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„Widow’s Bay“ schreibt Fernsehgeschichte: So lief die große Emmy-Nacht

Autorenbild: Toni Schindele
Toni Schindele
vor 10 Stunden
7 Min. Lesezeit

Die Emmy Awards haben einen neuen Rekordhalter: „Widow’s Bay“ räumte ab wie keine Comedyserie zuvor. Doch abseits des großen Siegers hielt sich der Abend deutlich weniger an die Erwartungen.


Collage zu den Emmy-Nominierungen 2026 mit vier Motiven aus den nominierten Produktionen „Euphoria“, „A Knight of the Seven Kingdoms“, „Hacks“ und „The Pitt“. Zu sehen sind Zendaya als Rue Bennett, eine Szene aus „A Knight of the Seven Kingdoms“, Jean Smart als Deborah Vance sowie Noah Wyle als Dr. Michael „Robby“ Robinavitch.
Bildnachweis: (1) Eddy Chen/HBO (2) Foto von Steffan Hill/HBO (3) Foto mit freundlicher Genehmigung von HBO Max (4) Foto von Warrick Page/HBO Max

Drei Abende lang verteilte die Television Academy ihre Emmys, ehe nun am Montag im Peacock Theater in Los Angeles die 19 wichtigsten Kategorien übrig blieben. Durch die Hauptgala führte „Law & Order: Special Victims Unit“-Star Mariska Hargitay – als erste Frau seit 15 Jahren wieder allein. Dass die Emmys überhaupt an einem Montag stattfanden, lag am Fernsehen selbst: NBC hielt die Übertragungsrechte, wollte den traditionellen Sonntagabend aber nicht gegen „Sunday Night Football“ eintauschen. Wie schon 2018 und 2022 musste die Gala deshalb einen Tag weiterrücken. Der Abend gehörte dabei ziemlich eindeutig „Widow’s Bay“. Mit sechs weiteren Emmys, darunter dem Preis für die beste Comedyserie, kam „Widow’s Bay“ auf insgesamt 14 Auszeichnungen.


Damit übertraf die Serie den Comedy-Rekord von „The Studio“, dessen erste Staffel im vergangenen Jahr 13 Emmys gewonnen hatte. Viel blieb für die Konkurrenz daher nicht liegen: Matthew Rhys gewann als bester Hauptdarsteller, Kate O’Flynn und Stephen Root holten die Nebenrollenpreise, Katie Dippold für das Drehbuch und Hiro Murai die Regie für die Auftaktfolge „Welcome to Widow’s Bay!“. Nur Jean Smart stellte sich dem beinahe vollständigen Durchmarsch in den Weg. Für die fünfte und letzte Staffel von „Hacks“ gewann sie zum fünften Mal als beste Comedy-Hauptdarstellerin und damit tatsächlich für jede einzelne Staffel der Serie. Ihr insgesamt achter Schauspiel-Emmy brachte sie zugleich auf eine Stufe mit Julia Louis-Dreyfus und Cloris Leachman.


Für „Hacks“ selbst fiel die Bilanz deutlich nüchterner aus: Von 24 Nominierungen blieben am Ende lediglich zwei Preise. Bei den Dramaserien gab es dagegen keinen vergleichbaren Alleinherrscher. „The Pitt“ verteidigte zwar seinen Titel als beste Dramaserie, Noah Wyle wiederholte seinen Sieg als Hauptdarsteller – danach zerfiel das Feld jedoch schnell in mehrere Gewinner. Rhea Seehorn bekam für „Pluribus“ endlich ihren ersten Emmy, nachdem sie unter anderem mit „Better Call Saul“ mehrfach leer ausgegangen war; Vince Gilligan gewann für dieselbe Serie das Drehbuch. Saul Metzstein holte mit „Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb“ den Regiepreis, Allison Janney wurde für „Diplomatische Beziehungen“ und Tom Pelphrey für „Task“ in den Nebenrollen ausgezeichnet.


