„God of War“ muss Kratos neu besetzen: Ryan Hurst fällt nach schwerer Stuntverletzung aus
- Toni Schindele

- vor 3 Tagen
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Amazons „God of War“-Serie verliert ihren Kratos: Nach einer schweren Stuntverletzung scheidet Ryan Hurst aus der Produktion aus. Teile der bereits gedrehten Staffel müssen nun offenbar neu entstehen.

Ein Stunt Ende Juni brachte die Dreharbeiten in Vancouver abrupt zum Stillstand: Ryan Hurst riss sich den Bizeps und musste operiert werden. Zunächst legten Sony Pictures Television und Amazon MGM Studios die seit Februar laufende Produktion auf Eis, doch die medizinisch notwendige Pause hätte die Produktion allerdings weit über den vorgesehenen Neustart hinaus blockiert. Prime Video bestätigte daher inzwischen gegenüber mehreren US-Medien, dass Kratos deshalb neu besetzt wird; wer die Rolle übernimmt und ob die Umbesetzung weitere Veränderungen im Ensemble nach sich zieht, ist noch offen. Ein Bizepsriss benötigt gewöhnlich vier bis sechs Monate zum Ausheilen, bis zur vollständigen Belastbarkeit kann jedoch deutlich mehr Zeit vergehen.
Für eine Rolle wie Kratos reicht es nicht, im Alltag wieder beweglich zu sein: Hurst müsste kämpfen, schwere Waffen schwingen, Stürze abfangen und seinen Körper über Monate hinweg an langen Drehtagen belasten. Ein zu früher Wiedereinstieg hätte die operierte Sehne erneut gefährden können. Für die Produktion blieb damit kaum eine andere Möglichkeit, als ohne ihn weiterzuplanen. Die Umbesetzung zwingt die Serie aber auch nahezu zurück an den Anfang. Als Hurst sich verletzte, waren bereits vier Episoden mit ihm abgedreht. Viel davon dürfte nun unbrauchbar sein, denn Kratos steht in einem Großteil der Schlüsselszenen gemeinsam mit seinem Sohn Atreus vor der Kamera. Statt nur einzelne Einstellungen auszutauschen, muss Amazon daher weite Teile mit dem neuen Hauptdarsteller noch einmal drehen.
Zugleich läuft der Produktion bei Atreus die Zeit davon: Sein Darsteller Callum Vinson ist noch ein Kind und wird sich während einer längeren Unterbrechung sichtbar verändern und desto schwieriger wird es, altes und neues Material miteinander zu verbinden. Bis zur geplanten Wiederaufnahme der Dreharbeiten im Oktober muss Amazon deshalb nicht nur einen neuen Kratos finden, sondern ihn auch körperlich auf die Kampf- und Stuntszenen vorbereiten. Selbst bei einem Produktionsneustart im Oktober dürfte sich die Fertigstellung erheblich verschieben. Einen offiziellen Starttermin nennt Prime Video weiterhin nicht; angesichts der notwendigen Neubesetzung und möglicher Nachdrehs erscheint eine Veröffentlichung vor 2028 mittlerweile jedoch unwahrscheinlich.
Für Hurst endet damit ein Projekt, in das er monatelange Vorbereitung gesteckt hatte. Laut Deadline legte er für Kratos rund 18 Kilogramm Muskelmasse zu und stand bereits mehrere Monate vor der Kamera. Der aus „The Walking Dead“ und „Sons of Anarchy“ bekannte Schauspieler war dem Universum zudem längst verbunden: In „God of War Ragnarök“ verkörperte er Thor per Stimme und Performance-Capture und erhielt dafür eine BAFTA-Nominierung. Aktuell kann man Hurst in Christopher Nolans „Die Odyssee“ aus der großen Leinwand sehen. Wer aber nun Kratos spielt, ist völlig offen. ComingSoon bringt Travis Fimmel, Pablo Schreiber und Rory McCann ins Gespräch, nennt sie jedoch ausdrücklich nur als eigene Vorschläge.
Alle drei verfügen durch Produktionen wie „Vikings“, „Halo“ oder „Game of Thrones“ über Erfahrung mit körperlich fordernden Rollen, Hinweise auf Gespräche mit Amazon gibt es aber nicht. Viele Fans wünschen sich Christopher Judge, der Kratos in den jüngeren Spielen verkörpert. Auch Namen wie Alan Ritchson, Dave Bautista, Jason Momoa, Gerard Butler und Winston Duke kursieren – bislang allerdings ausschließlich als Fanbesetzungen oder ältere Spekulationen. Einen belastbaren Favoriten gibt es daher noch nicht. Nach bisherigem Stand bleibt das übrige Ensemble von der Umbesetzung unberührt. Callum Vinson spielt weiterhin Atreus, an seiner Seite sind Mandy Patinkin als Odin, Ed Skrein als Baldur, Ólafur Darri Ólafsson als Thor, Teresa Palmer als Sif und Max Parker als Heimdall zu sehen.
Auch Alastair Duncan als Mimir, Jeff Gulka als Sindri und Danny Woodburn als Brok bleiben Teil der Serie. Inhaltlich folgt die Serie der nordischen Saga aus „God of War“ von 2018 und „God of War Ragnarök“. Nach dem Tod seiner Frau Faye zieht Kratos mit seinem Sohn Atreus los, um ihre Asche auf dem höchsten Gipfel der neun Welten zu verstreuen. Auf ihrem Weg begegnen sie Monstern, Prophezeiungen und den nordischen Göttern – doch im Kern erzählt „God of War“ von einem entfremdeten Vater und seinem Sohn. Kratos will Atreus lehren, seine göttlichen Kräfte zu beherrschen, während dieser seinen verschlossenen Vater dazu zwingt, sich seiner Vergangenheit und seinen Gefühlen zu stellen. Wie Amazon die beiden Spiele auf die bestellten Staffeln verteilt, ist noch offen. Vorerst hängt jedoch alles an der Suche nach einem neuen Kratos.





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