Die Oscar-Nominierungen 2026 sind da: Favoriten, Überraschungen und Enttäuschungen
- Toni Schindele

- vor 7 Stunden
- 7 Min. Lesezeit
Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat die Nominierungen für die 98. Oscar-Verleihung bekanntgegeben. „Blood & Sinners“ und „One Battle After Another“ führen dabei das Rennen an.

Die Oscars – offiziell die Academy Awards – sind die bekanntesten Filmpreise der Welt. Verliehen werden sie seit 1929 jedes Jahr von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, einem Zusammenschluss aus mehreren tausend Filmschaffenden aus allen Gewerken. Jetzt wurden die Nominierungen für die diesjährige 98. Verleihung bekanntgegeben, bei der bereits auf aller Welt ganz genau hingesehen wird. Denn schon eine Nominierung bei den Academy Awards gilt als Qualitätssiegel. In Agentur-Mails, bei Casting-Listen oder Finanzierungsrunden wirkt der Zusatz „Oscar-nominiert“ wie ein Türöffner – auch ohne Sieg. Academy-Präsidentin Lynette Howell Taylor betonte in ihrer Eröffnungsrede die globale Reichweite der Verleihung, die Bedeutung menschlicher Erzählungen in einer technologisch geprägten Zeit und erinnerte daran, „dass das Herz des Films unverkennbar menschlich ist – und es immer bleiben wird“.
Zum Abschluss verwies Howell Taylor auf eine Neuerung: Erstmals wird ein Oscar für herausragende Casting-Leistungen vergeben. Die Nominierten wurden anschließend von der für den Oscar nominierten Schauspielerin Danielle Brooks und Schauspieler Lewis Pullman verkündet. Im Zentrum der diesjährigen Nominierungen steht eindeutig „Blood & Sinners“. Der Film erhielt 16 Nominierungen und stellte damit einen neuen Rekord in der Oscar-Geschichte auf. Nominiert ist das Werk unter anderem als „Bester Film“, für Regie und Originaldrehbuch, für Haupt- und Nebendarsteller sowie in nahezu allen technischen Kategorien – von Kamera, Schnitt und Ton über Szenenbild, Kostüm und Maske bis hin zu visuellen Effekten und dem neu geschaffenen Casting-Oscar. Damit übertrifft „Blood & Sinners“ frühere Spitzenreiter wie „Alles über Eva“, „Titanic“ und „La La Land“, die jeweils auf 14 Nominierungen kamen.
Mit 13 Nominierungen folgt Paul Thomas Andersons „One Battle After Another“ und sorgt damit für einen außergewöhnlich starken Jahrgang für Warner Bros., das insgesamt 30 Nominierungen verbuchen konnte – so viele wie zuletzt 2005. Ebenfalls stark vertreten sind „Frankenstein“, „Marty Supreme“ und „Sentimental Value“ mit jeweils neun Nominierungen sowie „Hamnet“ mit acht Nennungen. Wenn wir schon bei der Zahl 30 sind: Mit 30 Jahren ist Timothée Chalamet, nominiert für „Marty Supreme“, der jüngste männliche Schauspieler mit drei Oscar-Nominierungen. Ein Rekord gelang auch Steven Spielberg, der für „Hamnet“ seine 14. Nominierung als Produzent in der Kategorie „Bester Film“ erhielt. Auffällig ist zudem die internationale Ausrichtung der Academy. In diesem Jahr wurden vier nicht-englischsprachige Schauspielleistungen nominiert – so viele wie nie zuvor.
Damit wird ein Rekord aus dem Jahr 1976 übertroffen. Zugleich wurden mit „The Secret Agent“ und „Sentimental Value“ gleich zwei nicht-englischsprachige Filme sowohl als „Bester Film“ als auch als „Bester internationaler Film“ nominiert. Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem Wagner Moura, der als erster brasilianischer Schauspieler für den Oscar als „Bester Hauptdarsteller“ nominiert wurde. Für seine Rolle in „The Secret Agent“ tritt er gegen Timothée Chalamet, Leonardo DiCaprio, Ethan Hawke und Michael B. Jordan an. Moura hatte für denselben Film bereits den Golden Globe gewonnen. Wie jedes Jahr prägen nicht nur Nominierungen, sondern auch sogenannte Snubs die Diskussion. Auffällig ist das Ausbleiben von Ariana Grande, deren Nominierung für „Wicked: For Good“ im Vorfeld als aussichtsreich galt, während der Film insgesamt kaum berücksichtigt wurde.
