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Wenders kommt Kinskis Forderung nach und entfernt Nacktszene mit der damals 13-Jährigen aus „Falsche Bewegung“

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • vor 3 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Rund zwei Monate nach dem erneuten Aufflammen der Debatte um „Falsche Bewegung“ haben Nastassja Kinski und Wim Wenders ihren Konflikt beigelegt. Der Regisseur kommt der zentralen Forderung der Schauspielerin nach und entfernt die von ihr beanstandete Szene aus dem Film.


Regisseur Wim Wenders bei einem öffentlichen Auftritt auf dem roten Teppich des Tokyo International Film Festival 2023. Der Filmemacher steht aktuell wegen der Debatte um seinen Film „Falsche Bewegung“ und die darin enthaltene Szene mit Nastassja Kinski im Fokus der Öffentlichkeit.
Bildnachweis: Dick Thomas Johnson from Tokyo, Japan, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

„Wir haben unsere Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem Film ‚Falsche Bewegung‘ beigelegt“, heißt es in einer auf der Website der Wim Wenders Stiftung veröffentlichten Mitteilung. Wenders habe sich bei Kinski entschuldigt und sei ihrem Wunsch nachgekommen, die betreffende Szene aus dem Film zu schneiden. Beide wollten, „dass die Erinnerung an den Film künftig nicht länger von diesem Konflikt überschattet wird“. Zudem strebten sie an, ihren langjährigen freundschaftlichen Umgang wiederherzustellen. Wann und in welchen Auswertungsformen die veränderte Fassung erneut zugänglich gemacht wird, geht aus der Erklärung nicht hervor. Ausgangspunkt der jüngsten öffentlichen Auseinandersetzung war Wenders’ Rede beim Deutschen Filmpreis Ende Mai.


Bei der Verleihung des Ehrenpreises erklärte der Regisseur, er würde die rund zweiminütige Szene, in der die damals 13-jährige Kinski mit nacktem Oberkörper zu sehen ist, heute nicht mehr drehen. Zugleich stellte er die grundsätzliche Frage, ob historische Filme nachträglich verändert werden dürften, und forderte eine Debatte über Verantwortung und den Umgang mit dem Filmerbe. Wenige Tage später zog die Wim Wenders Stiftung „Falsche Bewegung“ vorläufig aus allen aktuellen Auswertungsformen zurück. Streaming-, Fernseh- und Vertriebspartner wurden angewiesen, den Film nicht länger öffentlich zugänglich zu machen. Wenders entschuldigte sich zugleich bei Kinski und erklärte, sie hätte während der Dreharbeiten besser geschützt werden müssen. Kinski kritisierte daraufhin, seit Jahren vergeblich auf einen direkten und gerechten Dialog gehofft zu haben: „Er nahm mich nicht ernst, er nahm meine Bitte nicht ernst, nicht für voll, weil ich damals 13 Jahre alt war.“


Auch Wenders’ Versuch, die Entscheidung in eine allgemeine Debatte über das Filmerbe einzuordnen, wies sie zurück und betonte, nur er könne die Szene aus seinem Film entfernen. Am 23. Juli erklärte Wenders schließlich ebenfalls, die Entscheidung nicht länger an Institutionen, Gremien oder eine spätere Debatte delegieren zu können. Nun kam es zur gütlichen Einigung. „Falsche Bewegung“ entstand 1974 und kam 1975 in die Kinos. Kinski spielte in ihrer ersten Filmrolle das stumme Mädchen Mignon und war bei den Dreharbeiten 13 Jahre alt. In der rund zweiminütigen beanstandeten Szene liegt sie mit nacktem Oberkörper und nur mit einer Unterhose bekleidet neben dem damals 33-jährigen Rüdiger Vogler im Bett. Dessen Figur ohrfeigt Mignon und streicht ihr anschließend über das Gesicht. Diese Sequenz ist nach der Einigung nicht länger Bestandteil des Films.

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