Auch Janney steht damit nun bei acht Schauspiel-Emmys und zieht mit Louis-Dreyfus und Leachman gleich. Bei den Miniserien setzte sich „DTF St. Louis“ durch und brachte es über alle drei Emmy-Abende hinweg auf sieben Auszeichnungen. Die ungewöhnlichste Einzelbilanz des Abends gehörte allerdings Matthew Rhys. Wenige Stunden nach seinem Comedy-Sieg für „Widow’s Bay“ gewann er auch als bester Hauptdarsteller einer Miniserie oder eines Fernsehfilms für „The Beast in Me“. Noch nie zuvor hatte ein Schauspieler innerhalb eines Emmy-Jahrgangs zwei Hauptrollenpreise gewonnen. Und weil Rhys bereits einen Drama-Emmy für „The Americans“ besitzt, komplettierte er zugleich ein bislang einmaliges Triple: Hauptdarsteller-Siege in Drama, Comedy und Miniserie.


Sally Field setzte daneben ihren eigenen Rekordpunkt. Für „Das Glück hat acht Arme“ gewann sie mit 79 Jahren und wurde damit zur ältesten Siegerin ihrer Kategorie. Unterm Strich thronte „Widow’s Bay“ mit 14 Emmys deutlich über dem Jahrgang. „DTF St. Louis“ und „The Traitors“ folgten mit jeweils sieben Preisen, wobei „The Traitors“ zum dritten Mal nacheinander als beste Reality-Wettbewerbssendung gewann. „The Pitt“ und „Pluribus“ kamen auf jeweils sechs. Und auch bei den Plattformen sah die Welt nach der Verleihung anders aus als noch bei den Nominierungen: HBO Max war mit 122 Nennungen als Spitzenreiter ins Rennen gegangen, die meisten Programm-Emmys nahm am Ende jedoch Apple TV mit nach Hause – 28 insgesamt, davon allein 14 für „Widow’s Bay“.


Zu den emotionaleren Momenten der Verleihung gehörte die erneute Würdigung von Rob Reiner, der bereits bei einer der beiden vorausgegangenen Verleihungen posthum für seinen Gastauftritt in „The Bear: King of the Kitchen“ ausgezeichnet worden war und nun in der Hauptgala auch im In-Memoriam-Segment noch einmal in Erinnerung gerufen wurde. Michael J. Fox erhielt für sein langjähriges Engagement in der Parkinson-Forschung den Bob Hope Humanitarian Award. Gleichzeitig hinterließ die Vergabe der Schauspielpreise einen deutlich weniger feierlichen Befund: In keiner der zwölf Haupt- und Nebenrollen-Kategorien der Hauptgala wurde eine Person of Color ausgezeichnet. Einige vermeintlich sichere Sieger gingen dagegen leer aus. So setzte sich Stephen Root bei den Comedy-Nebendarstellern unter anderem gegen den favorisierten Harrison Ford durch, der damit auch bei seiner zweiten Nominierung für „Shrinking“ ohne Emmy blieb.


Noch größer fiel die Überraschung bei den Miniserien aus: Dort hatte vor allem Oscar Isaac für „Beef“ als Favorit gegolten, ehe Matthew Rhys seinen historischen zweiten Sieg des Abends holte. Rhea Seehorn dagegen erfüllte die Erwartungen und setzte sich bei den Drama-Hauptdarstellerinnen durch – womit Zendaya ein dritter Emmy für „Euphoria“ verwehrt blieb. Bei den Nebendarstellerinnen konnte wiederum auch die zahlenmäßige Stärke von „The Pitt“ nichts ausrichten: Trotz vier nominierter Schauspielerinnen aus der Serie verlor Vorjahressiegerin Katherine LaNasa gegen Allison Janney. Besonders hart traf es schließlich „Beef“. Die zweite Staffel war mit 16 Nominierungen ins Emmy-Rennen gegangen, kam über alle Verleihungen hinweg aber nur auf drei Preise und verließ die Hauptgala komplett mit leeren Händen.


