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Ensemble-Sieg für „Blood & Sinners“: Wer hat alles bei den The Actor Awards gewonnen?

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • vor 19 Stunden
  • 7 Min. Lesezeit

Mit den 32. The Actor Awards hat die US-Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA ihre Auszeichnungen für Film- und Fernsehproduktionen vergeben. Während „Blood & Sinners“ als großer Gewinner im Filmbereich hervorging, konnte „The Studio“ in den Fernsehkategorien abräumen.


Szenenbilder der für die 32. The Actor Awards nominierten Filme: Eine junge Frau aus „Blood & Sinners“ steht nachdenklich in einer Bad, Timothée Chalamet ist in „Marty Supreme“ während eines Tischtennis-Duells zu sehen, ein elegant gekleideter Mann lächelt in „One Battle After Another“, Jessie Buckley steht in „Hamnet“ betend am Bühnenrand und Jesse Plemons steht in „Bugonia“ erschöpft in einem Zimmer.
Bildnachweis: (1-4) Photo by Rich Polk/Shutterstock

Wenn Schauspieler über Schauspieler abstimmen, entsteht ein anderes Stimmungsbild als bei Kritiker- oder Branchenpreisen. Anders als bei Oscars, Golden Globes oder Critics’ Awards stehen hier Schauspieler, Ensembles und Stunt-Teams im Mittelpunkt. Die 32. Ausgabe fand im Shrine Auditorium & Expo Hall in Los Angeles statt und wurde live auf Netflix übertragen, moderiert von Kristen Bell. In sechs Film- und neun Fernsehkategorien wurden Preise vergeben, ergänzt durch einen Ehrenpreis für das Lebenswerk. Im Filmbereich war der große Gewinner der Vampir-Horrorthriller „Blood & Sinners“ von Ryan Coogler, der den Actor Award für die herausragende Ensembleleistung eines Spielfilms erhielt. Damit wurden Miles Caton, Michael B. Jordan, Wunmi Mosaku, Delroy Lindo, Hailee Steinfeld zusammen ausgezeichnet. Stellvertretend für das Ensemble trat Delroy Lindo ans Mikrofon und machte deutlich, dass dieser Preis weniger als individueller Triumph, sondern als kollektive Anerkennung verstanden werden sollte.


„Dieses Projekt ist gesegnet“, sagte Lindo gleich zu Beginn und führte aus, man sei „gesegnet, Teil dieser unglaublichen Reise zu sein“. Immer wieder betonte er die gemeinsame Arbeit vor und hinter der Kamera: „Wir haben unsere Herzen eingebracht, wir haben unsere Seelen eingebracht, wir haben unseren Geist in dieses Vorhaben gelegt.“ Die Auszeichnung durch Kollegen sei ein Dank, „dem Worte kaum gerecht werden“. Für „Blood & Sinners“ wurde zudem auch Michael B. Jordan für seine Hauptrolle ausgezeichnet. „Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, sagte er zu Beginn und nutzte

Bildnachweis: Photo by Rich Polk/Shutterstock
Bildnachweis: Photo by Rich Polk/Shutterstock

seine Dankesrede anschließend für einen persönlichen Rückblick auf seine Anfänge innerhalb der Gewerkschaft. Jordan erinnerte daran, wie er als junger Schauspieler um SAG-Gutscheine kämpfen musste, um überhaupt Mitglied werden zu können. „Ich dachte immer, SAG-AFTRA sei so eine Art Club, in dem ich unbedingt sein wollte“, sagte Jordan.


Dass er nun hier stehe, sei für ihn die Erfüllung eines frühen Traums. Besonders eindrücklich würdigte er die Zusammenarbeit mit Coogler, der ihm einen Raum gegeben habe, „furchtlos zu sein“ und gemeinsam Wahrheit zu suchen. „Vielen Dank, dass ihr mir erlaubt habt, meine beste Arbeit zu leisten“, sagte Jordan an das gesamte Team gerichtet. Als beste Hauptdarstellerin wurde Jessie Buckley für ihre Leistung in „Hamnet“ geehrt. Buckley nutzte ihre Dankesrede, um

Bildnachweis: Photo by Christopher Polk/Shutterstock for The Actor Awards
Bildnachweis: Photo by Christopher Polk/Shutterstock for The Actor Awards

ausdrücklich Emily Watson zu würdigen, mit der sie im selben Film spielte. Die gemeinsame Arbeit mit Watson bezeichnete sie als etwas, das sie „für den Rest meines Lebens in Ehren halten“ werde: „Deine wilde Fantasie, dein mutiges, ungebundenes Frausein, deine unbändige Sanftheit sind für mich ein Leitlicht. Und der beste Rat, den du mir immer gibst, ist, immer wieder zu der Quelle zurückzukehren, einfach Mensch zu sein. Ground Zero, Babe. Du bist die Echteste der Echten.“


Außerdem hob sie die Schauspielgemeinschaft hervor: „Ich liebe es und schätze es sehr, Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Ich hoffe, dass ich auch weiterhin etwas Bedeutungsvolles zurückgeben kann. Vielen Dank. Das ist ein solches Privileg.“ Während „One Battle After Another“