Aber auch Paul Mescal erhielt für „Hamnet“ keine Schauspielnominierung, obwohl der Film insgesamt achtmal genannt wurde. Ebenfalls überraschend: Guillermo del Toro ging trotz der starken Präsenz von „Frankenstein“ in mehreren Kategorien in der Regie-Kategorie leer aus. Die 98. Oscar-Verleihung wird am 15. März 2026 im Dolby Theatre in Hollywood stattfinden, moderiert von Conan O’Brien. In Deutschland wird die Gala traditionell live im Free-TV übertragen, ergänzt durch Streaming-Angebote. In Deutschland gibt es mehrere Möglichkeiten, die Oscar-Nacht live zu verfolgen. Die zentrale TV-Anlaufstelle bleibt ProSieben, das die Verleihung in der Nacht zum Montag live im Free-TV überträgt, inklusive Vorberichterstattung und Red-Carpet-Sendung. Parallel dazu ist die Gala im Livestream über Joyn abrufbar und kann dort auch über mobile Endgeräte oder Smart-TVs verfolgt werden. Außerdem zählt auch Disney+ in Deutschland zu den internationalen Übertragungspartnern der Oscars.
Nachfolgend alle Oscar-Nominierungen in der Übersicht:
In der Kategorie „Bester Film“:
„Bugonia“
„F1 - Der Film“
„Frankenstein“
„Hamnet“
„Marty Supreme“
„One Battle after Another“
„The Secret Agent“
„Sentimental Value“
„Blood & Sinners“
„Train Dreams“
In der Kategorie „Beste Regie“:
Chloé Zhao für „Hamnet“
Josh Safdie für „Marty Supreme“
Paul Thomas Anderson für „One Battle after Another“
Joachim Trier für „Sentimental Value“
Ryan Coogler für „Blood & Sinners“
In der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“:
Timothée Chalamet für „Marty Supreme“
Leonardo DiCaprio für „One Battle after Another“
Ethan Hawke für „Blue Moon“
Michael B. Jordan für „Blood & Sinners“
Wagner Moura für „The Secret Agent“
In der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“:
Jessie Buckley für „Hamnet“
Rose Byrne für „If I Had Legs I'd Kick You“
Kate Hudson für „Song Sung Blue“
Renate Reinsve für „Sentimental Value“
Emma Stone für „Bugonia“
In der Kategorie „Bester Nebendarsteller“:
Benicio Del Toro für „One Battle after Another“
Jacob Elordi für „Frankenstein“
Delroy Lindo für „Blood & Sinners“
Sean Penn für „One Battle after Another“
Stellan Skarsgård für „Sentimental Value“
In der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“:
Elle Fanning für „Sentimental Value“
Inga Ibsdotter Lilleaas für „Sentimental Value“
Amy Madigan für „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“
Wunmi Mosaku für „Blood & Sinners“
Teyana Taylor für „One Battle after Another“
In der Kategorie „Bestes Originaldrehbuch“:
Robert Kaplow für „Blue Moon“
Jafar Panahi, Nader Saïvar, Shadmehr Rastin und Mehdi Mahmoudian für „Ein Einfacher Unfall“
Ronald Bronstein und Josh Safdie für „Marty Supreme“
Eskil Vogt und Joachim Trier für „Sentimental Value“
Ryan Coogler für „Blood & Sinners“
In der Kategorie „Bestes adaptiertes Drehbuch“:
Will Tracy für „Bugonia“
Guillermo del Toro für „Frankenstein“
Chloé Zhao und Maggie O'Farrell für „Hamnet“
Paul Thomas Anderson für „One Battle after Another“
Clint Bentley und Greg Kwedar für „Train Dreams“
In der Kategorie „Beste Kamera“:
Dan Laustsen für „Frankenstein“
Darius Khondji für „Marty Supreme“
Michael Bauman für „One Battle after Another“
Autumn Durald Arkapaw für „Blood & Sinners“
Adolpho Veloso für „Train Dreams“
In der Kategorie „Bestes Casting“:
Nina Gold für „Hamnet“
Jennifer Venditti für „Marty Supreme“
Cassandra Kulukundis für „One Battle after Another“
Gabriel Domingues für „The Secret Agent“
Francine Maisler für „Blood & Sinners“
In der Kategorie „Beste Filmmusik“:
Jerskin Fendrix für „Bugonia“
Alexandre Desplat für „Frankenstein“
Max Richter für „Hamnet“
Jonny Greenwood für „One Battle after Another“
Ludwig Goransson für „Blood & Sinners“
