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Dank viralem TikTok-Hype: „Obsession“ gelingt an den Kinokassen etwas, das heute fast nie mehr passiert

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Während viele Filme ihre stärksten Tage direkt zum Kinostart erleben, entwickelt sich „Obsession - Du sollst mich lieben“ erst in seiner zweiten Spielwoche zum Box-Office-Phänomen.


Nikki lächelt in einer warm beleuchteten Wohnzimmerszene aus „Obsession – Du sollst mich lieben“.
Bildnachweis: © 2026 FOCUS FEATURES LLC. ALL RIGHTS RESERVED.

Dass Filme nach dem Startwochenende Zuschauer verlieren, gehört zum normalen Ablauf des Kinogeschäfts. Besonders in den USA strömen viele Menschen direkt in den ersten Tagen ins Kino, weil große Werbekampagnen, Social Media und der allgemeine Hype das Interesse stark auf das Startwochenende konzentrieren. Danach flacht die Aufmerksamkeit meist schnell wieder ab. Deshalb gilt es bereits als sehr positives Zeichen, wenn ein Film am zweiten Wochenende nur vergleichsweise wenig Zuschauer verliert. Dass ein Film in seiner zweiten Woche plötzlich sogar noch deutlich mehr Geld einspielt als zum Start, kommt dagegen nur äußerst selten vor – vor allem nicht so deutlich wie jetzt bei „Obsession - Du sollst mich lieben“. Der Thriller von Filmemacher Curry Barker startete in den USA zunächst mit soliden 17 Millionen US-Dollar.


Am zweiten Wochenende stiegen die Einnahmen jedoch plötzlich auf rund 24 Millionen US-Dollar – ein Plus von etwa 39 Prozent. Damit entwickelte sich der Film nicht nur stabil, sondern gewann sogar massiv Publikum hinzu. Blumhouse-Produzent Jason Blum erklärte auf X sogar, ihm sei kein anderer Horrorfilm bekannt, der eine vergleichbare Entwicklung hingelegt habe. Das US-Branchenmagazin IndieWire ließ die Zahlen deshalb zusätzlich von Comscore analysieren – einem Unternehmen, dessen Box-Office-Daten in Hollywood als Industriestandard gelten. Laut Comscore existieren nur wenige vergleichbare Fälle. Filme wie „Jumanji: Willkommen im Dschungel“, „Der gestiefelte Kater: Der letzte Wunsch“ oder „Migration“ legten zwar ebenfalls am zweiten Wochenende zu, profitierten allerdings stark vom Weihnachtsgeschäft.


Besonders häufig wird aktuell „Sound of Freedom“ als Vergleich herangezogen, dessen zweites Wochenende um rund 39 Prozent anstieg. Allerdings gilt dieser Vergleich nur eingeschränkt als belastbar. „Sound of Freedom“ profitierte von einer aggressiven „Pay It Forward“-Ticketkampagne, politischer Mobilisierung, erheblichen Debatten um Verschwörungserzählungen und deutlich mehr Lichtspielhäusern, die den Film zeigten. Auffällig ist dabei vor allem, wie stark „Obsession - Du sollst mich lieben“ von sozialen Netzwerken getragen wird. Besonders die Gen-Z-Zielgruppe scheint den Film massiv zu unterstützen. Laut Deadline erreichte „Obsession - Du sollst mich lieben“ ein Social-Media-Universum von rund 102 Millionen Followern – ein ungewöhnlich hoher Wert für einen Independent-Horrorfilm mit einem Produktionsbudget von lediglich rund 750.000 bis 1 Million US-Dollar.


Besonders stark scheint dabei TikTok zu wirken. Forbes bezeichnete den Film bereits ausdrücklich als TikTok-Phänomen. Nutzer teilen dort Reaktionsvideos, Memes, Fan-Edits und

Nikki sitzt während eines Restaurant-Dinners mit ernstem, leicht verunsichertem Blick in einer warm ausgeleuchteten Szene aus „Obsession – Du sollst mich lieben“.
Bildnachweis: © 2026 FOCUS FEATURES LLC. ALL RIGHTS RESERVED.

nachgespielte Szenen. Im Zentrum dieses Hypes steht dabei vor allem eine Restaurant-Szene rund um die Figur Nikki, gespielt von Inde Navarrette. In der Szene wird Nikki bei einem Dinner-Date mit einer Lüge über ihren angeblich todkranken Vater konfrontiert und reagiert mit einem panischen „No, no, no“-Ausbruch mitten im Restaurant. Genau dieser Moment entwickelte sich laut Forbes zu einem der meistgenutzten Sounds rund um den Film auf TikTok.


Wie gigantisch der Erfolg von „Obsession - Du sollst mich lieben“ ist, verdeutlichen auch die Zahlen an den Kinokassen. Mit aktuell rund 90 Millionen eingespielten US-Dollar nach weniger als zwei Wochen hat der Film sein Produktionsbudget je nach Schätzung bereits etwa 90- bis 120-fach wieder eingespielt. Zum Vergleich: In Hollywood gilt ein Film meist dann als profitabel, wenn er ungefähr das Zwei- bis Zweieinhalbfache seines Budgets erreicht. „Obsession - Du sollst mich lieben“ hat diese Schwelle also längst überschritten. Sollte sich der Lauf ähnlich entwickeln wie bei viralen Horror-Hits der vergangenen Jahre, könnte langfristig sogar ein Einspielergebnis von deutlich über 150 Millionen US-Dollar realistisch werden. Bereits jetzt aber gehört der Film zu den größten Überraschungserfolgen des Kinojahres.


Hierzulande müssen wir übrigens noch rund vier Wochen warten, bis wir den Film auch auf der großen Leinwand sehen können. Denn in Deutschland startet „Obsession - Du sollst mich lieben“ erst am 25. Juni 2026 und kommt damit nun auch mit erheblichem internationalem Vorab-Hype in die Kinos. Inhaltlich erzählt der Thriller von dem hoffnungslos verliebten Bear, der mithilfe eines magischen „One-Wish-Willow“ versucht, seinen Crush für sich zu gewinnen. Der Wunsch scheint zunächst in Erfüllung zu gehen, entwickelt jedoch schnell unheimliche Konsequenzen. Der Film feierte 2025 beim Toronto International Film Festival Premiere und war dort in der Sektion „Midnight Madness“ nominiert.

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