Bildnachweis: Photo by Christopher Polk/Shutterstock for The Actor Awards
Bildnachweis: Photo by Christopher Polk/Shutterstock for The Actor Awards

in den Hauptkategorien leer ausging, wurde für den Film aber Sean Penn als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Wiederum als beste Nebendarstellerin wurde Amy Madigan für „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“ geehrt. Madigan nutzte ihre Rede für ein klares Bekenntnis zum gewerkschaftlichen Gedanken. „Das Besondere an diesem Abend ist, dass Schauspieler andere Schauspieler lieben“, sagte sie. Man wolle miteinander arbeiten, voneinander lernen und einander anerkennen. „Ich komme aus Chicago, und alle in meiner Familie, alle meine Freunde, Verwandten, was auch immer – wir sind alle Gewerkschaftsleute. Und mir ist egal, was irgendwer sagt: Uns werden sie niemals kleinmachen.“


In den TV-Kategorien ging die Hauptauszeichnung für das beste Ensemble einer Comedyserie an „The Studio“. Seth Rogen erklärte in der stellvertretenden Dankesrede die besondere Produktionsweise: „Wir drehen jede einzelne Szene in einer einzigen Einstellung. Es gibt keine Coverage. Es gibt keine Singles. Es gibt keine Close-ups.“ Wenn jemand etwas vermasselt, „ruiniert man potenziell eine großartige Leistung eines Mitspielers“. Gerade deshalb sei es „ein

Bildnachweis: (1-4) Photo by Rich Polk/Shutterstock
Bildnachweis: (1-4) Photo by Rich Polk/Shutterstock

echtes Teamprojekt – in einem Ausmaß, wie es wahrscheinlich nichts ist, was ich in meinem ganzen Leben zuvor gemacht habe“. Rogen erhielt im Verlauf des Abends zudem den Preis als bester Hauptdarsteller in einer Comedyserie. Besonders bewegend wurde aber seine Rede, als er stellvertretend die Auszeichnung für Catherine O’Hara entgegennahm, die im Januar verstorben war. Er beschrieb O’Hara als Künstlerin, die Großzügigkeit und Genie miteinander verband: „Sie hat wirklich gezeigt, dass man ein Genie sein und zugleich freundlich sein kann.“


Immer wieder habe sie Szenen neu geschrieben und damit nicht nur ihre Figur, sondern „die gesamte Serie als Ganzes besser“ gemacht. O’Hara habe vorgelebt, dass künstlerische Exzellenz

Bildnachweis: Photo by Rich Polk/Shutterstock
Bildnachweis: Photo by Rich Polk/Shutterstock

nicht auf Kosten von Menschlichkeit gehen müsse. Im Drama-Segment gewann „The Pitt“ den Actor Award für das beste Ensemble, während Noah Wyle als bester Schauspieler ausgezeichnet wurde. Wyle erinnerte in seiner Rede an seine erste SAG-Rolle mit nur wenigen gesprochenen Worten und daran, wie wichtig ihm der Erhalt der Mitgliedskarte gewesen sei. „Ich liebe es, Schauspieler zu sein“, sagte er und würdigte die Gewerkschaft als Schutzraum, der auf „hart erkämpften Kämpfen“ früherer Generationen aufbaue. Als beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie wurde Keri Russell für „The Diplomat“ geehrt. Sie hob die Qualität der Drehbücher hervor und sagte, jede einzelne Figur habe das Potenzial, „eine komplette Serie zu tragen“. Bereits vor der eigentlichen Show wurden die Actor Awards für das beste Stunt-Ensemble bekannt gegeben.


Im Filmbereich gewann „Mission: Impossible – The Final Reckoning“, im Fernsehen setzte sich die HBO-Serie „The Last of Us“ durch. In einer ausführlichen Rede zeigte sich Ford zugleich dankbar und selbstironisch. Es sei „ein bisschen seltsam“, zur Halbzeit seiner Karriere einen Lebenswerkpreis zu erhalten, sagte er, da er sich weiterhin als arbeitenden Schauspieler verstehe. Er sprach offen über seine langen Jahre des Kampfes, dankte Wegbegleitern wie George Lucas und Steven Spielberg und erinnerte an Fred Roos und Francis Ford Coppola, die ihn durch schwierige Zeiten begleitet hätten. Schauspielerei, so Ford, bedeute das Privileg, viele Leben leben und Geschichten erzählen zu dürfen, die Menschen verbinden. Erfolg bringe die Verantwortung mit sich, „die Tür offen zu halten für das nächste Kind, den nächsten verlorenen Jungen, der einen Ort sucht, an dem er dazugehören kann“.