Nachfolgend die Gewinner der 78. Primetime Emmy Awards in den jeweiligen

Kategorien in der Übersicht (Gewinner in grün):


In der Kategorie „Beste Dramaserie“:

  • „Diplomatische Beziehungen“

  • „The Gilded Age“

  • „A Knight of the Seven Kingdoms“

  • „Paradise“

  • „The Pitt“

  • „Pluribus“

  • „Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb“

  • „Your Friends & Neighbors“


In der Kategorie „Bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie“:

  • Sterling K. Brown für „Paradise“

  • Gary Oldman für „Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb“

  • Mark Ruffalo für „Task“

  • Rufus Sewell für „Diplomatische Beziehungen“

  • Noah Wyle für „The Pitt“


In der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie“:

  • Carrie Coon für „The Gilded Age“

  • Chase Infiniti für „The Testaments: Die Zeuginnen“

  • Keri Russell für „Diplomatische Beziehungen“

  • Rhea Seehorn für „Pluribus“

  • Zendaya für „Euphoria“


In der Kategorie „Bester Nebendarsteller in einer Dramaserie“:

  • Patrick Ball für „The Pitt“

  • Billy Crudup für „The Morning Show“

  • Shawn Hatosy für „The Pitt“

  • Gerran Howell für „The Pitt“

  • Jack Lowden für „Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb“

  • Tom Pelphrey für „Task“

  • Carlos-Manuel Vesga für „Pluribus“


In der Kategorie „Beste Nebendarstellerin in einer Dramaserie“:

  • Taylor Dearden für „The Pitt“

  • Fiona Dourif für „The Pitt“

  • Allison Janney für „Diplomatische Beziehungen“

  • Katherine LaNasa für „The Pitt“

  • Sepideh Moafi für „The Pitt“

  • Julianne Nicholson für „Paradise“

  • Karolina Wydra für „Pluribus“


In der Kategorie „Beste Regie einer Dramaserie“:

  • Salli Richardson-Whitfield für „The Gilded Age“ – Episode „My Mind Is Made Up“

  • Hanelle M. Culpepper für „Paradise“ – Episode „Exodus“

  • Noah Wyle für „The Pitt“ – Episode „12:00 P.M.“

  • Vince Gilligan für „Pluribus“ – Episode „We Is Us“

  • Saul Metzstein für „Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb“ – Episode „Scars“

  • Salli Richardson-Whitfield für „Task“ – Episode „Out Beyond Ideas of Wrongdoing and Rightdoing, There Is a River“


In der Kategorie „Bestes Drehbuch einer Dramaserie“:

  • Peter Ackerman und Debora Cahn für „Diplomatische Beziehungen“ – Episode „Amagansett“

  • Kirsten Pierre-Geyfman und R. Scott Gemmill für „The Pitt“ – Episode „1:00 P.M.“

  • Valerie Chu für „The Pitt“ – Episode „12:00 P.M.“

  • Vince Gilligan für „Pluribus“ – Episode „We Is Us“

  • Will Smith für „Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb“ – Episode „Scars“

  • Brad Ingelsby für „Task“ – Episode „A Still Small Voice“


In der Kategorie „Beste Comedyserie“:

  • „Abbott Elementary“

  • „The Bear: King of the Kitchen“

  • „Hacks“

  • „Only Margo“

  • „Nobody Wants This“

  • „Only Murders in the Building“

  • „Shrinking“

  • „Widow’s Bay“


In der Kategorie „Bester Hauptdarsteller in einer Comedyserie“:

  • Yahya Abdul-Mateen II für „Wonder Man“

  • Steve Carell für „Rooster“

  • Matthew Rhys für „Widow’s Bay“

  • Jason Segel für „Shrinking“

  • Martin Short für „Only Murders in the Building“


In der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin in einer Comedyserie“:

