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Die Oscar-Nominierungen 2026 sind da: Favoriten, Überraschungen und Enttäuschungen

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • vor 7 Stunden
  • 7 Min. Lesezeit

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat die Nominierungen für die 98. Oscar-Verleihung bekanntgegeben. „Blood & Sinners“ und „One Battle After Another“ führen dabei das Rennen an.


Vier Filmszenen der Oscar-nominierten Filme: Ein Mann mit Gewehr in staubiger Landschaft („One Battle After Another“), eine junge Frau in historischer Kleidung mit gefalteten Händen („Hamnet“), ein Tischtennisspieler mit rotem Schläger im Wettkampf („Marty Supreme“) und ein elegant gekleideter Mann im Anzug und Hut („Blood & Sinners“).
Bildnachweis: (1) Photo Courtesy Warner Bros. Pictures (2) © 2025 FOCUS FEATURES LLC. ALL RIGHTS RESERVED. (3) © Tobis Film (4) © 2025 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

Die Oscars – offiziell die Academy Awards – sind die bekanntesten Filmpreise der Welt. Verliehen werden sie seit 1929 jedes Jahr von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, einem Zusammenschluss aus mehreren tausend Filmschaffenden aus allen Gewerken. Jetzt wurden die Nominierungen für die diesjährige 98. Verleihung bekanntgegeben, bei der bereits auf aller Welt ganz genau hingesehen wird. Denn schon eine Nominierung bei den Academy Awards gilt als Qualitätssiegel. In Agentur-Mails, bei Casting-Listen oder Finanzierungsrunden wirkt der Zusatz „Oscar-nominiert“ wie ein Türöffner – auch ohne Sieg. Academy-Präsidentin Lynette Howell Taylor betonte in ihrer Eröffnungsrede die globale Reichweite der Verleihung, die Bedeutung menschlicher Erzählungen in einer technologisch geprägten Zeit und erinnerte daran, „dass das Herz des Films unverkennbar menschlich ist – und es immer bleiben wird“.


Zum Abschluss verwies Howell Taylor auf eine Neuerung: Erstmals wird ein Oscar für herausragende Casting-Leistungen vergeben. Die Nominierten wurden anschließend von der für den Oscar nominierten Schauspielerin Danielle Brooks und Schauspieler Lewis Pullman verkündet. Im Zentrum der diesjährigen Nominierungen steht eindeutig „Blood & Sinners“. Der Film erhielt 16 Nominierungen und stellte damit einen neuen Rekord in der Oscar-Geschichte auf. Nominiert ist das Werk unter anderem als „Bester Film“, für Regie und Originaldrehbuch, für Haupt- und Nebendarsteller sowie in nahezu allen technischen Kategorien – von Kamera, Schnitt und Ton über Szenenbild, Kostüm und Maske bis hin zu visuellen Effekten und dem neu geschaffenen Casting-Oscar. Damit übertrifft „Blood & Sinners“ frühere Spitzenreiter wie „Alles über Eva“, „Titanic“ und „La La Land“, die jeweils auf 14 Nominierungen kamen.


Mit 13 Nominierungen folgt Paul Thomas Andersons „One Battle After Another“ und sorgt damit für einen außergewöhnlich starken Jahrgang für Warner Bros., das insgesamt 30 Nominierungen verbuchen konnte – so viele wie zuletzt 2005. Ebenfalls stark vertreten sind „Frankenstein“, „Marty Supreme“ und „Sentimental Value“ mit jeweils neun Nominierungen sowie „Hamnet“ mit acht Nennungen. Wenn wir schon bei der Zahl 30 sind: Mit 30 Jahren ist Timothée Chalamet, nominiert für „Marty Supreme“, der jüngste männliche Schauspieler mit drei Oscar-Nominierungen. Ein Rekord gelang auch Steven Spielberg, der für „Hamnet“ seine 14. Nominierung als Produzent in der Kategorie „Bester Film“ erhielt. Auffällig ist zudem die internationale Ausrichtung der Academy. In diesem Jahr wurden vier nicht-englischsprachige Schauspielleistungen nominiert – so viele wie nie zuvor.


Damit wird ein Rekord aus dem Jahr 1976 übertroffen. Zugleich wurden mit „The Secret Agent“ und „Sentimental Value“ gleich zwei nicht-englischsprachige Filme sowohl als „Bester Film“ als auch als „Bester internationaler Film“ nominiert. Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem Wagner Moura, der als erster brasilianischer Schauspieler für den Oscar als „Bester Hauptdarsteller“ nominiert wurde. Für seine Rolle in „The Secret Agent“ tritt er gegen Timothée Chalamet, Leonardo DiCaprio, Ethan Hawke und Michael B. Jordan an. Moura hatte für denselben Film bereits den Golden Globe gewonnen. Wie jedes Jahr prägen nicht nur Nominierungen, sondern auch sogenannte Snubs die Diskussion. Auffällig ist das Ausbleiben von Ariana Grande, deren Nominierung für „Wicked: For Good“ im Vorfeld als aussichtsreich galt, während der Film insgesamt kaum berücksichtigt wurde.


