MOIN Filmförderung initiiert Hark-Bohm-Regiestipendium
- Toni Schindele

- vor 6 Stunden
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Die MOIN Filmförderung will sich für Chancengleichheit im Regie-Nachwuchsbereich einsetzen. Das neu geschaffene Hark-Bohm-Regiestipendium soll künftig gezielt den Zugang zur Ausbildung erleichtern.

Der Einstieg in die Filmbranche ist oft nicht nur eine Frage von Talent, sondern auch von finanziellen Möglichkeiten und strukturellem Zugang zur Ausbildung. Besonders in Richtung Regie zeigen sich diese Hürden deutlich: Der Zugang führt häufig über spezialisierte Filmhochschulen, unbezahlte Praktika und erste, oft eigenfinanzierte Projekte – Phasen, die Zeit und finanzielle Absicherung voraussetzen. In den britischen Screen Industries stammen beispielsweise rund 61 Prozent der Regisseure, Autoren und Produzenten aus privilegierten Herkunftsmilieus, während Menschen aus Arbeiterhaushalten insgesamt deutlich unterrepräsentiert sind. Vor diesem Hintergrund hat die MOIN Filmförderung nun ein neues Stipendienmodell ins Leben gerufen.
Mit dem Hark-Bohm-Regiestipendium soll ab Oktober 2026 jährlich ein Studienplatz im Regieprogramm der Hamburg Media School begleitet werden. Das Programm ist mit insgesamt 12.000 Euro ausgestattet und deckt damit die vollständige zweijährige Ausbildungsdauer einer Person ab und richtet sich gezielt an Bewerber des Regiestudiums an der Hamburg Media School, denen die finanziellen Mittel für die Ausbildung fehlen. Namensgeber für das Programm ist der im November 2025 verstorbene Filmemacher Hark Bohm, der im Alter von 86 Jahren verstarb und als Regisseur, Autor und Professor den Filmstandort Hamburg über Jahrzehnte mitprägte. Seit den 1970er-Jahren gestaltete Bohm das deutsche Autorenkino mit und war Mitbegründer zentraler Institutionen wie des Filmverlags der Autoren sowie des Filmfest Hamburg.
Seine Filme, darunter „Nordsee ist Mordsee“, „Moritz, lieber Moritz“ und „Yasemin“, widmeten sich häufig sozialen Spannungen, jugendlichen Perspektiven und familiären Konflikten. Parallel arbeitete er als Schauspieler mit Rainer Werner Fassbinder an Filmen wie „Händler der vier Jahreszeiten“, „Angst essen Seele auf“ und „Die Ehe der Maria Braun“. Als Hochschullehrer war Bohm maßgeblich am Aufbau des Filmstudiums in Hamburg beteiligt, aus dem später die Hamburg Media School hervorging. Das neue Stipendium soll diese Rolle als Mentor nun institutionell fortführen. Voraussetzung für das Hark-Bohm-Regiestipendium ist eine Bewerbung für das Studium, deren Frist am 31. März 2026 endet; Details zum Auswahlverfahren für das Stipendium werden im Anschluss kommuniziert.
Helge Albers, Geschäftsführer der MOIN Filmförderung, erklärte in der offiziellen Pressemitteilung zum initiierten Stipendium: „Hark Bohms Vermächtnis lebt in der Stadt weiter – nicht nur durch seine Filme, sondern auch durch die vielen Talente, die er als Mentor gefördert hat. Mit dem neuen Regiestipendium möchten wir dieses Engagement fortsetzen.“ Auch die Hamburg Media School begrüßt die Initiative: „Wir freuen uns sehr über dieses neue Stipendium. Zum einen, weil es die Erinnerung an Hark aufrechterhält, und zum anderen, weil es einem so guten Zweck dient. Denn nicht allen unserer Studierenden fällt es leicht, ihren Lebensunterhalt während des sehr intensiven Filmstudiums zu finanzieren.“





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