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Fünf Filmempfehlungen für Halloween: Süßes oder Saures?

Autorenbild: Toni Schindele
Toni Schindele
vor 11 Minuten
6 Min. Lesezeit

Halloween ist die Nacht der Geister, Monster und maskierten Gestalten. Doch wer den passenden Film für den Abend sucht, muss sich längst nicht auf das klassische Horrorkino beschränken.


Bildnachweis: (Symbolbild) luvemakphoto von Getty Images via Canva
Bildnachweis: (Symbolbild) luvemakphoto von Getty Images via Canva

Das Kino hat Halloween nicht erfunden, aber es hat unser Bild von dieser Nacht entscheidend mitgeprägt. Manche Filmfiguren sind längst selbst zu Halloween-Symbolen geworden, bestimmte Melodien genügen, um unheimliche Erinnerungen zu wecken, und zahlreiche Geschichten kehren Jahr für Jahr auf die Bildschirme zurück. So ist der 31. Oktober auch zu einem festen Anlass für gemeinsame Filmabende geworden. Dabei muss nicht immer der klassische Horrorfilm auf dem Programm stehen. Auch abseits der bekannten Schreckgestalten finden sich Geschichten, die auf ganz eigene Weise zu dieser Nacht passen. Wer noch nach einem Film für den Halloween-Abend sucht, findet im Folgenden fünf ganz unterschiedliche Anregungen.


„Halloween – Die Nacht des Grauens“


Ein Mann mit weißer Maske steht regungslos am Straßenrand. Als der Blick wenig später an dieselbe Stelle zurückkehrt, ist er verschwunden. In den Vorgärten und zwischen den Einfamilienhäusern der amerikanischen Kleinstadt scheint das Leben seinen gewohnten Gang zu nehmen. Doch in John Carpenters „Halloween – Die Nacht des Grauens“ aus dem Jahr 1978 wird die amerikanische Vorstadt zum Schauplatz eines Albtraums, dessen Spuren bis heute durch das Horrorkino führen. Gemeinsam mit Debra Hill schuf Carpenter einen Film, der das Slashergenre nachhaltig prägte und mit Michael Myers eine Schreckensgestalt hervorbrachte, die längst über die Leinwand hinaus zum festen Bestandteil der Popkultur geworden ist. Dabei beginnt seine Geschichte fünfzehn Jahre vor den eigentlichen Ereignissen des Films.


In der Halloween-Nacht 1963 ermordet der gerade einmal sechsjährige Michael Myers in der fiktiven Kleinstadt Haddonfield seine ältere Schwester. Die folgenden Jahre verbringt er in einer psychiatrischen Einrichtung, bis ihm 1978 die Flucht gelingt. Sein Weg führt ihn zurück nach Haddonfield, wo die Vorbereitungen für Halloween längst in vollem Gange sind. Unter den Jugendlichen, die dem Abend entgegenblicken, befindet sich auch Laurie Strode, gespielt von Jamie Lee Curtis. Immer häufiger bemerkt sie einen unbekannten Mann, der scheinbar zufällig dort auftaucht, wo auch sie sich gerade aufhält. Während Laurie noch versucht, sich einen Reim auf ihre Beobachtungen zu machen, ahnt der Psychiater Dr. Samuel Loomis bereits, welche Gefahr mit der Rückkehr seines ehemaligen Patienten verbunden ist. Bald bleibt es nicht mehr bei unheimlichen Begegnungen.


Was sich in Haddonfield abspielt, braucht weder verfallene Gemäuer noch eine ferne Welt voller Geister und Dämonen. Das Grauen findet seinen Platz zwischen beleuchteten Wohnzimmerfenstern, verlassenen Gehwegen und den Schatten gewöhnlicher Häuser. Manchmal ist Michael Myers kaum mehr als eine Silhouette am Bildrand, manchmal verrät erst sein Verschwinden, dass er überhaupt dort gewesen ist. Dazu erklingen die wenigen, rastlos wiederkehrenden Klaviertöne von Carpenters selbst komponierter Filmmusik. Wer an Halloween nicht in fremde Welten eintauchen, sondern die eigene Nachbarschaft für einen Abend mit anderen Augen sehen möchte, könnte ausgerechnet in den ruhigen Straßen von Haddonfield den passenden Film finden. Der 91-minütige Slasherfilm ist ab 18 Jahren freigegeben und bei Prime Video im Abonnement verfügbar.


