die weiteren Planungen einbezogen werde.

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