In der Kategorie „Bester Filmsong“:
„Dear Me“ aus „Diane Warren: Relentless“ – Musik und Text: Diane Warren
„Golden“ aus „KPop Demon Hunters“ – Musik und Text: EJAE, Mark Sonnenblick, Joong Gyu Kwak, Yu Han Lee, Hee Dong Nam, Jeong Hoon Seon und Teddy Park
„"I Lied To You“ aus „Blood & Sinners“ – Musik und Text: Raphael Saadiq und Ludwig Goransson
„Sweet Dreams Of Joy“ aus „Viva Verdi!“ – Musik und Text: Nicholas Pike
„Train Dreams“ aus „Train Dreams“ – Musik und Text: Nick Cave and Bryce Dessner und Nick Cave
In der Kategorie „Bester Schnitt“:
Stephen Mirrione für „F1 - Der Film“
Ronald Bronstein und Josh Safdie für „Marty Supreme“
Andy Jurgensen für „One Battle after Another“
Olivier Bugge Coutté für „Sentimental Value“
Michael P. Shawver für „Blood & Sinners“
In der Kategorie „Bester Kurzfilm“:
„Butcher's Stain“
„A Friend of Dorothy“
„Jane Austen's Period Drama“
„The Singers“
„Two People Exchanging Saliva“
In der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“:
„The Alabama Solution“
„Come See Me in the Good Ligh“
„Cutting through Rocks“
„Mr. Nobody against Putin“
„The Perfect Neighbor“
In der Kategorie „Bester Dokumentar-Kurzfilm“:
„All the Empty Rooms“
„Armed Only with a Camera: The Life and Death of Brent Renaud“
„Children No More: "Were and Are Gone“
„The Devil Is Busy“
„Perfectly a Strangeness“
In der Kategorie „Bester animierter Kurzfilm“:
„Butterfly“
„Forevergreen“
„The Girl Who Cried Pearls“
„Retirement Plan“
„The Three Sisters“
In der Kategorie „Bester Animationsfilm“:
„Arco“
„Elio“
„KPop Demon Hunters“
„Little Amélie or The Character of Rain“
„Zoomania 2“
In der Kategorie „Bestes Kostümdesign“:
Deborah L. Scott für „Avatar: Fire and Ash“
Kate Hawley für „Frankenstein“
Malgosia Turzanska für „Hamnet“
Miyako Bellizzi für „Marty Supreme“
Ruth E. Carter für „Blood & Sinners“
In der Kategorie „Bestes Szenenbild“:
Tamara Deverell und Shane Vieau für „Frankenstein“
Fiona Crombie und Alice Felton für „Hamnet“
Jack Fisk und Adam Willis für „Marty Supreme“
Florencia Martin und Anthony Carlino für „One Battle after Another“
Hannah Beachler und Monique Champag für „Blood & Sinners“
In der Kategorie „Bestes Make-up und beste Frisuren“
Mike Hill, Jordan Samuel and Cliona Furey für „Frankenstein“
Kyoko Toyokawa, Naomi Hibino und Tadashi Nishimatsu für „Kokuho“
Ken Diaz, Mike Fontaine und Shunika Terry für „Blood & Sinners“
Kazu Hiro, Glen Griffin and Bjoern Rehbein für „The Smashing Machine“
Thomas Foldberg und Anne Cathrine Sauerberg für „The Ugly Stepsister“
In der Kategorie „Bester Ton“
Gareth John, Al Nelson, Gwendolyn Yates Whittle, Gary A. Rizzo und Juan Peralta für „F1 - Der Film“
Greg Chapman, Nathan Robitaille, Nelson Ferreira, Christian Cooke and Brad Zoern für „Frankenstein“
José Antonio García, Christopher Scarabosio und Tony Villaflor für „One Battle after Another“
Chris Welcker, Benjamin A. Burtt, Felipe Pacheco, Brandon Proctor und Steve Boeddeker für „Blood & Sinners“
Amanda Villavieja, Laia Casanovas and Yasmina Praderas für „Blood & Sinners“
In der Kategorie „Beste visuelle Effekte“:
Joe Letteri, Richard Baneham, Eric Saindon und Daniel Barrett für „Avatar: Fire and Ash“
Ryan Tudhope, Nicolas Chevallier, Robert Harrington und Keith Dawson für „F1“
David Vickery, Stephen Aplin, Charmaine Chan und Neil Corbould für „Jurassic World: Die Wiedergeburt“
Charlie Noble, David Zaretti, Russell Bowen und Brandon K. McLaughlin für „The Lost Bus“
Michael Ralla, Espen Nordahl, Guido Wolter und Donnie Dean für „Blood & Sinners“
In der Kategorie „Bester internationaler Film“:
„Ein Einfacher Unfall“ aus Frankreich
„The Secret Agent“ aus Brasilien
„Sentimental Value“ aus Norwegen
„Sirāt“ aus Spanien
„Die Stimme von Hind Rajab“ aus Tunesien





Kommentare