„Trick ’r Treat – Die Nacht der Schrecken“


Ausgehöhlte Kürbisse leuchten vor den Haustüren, kostümierte Kinder ziehen durch die Nachbarschaft und mit jedem Klingeln ertönt die Forderung nach Süßigkeiten. Halloween folgt zahlreichen Bräuchen und ungeschriebenen Regeln. Wer keine Süßigkeiten verteilt, muss mit einem Streich rechnen, die Kürbislaternen sollen bis spät in die Nacht brennen und hinter den Verkleidungen erwachen alte Schauergestalten zum Leben. Was gewöhnlich zum spielerischen Umgang mit dem Unheimlichen gehört, nimmt Michael Dougherty in seinem Horrorfilm „Trick ’r Treat – Die Nacht der Schrecken“ aus dem Jahr 2007 beim Wort. Hier kann die Missachtung einer Halloween-Tradition weitaus schwerwiegendere Folgen haben als einen harmlosen Streich. In der fiktiven amerikanischen Kleinstadt Warren Valley verbringen die Bewohner die Halloween-Nacht auf unterschiedliche Weise.


Ein Schuldirektor führt ein grausames Doppelleben, Jugendliche planen einen verhängnisvollen Streich und ein zurückgezogen lebender Mann wird mit einer unheimlichen Erscheinung konfrontiert. Zunächst scheinen die Ereignisse unabhängig voneinander stattzufinden, doch nach und nach treten ihre Verbindungen zutage. Zwischen beleuchteten Kürbisgesichtern, nächtlichen Straßen und verborgenen Schrecken entfaltet sich so nicht nur eine einzelne Horrorgeschichte, sondern ein ganzes Geflecht schauriger Erzählungen. Wer Halloween mit seinen Legenden, Ritualen und dunklen Geheimnissen erleben möchte, findet hier einen Film, in dem das Fest weit mehr ist als bloße Kulisse. Der 82-minütige Episodenhorrorfilm ist ab 18 Jahren freigegeben und unter anderem bei Apple TV und Prime Video digital leihbar.


„Nightmare Before Christmas“


Kürbisse und Gespenster im Oktober, Tannenbäume und Weihnachtsmänner im Dezember. Halloween und Weihnachten trennen nicht nur einige Wochen, sondern auch unterschiedliche Traditionen und Vorstellungen. Während sich der Name Halloween von „All Hallows’ Eve“, dem Vorabend von Allerheiligen, ableitet, erinnert Weihnachten an die Geburt Christi. Längst haben beide Feste jedoch auch eigene popkulturelle Welten hervorgebracht, mit unverwechselbaren Figuren, Liedern und Ritualen, die Jahr für Jahr wiederkehren. In „Nightmare Before Christmas“ werden diese Welten sogar zu eigenen Orten, zwischen denen sich eine ungewöhnliche Geschichte entfaltet. In Halloween Town ist Jack Skellington als Kürbiskönig der gefeierte Mittelpunkt des alljährlichen Festes. Doch während die übrigen Bewohner bereits dem nächsten Halloween entgegenfiebern, hat Jack seine Begeisterung längst verloren.


Erst als er eines Tages zufällig Christmas Town entdeckt, erwacht seine Neugier. Fasziniert von der fremden Welt beschließt er, Weihnachten selbst auszurichten. Allerdings haben Jack und die Bewohner von Halloween Town ganz eigene Vorstellungen davon, wie das Weihnachtsfest aussehen sollte. Aus dieser Begegnung zweier Festwelten entwickelte Regisseur Henry Selick 1993 nach einer Geschichte von Tim Burton ein Stop-Motion-Musical, dessen Lieder aus der Feder von Danny Elfman stammen. Wer an Halloween lieber in eine fantastische Welt voller schauriger Gestalten, Musik und ungewöhnlicher Einfälle eintauchen möchte, statt maskierten Mördern und blutigen Verfolgungsjagden zuzusehen, findet hier eine Alternative zum klassischen Horrorkino. Auch für einen Filmabend mit der Familie kommt das düstere Märchen infrage, wobei manche Figuren und Szenen auf jüngere Kinder durchaus unheimlich wirken können. Das 76-minütige Stop-Motion-Musical ist ab sechs Jahren freigegeben und bei Disney+ im Abonnement verfügbar.


