Filmfest München veröffentlicht vollständiges Programm: 130 Premieren aus 56 Ländern angekündigt
- Toni Schindele
- vor 14 Stunden
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Knapp zehn Tage vor Festivalbeginn steht das Programm des 43. FILMFEST MÜNCHEN vollständig fest. Welche Filme, Serien und Gäste erwarten das Publikum beim größten Sommerfilmfestival Deutschlands?

Das künstlerische Leitungsduo Christoph Gröner und Julia Weigl präsentierte im Rahmen einer Pressekonferenz das diesjährige Programm. Vom 26. Juni bis 5. Juli verwandelt sich München wieder in einen Treffpunkt für Filmfans aus aller Welt. Auf dem Programm stehen 130 Filme und Serien aus 56 Ländern; sämtliche Werke feiern ihre Deutschlandpremiere. Darunter befinden sich 45 Weltpremieren, elf internationale Premieren und acht Europapremieren. „Wir lieben die Mischung aus ganz unabhängigem Kino und großem Unterhaltungskino für Kopf und Bauch“, erklärten Gröner und Weigl. Besonders stark vertreten sind in diesem Jahr Filme, die bereits bei den Filmfestspielen von Cannes Aufmerksamkeit erregten.
Insgesamt 17 Produktionen reisen direkt von der Croisette nach München. Zu den prominentesten Titeln gehören unter anderem Pedro Almodóvars „Bitteres Fest“, Ira Sachs’ „The Man I Love“, Ryûsuke Hamaguchis „All of a Sudden“ und Jane Schoenbruns „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“. Der Eröffnungsfilm beim 43. Filmfest München ist „Vaterland“ von Regisseur Paweł Pawlikowski, der zuvor in Cannes für die beste Regie ausgezeichnet wurde. Das historische Drama führt durch die deutsche Nachkriegsgeschichte und die Erfahrungen der Familie Mann.
Zwischen persönlicher Selbstsuche, verlorenen Lebensentwürfen und gesellschaftlichen Konflikten spannt sich der Bogen im CineMasters-Wettbewerb. „Chasing Summer“ begleitet eine Frau bei der Rückkehr in ihre texanische Heimat nach einem privaten und beruflichen Neuanfang. „Deux Pianos“ erzählt von einem einst gefeierten Pianisten, der sich den Geistern seiner Vergangenheit stellen muss, und „La libertad doble“ untersucht die Frage, was Freiheit jenseits gesellschaftlicher Konventionen eigentlich bedeutet. Mit „Von Scham und Geld“ findet sich zudem ein Film im Wettbewerb, der ökonomische Zwänge und soziale Ungleichheit in den Mittelpunkt rückt. Auch das deutsche Kino nimmt traditionell einen wichtigen Platz ein.
In der Reihe „Neues Deutsches Kino“ laufen unter anderem „Erinnerungen eines Waldes“ von Katharina Rabl, „Erzähl mir dein Morgen“ von Ella Cieslinski und Nina Wesemann, „Identitti“ von Randa Chahoud, „Kalter Hund“ von Pauline Roenneberg, „Morgen war Krieg“ von Nicolas Ehret sowie „Wurzeln und Flügel“ von Anatol Schuster. Allerdings kündigte das Filmfest München auch eine große geografische Bandbreite an. So finden sich Produktionen aus Ländern wie Singapur, Angola, Kasachstan, Saudi-Arabien, Brasilien, Venezuela, Syrien oder Ecuador ebenso im Programm wie neue amerikanische Independent-Produktionen. Zu den US-Beiträgen zählen unter anderem „Ugly Cry“, „Hot Water“, „Downbeat“, „Their Town“ und die schwarze Komödie „Chili Finger“.
Den Abschluss des Festivals bildet „See You When I See You“ von Jay Duplass, in dem David Duchovny eine Hauptrolle übernimmt. Der Schauspieler wird während des Festivals zudem mit dem CineMerit Award ausgezeichnet. Ein weiterer Cinemerit Award geht in diesem Jahr an den italienischen Schauspielstar Toni Servillo. Bei der Preisverleihung am 29. Juni steht zugleich die Vorführung von „La Grazia“ auf dem Programm – der jüngsten Zusammenarbeit mit Regisseur Paolo Sorrentino, mit dem Servillo einige seiner bekanntesten Rollen geschaffen hat. Eine Hommage würdigt das Werk der Regisseurin Jutta Brückner mit den Filmen „Tue recht und scheue niemand“, „Hungerjahre“ und „Im Spiegel meiner Mutter“.
Die Retrospektive „Why Can’t We Live Together?“ blickt auf Popkultur, Musikvideos und Gegenkultur der späten 1980er- und 1990er-Jahre zurück. Hinzu kommen Kooperationen mit dem Museum Brandhorst sowie weitere kuratierte Sonderprogramme. Mit dem Amerikahaus und der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) stehen in diesem Jahr erstmals zwei Festivalzentren zur Verfügung. Eintrittskarten können ab dem 18. Juni online über die Festival-Website erworben werden. Die Preise liegen je nach Veranstaltung zwischen 7 und 22 Euro; zudem gibt es ermäßigte Angebote und Ticketpakete. Das vollständige Programm ist HIER zu finden.

