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Paramounts Warner-Deal vorerst gestoppt: Gericht setzt Übernahme für 14 Tage aus

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • vor 12 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Noch vor wenigen Tagen war es nur ein Eilantrag, nun darf Paramount die Übernahme von Warner Bros. Discovery tatsächlich vorerst nicht vollziehen. Eine US-Bundesrichterin hat den Zusammenschluss für 14 Tage ausgesetzt.


Gegenüberstellung der Warner-Bros.-Studios mit ikonischem Wasserturm und dem Haupteingang von Paramount Pictures – Symbolbild zur Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount nach dem Ausstieg von Netflix.
Bildnachweis: (l) Todd Dwyer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (r) Coolcaesar, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die juristische Hürde, die sich zuletzt bereits abgezeichnet hatte, ist Realität geworden. Bundesrichterin Araceli Martínez-Olguín hat am Montag eine einstweilige Verfügung erlassen, die Paramount und Warner Bros. Discovery zunächst untersagt, ihre rund 110 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme abzuschließen. Der Deal sollte ursprünglich noch im Juli vollzogen werden. Wie Deadline berichtet, gilt die Anordnung für 14 Tage und kann verlängert werden. Über die Zukunft des Zusammenschlusses ist damit allerdings noch nicht entschieden. Die Verfügung soll zunächst verhindern, dass Paramount Fakten schafft, während das Gericht den weiterreichenden Antrag von Kalifornien und elf weiteren US-Bundesstaaten prüft. Am 3. August ist eine Anhörung über eine vorläufige Untersagung angesetzt.


Wird diese erlassen, könnte die Übernahme für die Dauer des Kartellverfahrens und damit möglicherweise mehrere Monate blockiert bleiben. Gegen die anschließende Entscheidung könnten beide Seiten wiederum vorgehen. Die Bundesstaaten hatten argumentiert, ein einmal vollzogener Zusammenschluss ließe sich später nur schwer rückgängig machen. Paramount könnte rasch Stellen abbauen, Geschäftsbereiche zusammenlegen und vertrauliche Informationen zwischen beiden Unternehmen austauschen. Sollte das Gericht die Übernahme am Ende für rechtswidrig erklären, wären viele dieser Schritte kaum vollständig umzukehren. Im Kern befürchten die Kläger weiterhin, dass Paramount Pictures und Warner Bros. Pictures als Teile desselben Konzerns nicht mehr um große Kinofilme, Starttermine und die Konditionen der Kinoketten konkurrieren würden.


Auch gegenüber Fernsehanbietern könne der gemeinsame Konzern deutlich an Verhandlungsmacht gewinnen. Paramount hält die zugrunde gelegten Märkte dagegen für künstlich verengt. Das Unternehmen verweist auf Netflix, Amazon und Apple und argumentiert, erst die Übernahme schaffe einen ausreichend starken Gegenspieler zu den großen Technologie- und Streamingkonzernen. Dass Martínez-Olguín die Übernahme nun aussetzt, ist der bislang deutlichste juristische Rückschlag für Paramount. Erst wenige Tage zuvor hatte dieselbe Richterin den Eilantrag einer Gruppe von Paramount+-Abonnenten abgelehnt: Diese hätten weder hinreichende Erfolgsaussichten für ihre Klage noch einen unmittelbar drohenden Schaden belegen können. Das Verfahren der Bundesstaaten wird davon unabhängig beurteilt und hat nun zumindest die erste rechtliche Hürde genommen.


Für Paramount wächst damit auch der Zeitdruck. Wird die Transaktion nicht bis zum 30. September abgeschlossen, muss das Unternehmen den Warner-Aktionären nach derzeitigem Stand zusätzliche Zahlungen von rund 650 Millionen Dollar pro Quartal leisten. Die 14-tägige Pause allein bringt den Deal noch nicht an diesen Punkt. Eine weitergehende Verfügung könnte den geplanten Abschluss jedoch weit über den bisherigen Zeitplan hinausschieben. Aus dem Versuch der zwölf Bundesstaaten, die Übernahme in letzter Minute aufzuhalten, ist damit erstmals eine verbindliche Sperre geworden. Ob sie lediglich zwei Wochen Bestand hat oder den gesamten Deal ins Wanken bringt, dürfte sich bei der nächsten Anhörung am 3. August zeigen.

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