  • Quinta Brunson für „Abbott Elementary“

  • Ayo Edebiri für „The Bear: King of the Kitchen“

  • Elle Fanning für „Only Margo“

  • Lisa Kudrow für „The Comeback“

  • Jean Smart für „Hacks“


In der Kategorie „Bester Nebendarsteller in einer Comedyserie“:

  • Colman Domingo für „The Four Seasons“

  • Paul W. Downs für „Hacks“

  • Harrison Ford für „Shrinking“

  • Nick Offerman für „Only Margo“

  • Stephen Root für „Widow’s Bay“

  • Michael Urie für „Shrinking“

  • Tyler James Williams für „Abbott Elementary“


In der Kategorie „Beste Nebendarstellerin in einer Comedyserie“:

  • Dale Dickey für „Widow’s Bay“

  • Hannah Einbinder für „Hacks“

  • Janelle James für „Abbott Elementary“

  • Kate O’Flynn für „Widow’s Bay“

  • Michelle Pfeiffer für „Only Margo“

  • Megan Stalter für „Hacks“

  • Jessica Williams für „Shrinking“


In der Kategorie „Beste Regie einer Comedyserie“:

  • Randall Einhorn für „Abbott Elementary“ – Episode „Ballgame“

  • Christopher Storer für „The Bear: King of the Kitchen“ – Episode „Bears“

  • Andrew DeYoung für „The Chair Company“ – Episode „Life Goes By Too F**king Fast, It Really Does.“

  • Lucia Aniello für „Hacks“ – Episode „Hacks (Finale)“

  • Mary Lou Belli für „The Ms. Pat Show“ – Episode „Give It Arrest“

  • Hiro Murai für „Widow’s Bay“ – Episode „Welcome to Widow’s Bay!“


In der Kategorie „Bestes Drehbuch einer Comedyserie“:

  • Quinta Brunson für „Abbott Elementary“ – Episode „Team Building“

  • Tim Robinson und Zach Kanin für „The Chair Company“ – Episode „Life Goes By Too F**king Fast, It Really Does.“

  • Michael Patrick King und Lisa Kudrow für „The Comeback“ – Episode „Valerie Does It All“

  • Lucia Aniello, Paul W. Downs und Jen Statsky für „Hacks“ – Episode „Hacks (Finale)“

  • Anthony King für „Jury Duty präsentiert: Company Retreat“ – Episode „Mergers and Acquisitions“

  • Katie Dippold für „Widow’s Bay“ – Episode „Welcome to Widow’s Bay!“


In der Kategorie „Beste Miniserie oder Anthologieserie“:

  • „All Her Fault“

  • „The Beast in Me“

  • „Beef“

  • „DTF St. Louis“

  • „Love Story: John F. Kennedy Jr. & Carolyn Bessette“


In der Kategorie „Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie, Anthologieserie oder einem Fernsehfilm“:

  • Riz Ahmed für „Bait“

  • Jason Bateman für „Black Rabbit“

  • Charlie Hunnam für „Monster: Die Geschichte von Ed Gein“

  • Oscar Isaac für „Beef“

  • Matthew Rhys für „The Beast in Me“


In der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie, Anthologieserie oder einem Fernsehfilm“:

  • Claire Danes für „The Beast in Me“

  • Sally Field für „Das Glück hat acht Arme“

  • Carey Mulligan für „Beef“

  • Sarah Pidgeon für „Love Story: John F. Kennedy Jr. & Carolyn Bessette“

  • Sarah Snook für „All Her Fault“


In der Kategorie „Beste Reality-Wettbewerbssendung“:

  • „Dancing with the Stars“

  • „RuPaul’s Drag Race“

  • „Survivor“

  • „Top Chef“

  • „The Traitors“


In der Kategorie „Beste Variety-Serie“:

  • „The Daily Show“

  • „Jimmy Kimmel Live!“

  • „Last Week Tonight mit John Oliver“

  • „The Late Show with Stephen Colbert“

  • „Saturday Night Live“

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