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Nach Kritik an Nacktszene: Wim Wenders entschuldigt sich bei Nastassja Kinski und stoppt „Falsche Bewegung“

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Wenige Tage nach Wim Wenders’ vielbeachteter Rede beim Deutschen Filmpreis folgt nun eine weitreichende Entscheidung. Die Wim Wenders Stiftung zieht den Film „Falsche Bewegung“ vorerst aus allen aktuellen Auswertungsformen zurück.


Regisseur Wim Wenders bei einem öffentlichen Auftritt auf dem roten Teppich des Tokyo International Film Festival 2023. Der Filmemacher steht aktuell wegen der Debatte um seinen Film „Falsche Bewegung“ und die darin enthaltene Szene mit Nastassja Kinski im Fokus der Öffentlichkeit.
Bildnachweis: Dick Thomas Johnson from Tokyo, Japan, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Die Diskussion um Wim Wenders’ Film „Falsche Bewegung“ hat nun konkrete Folgen. Die gemeinnützige Wim Wenders Stiftung hat angekündigt, den Film vorerst aus allen aktuellen Auswertungsformen zurückzuziehen. Anlass sind anhaltende Debatten über eine Szene, in der die damals 13-jährige Schauspielerin Nastassja Kinski mit nacktem Oberkörper zu sehen ist. Bereits bei seiner Ehrenpreis-Rede beim Deutscher Filmpreis 2026 hatte sich Wim Wenders ausführlich mit dem Film und den damit verbundenen moralischen Fragen auseinandergesetzt. Er erklärte, er würde eine solche Szene heute nicht mehr drehen, verwies zugleich jedoch auf die grundsätzliche Frage, wie mit problematischen Werken vergangener Jahrzehnte umzugehen sei und ob Eingriffe in bereits entstandene Filme gerechtfertigt seien.


Nur wenige Tage nach dieser Rede folgte nun eine erste konkrete Konsequenz. In einer Erklärung teilte die Wim Wenders Stiftung mit, dass „Falsche Bewegung“ vorerst nicht mehr öffentlich zugänglich gemacht werden soll. „Die gemeinnützige Wim Wenders Stiftung, der der Film gehört, zieht den Film aus allen aktuellen Auswertungsformen zurück“, heißt es in der Mitteilung. Weiter erklärte die Stiftung: „Streaming-, TV- und Vertriebspartner werden angewiesen, den Film nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen.“ Wenders verband die Entscheidung zugleich mit einer persönlichen Entschuldigung an die Schauspielerin. „Als einziger der damals für ,Falsche Bewegung‘ handelnden Verantwortlichen, der noch da ist, sehe ich, dass Nastassja Kinski damals hätte besser beschützt werden müssen. Dafür bitte ich Dich um Entschuldigung, Nastassja, ohne Wenn und Aber“, erklärte der Regisseur.


Die Stiftung kündigte darüber hinaus einen breiteren Austausch mit Institutionen des deutschen Filmerbes an, darunter die Deutsche Filmakademie sowie das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum. Erst nach weiteren Gesprächen und einer einvernehmlichen Lösung, die auch mit Kinski abgestimmt werden soll, wolle man über eine mögliche erneute Freigabe des Films entscheiden. Der 1975 veröffentlichte Film „Falsche Bewegung“ gilt als wichtiger Beitrag des Neuen Deutschen Films und basiert lose auf „Wilhelm Meisters Lehrjahre“. Zugleich war er der Beginn der Filmkarriere von Nastassja Kinski, die darin die Figur Mignon spielte. Die Schauspielerin hat in mehreren Interviews erklärt, sie habe bereits während der Dreharbeiten gespürt, dass die Situation für sie nicht angemessen gewesen sei. Nach ihrer Darstellung seien weder sie noch ihre Mutter ausreichend über die geplante Nacktszene informiert worden. Seit Jahren setzt sie sich nun dafür ein, dass die betreffende Sequenz entfernt wird.

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