Bildnachweis: Photo by John Salangsang/Shutterstock for The Actor Awards
Bildnachweis: Photo by John Salangsang/Shutterstock for The Actor Awards

Nachfolgend die vollständige Übersicht der Auszeichnungen bei den 32. The Actor Awards:


Im Bereich Film:


In der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“:

  • Timothée Chalamet für „Marty Supreme“

  • Leonardo DiCaprio für „One Battle After Another“

  • Ethan Hawke für „Blue Moon“

  • Michael B. Jordan für „Blood & Sinners“

  • Jesse Plemons für „Bugonia“


In der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“:

  • Jessie Buckley für „Hamnet“

  • Rose Byrne für „If I Had Legs I’d Kick You“

  • Kate Hudson für „Song Sung Blue“

  • Chase Infiniti für „One Battle After Another“

  • Emma Stone für „Bugonia“


In der Kategorie „Bester Nebendarsteller“:

  • Miles Caton für „Blood & Sinners“

  • Benicio del Toro für „One Battle After Another“

  • Jacob Elordi für „Frankenstein“

  • Paul Mescal für „Hamnet“

  • Sean Penn für „One Battle After Another“


In der Kategorie „Bester Nebendarstellerin“:

  • Odessa A’zion für „Marty Supreme“

  • Ariana Grande für „Wicked: Teil 2“

  • Amy Madigan für „Weapons - Die Stunde des Verschwindens“

  • Wunmi Mosaku für „Blood & Sinners“

  • Teyana Taylor für „One Battle After Another“


In der Kategorie „Bestes Schauspielensemble – Spielfilm“:

  • „Frankenstein“ David Bradley, Christian Convery, Charles Dance, Jacob Elordi, Mia Goth, Oscar Isaac, Felix Kammerer, Lars Mikkelsen, Christoph Waltz

  • „Hamnet“ Joe Alwyn, Jessie Buckley, Noah Jupe, Paul Mescal, Emily Watson

  • „Marty Supreme“ Odessa A’zion, Sandra Bernhard, Timothée Chalamet, Emory Cohen, Fran Drescher, Gwyneth Paltrow, Tyler Okonma

  • „One Battle After Another“ Benicio del Toro, Leonardo DiCaprio, Regina Hall, Chase Infiniti, Sean Penn, Teyana Taylor

  • „Blood & Sinners“ Miles Caton, Michael B. Jordan, Wunmi Mosaku, Delroy Lindo, Hailee Steinfeld


In der Kategorie „Bestes Stunt-Ensemble – Spielfilm“:

  • „F1 - Der Film“

  • „Frankenstein“

  • „Mission: Impossible – The Final Reckoning“

  • „One Battle After Another“

  • „Blood & Sinners“


Im Bereich Fernsehen:


In der Kategorie „Bester Hauptdarsteller – TV-Film oder Miniserie“:

  • Jason Bateman für „Black Rabbit“

  • Owen Cooper für „Adolescence“

  • Stephen Graham für „Adolescence“

  • Charlie Hunnam für „Monster: Die Geschichte von Ed Gein“

  • Matthew Rhys für „The Beast in Me“


In der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin – TV-Film oder Miniserie“:

  • Claire Danes für „The Beast in Me“

  • Erin Doherty für „Adolescence“

  • Sarah Snook für „All Her Fault“

  • Christine Tremarco für „Adolescence“

  • Michelle Williams für „Dying for Sex“


In der Kategorie „Bester Hauptdarsteller – Dramaserie“:

  • Sterling K. Brown für „Paradise“

  • Billy Crudup für „The Morning Show“

  • Walton Goggins für „The White Lotus“

  • Gary Oldman für „Slow Horses - Ein Fall für Jackson Lamb“

  • Noah Wyle für „The Pitt“


In der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin – Dramaserie“:

  • Britt Lower für „Severance“

  • Parker Posey für „The White Lotus“

  • Keri Russell für „The Diplomat“

  • Rhea Seehorn für „Pluribus - Glück ist ansteckend“

  • Aimee Lou Wood für „The White Lotus“


In der Kategorie „Bester Hauptdarsteller – Comedyserie“:

  • Ike Barinholtz für „The Studio“

  • Adam Brody für „Nobody Wants This“

  • Ted Danson für „A Man on the Inside“

  • Seth Rogen für „The Studio“

  • Martin Short für „Only Murders in the Building“


In der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin – Comedyserie“:

  • Kathryn Hahn für „The Studio“

  • Catherine O’Hara für „The Studio“

  • Jenna Ortega für „Wednesday“

  • Jean Smart für „Hacks“

  • Kristen Wiig für „Palm Royale“


In der Kategorie „Bestes Ensemble – Dramaserie“:

  • „The Diplomat“

  • „Landman“

  • „The Pitt“

  • „Severance“

  • „The White Lotus“


In der Kategorie „Bestes Ensemble – Comedyserie“:

  • „Abbott Elementary“

  • „The Bear: King Of The Kitchen“

  • „Hacks“

  • „Only Murders in the Building“

  • „The Studio“


In der Kategorie „Bestes Stunt-Ensemble – Serie“:

  • „Star Wars: Andor“

  • „Landman“

  • „The Last of Us“

  • „Squid Game“

  • „Stranger Things“

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