FFA-Förderrunde: In diese sieben Spielfilme investiert der Bund
- Toni Schindele

- vor 51 Minuten
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Sieben neue Spielfilme erhalten staatliche Unterstützung: Mit ihrer aktuellen Förderentscheidung setzt die Filmförderungsanstalt FFA insgesamt 2,545 Millionen Euro für Originalstoffe mit gesellschaftlichem Fokus ein.

Die FFA fungiert als zentrale nationale Filmförderinstitution Deutschlands und begleitet Projekte von der Stoffentwicklung bis zur Auswertung im Kino. Unter der programmatischen Überschrift „Kleine Explosionen“ bündelt die aktuelle Auswahl Filme, die sich mit gesellschaftlichen Spannungen, individuellen Konflikten und historischen Kontexten auseinandersetzen. Den Kern bilden vier Produktionsförderungen in Höhe von zusammen 2,3 Millionen Euro, ergänzt durch 245.000 Euro für drei Projekte in der Entwicklungsphase. Sämtliche ausgewählten Vorhaben basieren auf Originaldrehbüchern und sind im Osten Deutschlands angesiedelt. In der Produktionsförderung erhält „German Angst“ von Jan-Ole Gerster 600.000 Euro. Im Zentrum steht ein Journalist, der nach einem Neuanfang in Brandenburg zunehmend in paranoide Denkmuster und Verschwörungstheorien abgleitet.
Ebenfalls mit 600.000 Euro gefördert wird „Kiss Kiss Wolf“ von Helene Hegemann, angesiedelt im Jahr 1986 in der DDR, wo zwei Arbeiterinnen mit heimlich produzierten Filmen staatliche Repressionen provozieren. Auch Sebastian Schipper erhält für „Toter Mann“ 600.000 Euro. Der Film begleitet zwei Brüder, die nach Missbrauchserfahrungen einen Mord planen, während sich die Frage nach Gerechtigkeit zuspitzt. Komplettiert wird die Produktionsförderung durch „Fidschi“ von Uisenma Borchu, das mit 500.000 Euro unterstützt wird und die Erfahrungen zweier Jugendlicher mit Migrationsgeschichte in den 1990er Jahren in einer ostdeutschen Kleinstadt erzählt. In der Projektentwicklung fließen 100.000 Euro in „Little Explosions“ von Vladimir Beck, das die Flucht einer queeren Familie aus Moskau nach Berlin und deren fragilen Neuanfang thematisiert.
„Wherever You Are, I Leave You the Keys“ von Visar Morina erhält 95.000 Euro und verbindet eine tragische Liebesgeschichte mit Fragen von Schuld und Erinnerung über mehrere Jahre hinweg. Mit 50.000 Euro wird „Farn“ von Laura Laabs gefördert, ein generationsübergreifendes Drama über drei Frauen und den Umgang mit Vergangenheit. Die nächste Sitzung der FFA-Jury ist für den 18. und 19. Juni 2026 angesetzt, Einreichungen sind noch bis zum 14. April möglich. Im aktuellen Kinoprogramm sind derzeit mehrere von der Filmförderungsanstalt unterstützte Produktionen vertreten. Derzeit laufen mit „Romería – Das Tagebuch meiner Mutter“ sowie „Siri Hustvedt – Dance Around the Self“ zwei geförderte Titel in den Kinos, in der kommenden Woche folgen „Vier minus drei“ und „Allegro Pastell“.





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