„Late Night with the Devil“


Warum lassen sich Menschen freiwillig erschrecken? Horrorfilme nutzen seit Jahrzehnten die Neugier auf das Unheimliche. Gerade an Halloween gehören übernatürliche Erscheinungen und inszenierte Schreckmomente zur Unterhaltung. Was aber, wenn eine Fernsehsendung, die solche Phänomene präsentieren möchte, selbst zum Schauplatz unerklärlicher Ereignisse wird? Diesen Ausgangspunkt nutzen die australischen Brüder Cameron und Colin Cairnes in ihrem Horrorfilm „Late Night with the Devil“. Die 2023 produzierte und 2024 in Deutschland veröffentlichte Geschichte ist als Mitschnitt einer fiktiven amerikanischen Fernsehshow aus den 1970er-Jahren inszeniert.


Am 31. Oktober 1977 steht Moderator Jack Delroy unter erheblichem Druck. Die Einschaltquoten seiner Late-Night-Sendung „Night Owls“ sinken, weshalb er mit einer aufwendig geplanten Halloween-Ausgabe neue Aufmerksamkeit gewinnen möchte. Zu seinen Gästen gehören unter anderem ein Hellseher, ein Skeptiker, eine Parapsychologin und ein junges Mädchen, das angeblich von einem Dämon besessen ist. Doch die Sendung entwickelt sich zunehmend anders als vorgesehen. David Dastmalchian übernimmt die Hauptrolle des Fernsehmoderators. Die Gestaltung als historische Fernsehausstrahlung verbindet die Ästhetik damaliger Unterhaltungsshows mit übernatürlichem Horror. Der 93-minütige Horrorfilm ist ab 16 Jahren freigegeben und bei Prime Video im Abonnement verfügbar.


„Boys in the Trees“


Nicht jeder Halloween-Abend muss von maskierten Mördern, blutigen Verfolgungsjagden oder dämonischen Erscheinungen bestimmt werden. Wer eine ruhigere Geschichte sucht, findet auch abseits des klassischen Horrorkinos Filme, die sich mit der besonderen Atmosphäre dieser Nacht beschäftigen. Dazu gehört das australische Fantasy-Drama „Boys in the Trees“ aus dem Jahr 2016. Der Film ist das Langfilmdebüt von Regisseur und Drehbuchautor Nicholas Verso und wurde unter anderem bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig gezeigt. Die Geschichte spielt an Halloween 1997. Für Corey und seine Freunde geht die Schulzeit zu Ende, doch während die Jugendlichen ihrer Zukunft entgegenblicken, wird Corey unvermittelt mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Er trifft Jonah wieder, mit dem ihn einst eine enge Freundschaft verband. Inzwischen ist Jonah zum Ziel von Schikanen innerhalb von Coreys Freundeskreis geworden.


Als Corey beschließt, seinen ehemaligen Freund nach Hause zu begleiten, beginnt ein ungewöhnlicher nächtlicher Spaziergang. Auf ihrem Weg durch die menschenleeren Vorstadtstraßen erzählen sich die beiden Geschichten und begegnen Erinnerungen aus ihrer gemeinsamen Kindheit. Zunehmend verschwimmen dabei die Grenzen zwischen Wirklichkeit, Fantasie und übernatürlichen Erscheinungen. „Boys in the Trees“ verbindet die Halloween-Nacht mit Themen wie Freundschaft, Ausgrenzung und Erwachsenwerden. Damit bietet der Film innerhalb dieser Auswahl eine melancholischere Alternative, ohne auf die unheimlichen Elemente des Festes zu verzichten. Das 112-minütige Mystery- und Coming-of-Age-Drama ist ab 16 Jahren freigegeben und unter anderem bei Netzkino und Rakuten TV kostenlos mit Werbung abrufbar.

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