Neue Studie enthüllt: Frauenanteil in kreativen Schlüsselpositionen bei US-Serien sinkt
- Toni Schindele

- vor 1 Stunde
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Nach zwischenzeitlichen Zugewinnen geraten Frauen in Teilen der US-Serienbranche wieder ins Hintertreffen. Eine neue Langzeitstudie zeigt, wie deutlich sich einige Entwicklungen innerhalb nur eines Jahres gedreht haben.

Frauen haben bei US-Streamingserien zuletzt in wichtigen kreativen Positionen deutlich an Boden verloren. In der Erhebung für 2025/26 sank ihr Anteil unter den Serienentwicklern von 36 auf 24 Prozent, wie aus der Studie „Boxed In“ von Martha M. Lauzen hervorgeht. Auch auf dem Regiestuhl ging es deutlich zurück: Dort sank der Anteil gegenüber dem Vorjahr von 32 auf 22 Prozent. Die Zuwächse aus der vorherigen Erhebung sind damit in beiden Bereichen vollständig verloren gegangen. Mit 24 Prozent liegt der Frauenanteil unter den Serienentwicklern im Streaming inzwischen sogar unter dem Stand von 2017/18, als er 25 Prozent betrug.
Bei den untersuchten US-Fernsehsendern fällt der jüngste Rückgang kleiner aus: Dort sank der Anteil von 20 auf 19 Prozent, liegt damit aber ebenfalls unter den damaligen 21 Prozent. Über alle sieben untersuchten Tätigkeitsbereiche hinter der Kamera hinweg blieb der Frauenanteil gegenüber dem Vorjahr hingegen stabil – beim Streaming bei 36 Prozent und bei den Fernsehsendern bei 30 Prozent. In Drehbuch, Produktion und Schnitt legte der Anteil von Frauen bei Streamingformaten zu. In der gemeinsamen Auswertung von Streaming und Fernsehen lag der Frauenanteil im Drehbuch bei Formaten mit mindestens einer Serienentwicklerin bei 48 Prozent. Bei ausschließlich männlichen Serienentwicklern waren es 17 Prozent.
Auch in der Regie und im Schnitt lagen die Frauenanteile bei Formaten mit weiblicher Beteiligung an der Entwicklung höher: bei 22 statt 14 Prozent beziehungsweise 33 statt 25 Prozent. Vor der Kamera verringerte sich der Anteil weiblicher zentraler Figuren in den untersuchten Streamingformaten von 49 auf 44 Prozent. Dabei zeigen sich auch deutliche Altersunterschiede: Nur 27 Prozent der zentralen weiblichen Figuren waren mindestens 40 Jahre alt, gegenüber 50 Prozent der männlichen Figuren. Zugleich veränderte sich die ethnische Zusammensetzung der weiblichen Streamingfiguren mit Sprechrolle.
Der Anteil Schwarzer Figuren sank von 23 auf 16 Prozent, während der Anteil weißer Figuren von 60 auf 69 Prozent stieg. Für die Studie nahmen die Forschenden ein breites Stück der US-Serienlandschaft unter die Lupe: Drama-, Comedy- und Realityformate, die zwischen August 2025 und Juni 2026 bei den Fernsehnetzwerken ABC, CBS, NBC, FOX und CW sowie den Streamingdiensten Amazon Prime, Apple TV+, Disney+, HBO Max, Hulu, Netflix, Paramount+ und Peacock liefen. Dabei kam einiges an Material zusammen: mehr als 2.500 Figuren und über 3.600 Credits aus Bereichen wie Serienentwicklung, Regie, Drehbuch, Produktion, Executive Production, Schnitt und Bildgestaltung.
Von jeder untersuchten Serie wanderte dabei eine zufällig ausgewählte Episode in die Auswertung. Als zentrale Figuren berücksichtigte die Studie Charaktere, die mehrfach auftreten und die Handlung entscheidend mittragen. Wichtig ist dabei auch, was die Zahlen nicht erzählen: Die Prozentwerte beschreiben die Zusammensetzung der jeweiligen Stichprobe. Ob daneben auch die absolute Zahl der beschäftigten Frauen gestiegen oder gefallen ist, lässt sich daraus nicht ablesen.





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