Aber auch Paul Mescal erhielt für „Hamnet“ keine Schauspielnominierung, obwohl der Film insgesamt achtmal genannt wurde. Ebenfalls überraschend: Guillermo del Toro ging trotz der starken Präsenz von „Frankenstein“ in mehreren Kategorien in der Regie-Kategorie leer aus. Die 98. Oscar-Verleihung wird am 15. März 2026 im Dolby Theatre in Hollywood stattfinden, moderiert von Conan O’Brien. In Deutschland wird die Gala traditionell live im Free-TV übertragen, ergänzt durch Streaming-Angebote. In Deutschland gibt es mehrere Möglichkeiten, die Oscar-Nacht live zu verfolgen. Die zentrale TV-Anlaufstelle bleibt ProSieben, das die Verleihung in der Nacht zum Montag live im Free-TV überträgt, inklusive Vorberichterstattung und Red-Carpet-Sendung. Parallel dazu ist die Gala im Livestream über Joyn abrufbar und kann dort auch über mobile Endgeräte oder Smart-TVs verfolgt werden. Außerdem zählt auch Disney+ in Deutschland zu den internationalen Übertragungspartnern der Oscars.


Nachfolgend alle Oscar-Nominierungen in der Übersicht:


In der Kategorie „Bester Film“:

  • Bugonia

  • „F1 - Der Film“

  • Frankenstein

  • „Hamnet“

  • Marty Supreme

  • One Battle after Another

  • The Secret Agent

  • Sentimental Value

  • „Blood & Sinners“

  • Train Dreams


In der Kategorie „Beste Regie“:

  • Chloé Zhao für „Hamnet“

  • Josh Safdie fürMarty Supreme

  • Paul Thomas Anderson fürOne Battle after Another

  • Joachim Trier fürSentimental Value

  • Ryan Coogler für „Blood & Sinners“


In der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“:

  • Timothée Chalamet für Marty Supreme

  • Leonardo DiCaprio fürOne Battle after Another

  • Ethan Hawke fürBlue Moon

  • Michael B. Jordan für „Blood & Sinners“

  • Wagner Moura fürThe Secret Agent


In der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“:

  • Jessie Buckley für „Hamnet“

  • Rose Byrne fürIf I Had Legs I'd Kick You

  • Kate Hudson fürSong Sung Blue

  • Renate Reinsve fürSentimental Value

  • Emma Stone für „Bugonia


In der Kategorie „Bester Nebendarsteller“:

  • Benicio Del Toro fürOne Battle after Another

  • Jacob Elordi fürFrankenstein

  • Delroy Lindo für „Blood & Sinners“

  • Sean Penn fürOne Battle after Another

  • Stellan Skarsgård für „Sentimental Value


In der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“:

  • Elle Fanning fürSentimental Value

  • Inga Ibsdotter Lilleaas fürSentimental Value

  • Amy Madigan für „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“

  • Wunmi Mosaku für „Blood & Sinners“

  • Teyana Taylor für „One Battle after Another


In der Kategorie „Bestes Originaldrehbuch“:

  • Robert Kaplow fürBlue Moon

  • Jafar Panahi, Nader Saïvar, Shadmehr Rastin und Mehdi Mahmoudian fürEin Einfacher Unfall

  • Ronald Bronstein und Josh Safdie fürMarty Supreme

  • Eskil Vogt und Joachim Trier fürSentimental Value

  • Ryan Coogler für „Blood & Sinners


In der Kategorie „Bestes adaptiertes Drehbuch“:

  • Will Tracy fürBugonia

  • Guillermo del Toro fürFrankenstein

  • Chloé Zhao und Maggie O'Farrell für „Hamnet

  • Paul Thomas Anderson fürOne Battle after Another

  • Clint Bentley und Greg Kwedar fürTrain Dreams


In der Kategorie „Beste Kamera“:

  • Dan Laustsen für „Frankenstein“

  • Darius Khondji fürMarty Supreme

  • Michael Bauman fürOne Battle after Another

  • Autumn Durald Arkapaw für „Blood & Sinners“

  • Adolpho Veloso fürTrain Dreams


In der Kategorie „Bestes Casting“:

  • Nina Gold für „Hamnet“

  • Jennifer Venditti fürMarty Supreme

  • Cassandra Kulukundis fürOne Battle after Another

  • Gabriel Domingues fürThe Secret Agent

  • Francine Maisler für „Blood & Sinners“


In der Kategorie „Beste Filmmusik“:

  • Jerskin Fendrix für „Bugonia“

  • Alexandre Desplat fürFrankenstein

  • Max Richter für „Hamnet“

  • Jonny Greenwood für One Battle after Another

  • Ludwig Goransson für „Blood & Sinners


In der Kategorie „Bester Filmsong“:

  • Dear Me“ aus „Diane Warren: Relentless“ – Musik und Text: Diane Warren

  •  „Golden“ aus „KPop Demon Hunters“ – Musik und Text: EJAE, Mark Sonnenblick, Joong Gyu Kwak, Yu Han Lee, Hee Dong Nam, Jeong Hoon Seon und Teddy Park

  • "I Lied To You“ aus „Blood & Sinners“ – Musik und Text: Raphael Saadiq und Ludwig Goransson

  • Sweet Dreams Of Joy“ aus „Viva Verdi!“ – Musik und Text: Nicholas Pike

  • Train Dreams“ aus „Train Dreams“ – Musik und Text: Nick Cave and Bryce Dessner und Nick Cave


In der Kategorie „Bester Schnitt“:

  • Stephen Mirrione für „F1 - Der Film“

  • Ronald Bronstein und Josh Safdie fürMarty Supreme

  • Andy Jurgensen fürOne Battle after Another

  • Olivier Bugge Coutté fürSentimental Value

  • Michael P. Shawver für „Blood & Sinners


In der Kategorie „Bester Kurzfilm“:

  • Butcher's Stain

  • A Friend of Dorothy

  • Jane Austen's Period Drama

  • The Singers

  • Two People Exchanging Saliva


In der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“:

  • The Alabama Solution

  • Come See Me in the Good Ligh

  • Cutting through Rocks

  • Mr. Nobody against Putin

  • The Perfect Neighbor


In der Kategorie „Bester Dokumentar-Kurzfilm“:

  • All the Empty Rooms

  • Armed Only with a Camera: The Life and Death of Brent Renaud

  • Children No More: "Were and Are Gone

  • The Devil Is Busy

  • Perfectly a Strangeness


In der Kategorie „Bester animierter Kurzfilm“:

  • Butterfly

  • Forevergreen

  • The Girl Who Cried Pearls

  • Retirement Plan

  • The Three Sisters


In der Kategorie „Bester Animationsfilm“:

  • Arco

  • Elio

  • KPop Demon Hunters

  • „Little Amélie or The Character of Rain“

  • „Zoomania 2“


In der Kategorie „Bestes Kostümdesign“:

  • Deborah L. Scott fürAvatar: Fire and Ash

  • Kate Hawley fürFrankenstein

  • Malgosia Turzanska fürHamnet

  • Miyako Bellizzi für „Marty Supreme

  • Ruth E. Carter für „Blood & Sinners


In der Kategorie „Bestes Szenenbild“:

  • Tamara Deverell und Shane Vieau für „Frankenstein

  • Fiona Crombie und Alice Felton für „Hamnet

  • Jack Fisk und Adam Willis fürMarty Supreme

  • Florencia Martin und Anthony Carlino für „One Battle after Another

  • Hannah Beachler und Monique Champag für „Blood & Sinners


In der Kategorie „Bestes Make-up und beste Frisuren“

  • Mike Hill, Jordan Samuel and Cliona Furey fürFrankenstein

  • Kyoko Toyokawa, Naomi Hibino und Tadashi Nishimatsu für „Kokuho

  • Ken Diaz, Mike Fontaine und Shunika Terry für „Blood & Sinners

  •  Kazu Hiro, Glen Griffin and Bjoern Rehbein für The Smashing Machine

  • Thomas Foldberg und Anne Cathrine Sauerberg für „The Ugly Stepsister


In der Kategorie „Bester Ton“

  • Gareth John, Al Nelson, Gwendolyn Yates Whittle, Gary A. Rizzo und Juan Peralta für „F1 - Der Film“

  • Greg Chapman, Nathan Robitaille, Nelson Ferreira, Christian Cooke and Brad Zoern für Frankenstein

  • José Antonio García, Christopher Scarabosio und Tony Villaflor fürOne Battle after Another

  • Chris Welcker, Benjamin A. Burtt, Felipe Pacheco, Brandon Proctor und Steve Boeddeker für „Blood & Sinners“

  • Amanda Villavieja, Laia Casanovas and Yasmina Praderas für „Blood & Sinners“


In der Kategorie „Beste visuelle Effekte“:

  • Joe Letteri, Richard Baneham, Eric Saindon und Daniel Barrett fürAvatar: Fire and Ash

  • Ryan Tudhope, Nicolas Chevallier, Robert Harrington und Keith Dawson fürF1

  • David Vickery, Stephen Aplin, Charmaine Chan und Neil Corbould fürJurassic World: Die Wiedergeburt

  • Charlie Noble, David Zaretti, Russell Bowen und Brandon K. McLaughlin fürThe Lost Bus

  • Michael Ralla, Espen Nordahl, Guido Wolter und Donnie Dean für „Blood & Sinners“


In der Kategorie „Bester internationaler Film“:

  • Ein Einfacher Unfall“ aus Frankreich

  • „The Secret Agent“ aus Brasilien

  • „Sentimental Value“ aus Norwegen

  • „Sirāt“ aus Spanien

  • Die Stimme von Hind Rajab“ aus Tunesien

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