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Historisches zweites Wochenende: Christopher Nolans „Die Odyssee“ setzt Höhenflug fort

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • 27. Juli
  • 4 Min. Lesezeit

„Die Odyssee“ entwickelt sich immer mehr zum Kinoereignis des Jahres. Auch nach dem gewaltigen Auftakt lässt das Interesse kaum nach und der außergewöhnlich stabile Lauf bringt den Film inzwischen sogar in Reichweite von Christopher Nolans größtem Erfolg.


Matt Damon und Zendaya in einer Szene aus „Die Odyssee“ an einer kargen Küste. Damon trägt einen grünen Umhang, Zendaya ein helles Kopftuch.
Bildnachweis: © Universal Studios. All Rights Reserved.

Christopher Nolans „Die Odyssee“ zieht auch nach dem ersten Ansturm weiter große Teile des Publikums in die Kinos. Während andere Blockbuster nach einem außergewöhnlich starken Auftakt häufig spürbar an Zugkraft verlieren, zieht das Epos am zweiten Wochenende beinahe ungebremst weiter. Wie bemerkenswert stabil dieser Kinolauf tatsächlich ist, offenbart allerdings erst der Blick auf die Zahlen. Noch am Freitag war für „Die Odyssee“ ein zweites nordamerikanisches Wochenende mit 84,5 Millionen US-Dollar erwartet worden. Die am Sonntag veröffentlichten neuen Werte legten anschließend sogar noch einmal nach: 87 Millionen Dollar sollen es geworden sein. Gemessen am Auftakt mit 123,5 Millionen Dollar beträgt der Rückgang damit nicht einmal 30 Prozent. Anders ausgedrückt: Rund 70 Prozent der ursprünglichen Einnahmen konnte der Film in sein zweites Wochenende hinüberretten.


Nach zehn Tagen kommt „Die Odyssee“ in den USA und Kanada bereits auf etwa 286,4 Millionen Dollar. Wie außergewöhnlich ein solcher Verlauf für einen Film dieser Größenordnung ist, verdeutlicht eine Einordnung von TheWrap. Demnach zählt das Ergebnis zu den drei geringsten prozentualen Rückgängen eines Films, der in Nordamerika mit mehr als 100 Millionen Dollar gestartet ist. Noch etwas standhafter zeigten sich lediglich „Wicked“ mit 27,9 Prozent und „Top Gun: Maverick“ mit 28,9 Prozent. Ganz deckungsgleich ist der Vergleich allerdings nicht: „Wicked“ bekam an seinem zweiten Wochenende Rückenwind vom Thanksgiving-Geschäft, während „Top Gun: Maverick“ zuvor über das verlängerte Memorial-Day-Wochenende gestartet war. Für Nolan selbst bedeutet das Ergebnis zugleich einen neuen nominellen Bestwert. Kein Film des Regisseurs spielte an seinem zweiten Wochenende bislang mehr ein. Die bisherige Rekordmarke hielt „The Dark Knight“, der 2008 noch einmal 75,2 Millionen Dollar einnahm.


Vollständig geschlagen ist der damalige Höhenflug damit jedoch nur auf dem Papier: Inflationsbereinigt entspräche das Ergebnis heute rund 114,2 Millionen Dollar. Noch standhafter als in Nordamerika zeigte sich „Die Odyssee“ aber sogar noch jenseits der USA und Kanadas. Wie Deadline unter Berufung auf Universal berichtet, spielte das Epos am Wochenende in 81 internationalen Märkten weitere 128,3 Millionen US-Dollar ein. Dort, wo der Film bereits eine Woche zuvor angelaufen war, blieben die Einnahmen zusammengerechnet gerade einmal zehn Prozent hinter dem Auftakt zurück. Auch in Deutschland ließ sich „Die Odyssee“ kaum aus der Bahn bringen. Nach den von Deadline veröffentlichten Dollarwerten nahm der Film an seinem zweiten Wochenende hierzulande rund 7,8 Millionen US-Dollar ein – gerade einmal etwa sieben Prozent weniger als zum Start.


Der Gesamtumsatz stieg damit auf rund 20,4 Millionen Dollar. Deutschland ist aktuell der fünftgrößte internationale Markt des Films. Bei den verkauften Eintrittskarten könnte „Die Odyssee“ sogar nicht nur stabil geblieben, sondern sogar leicht gewachsen sein. Erste Schätzungen von InsideKino gehen für das zweite Wochenende von etwa 540.000 Besuchern aus. Zum Auftakt waren 532.031 Tickets verkauft worden. Insgesamt hätte das Epos damit bereits rund 1,38 Millionen Menschen in die deutschen Kinos gelockt und zugleich das zweitbeste zweite Wochenende des bisherigen Kinojahres erzielt. Weltweit summieren sich die Einnahmen nach zehn Tagen inzwischen auf geschätzte 639,6 Millionen Dollar. Seit dem Startwochenende mit knapp 264 Millionen kamen innerhalb nur einer Woche weitere rund 376 Millionen hinzu.


Schon jetzt gehört „Die Odyssee“ damit zu den fünf umsatzstärksten Hollywoodproduktionen des Jahres und das, obwohl drei wichtige asiatische Märkte noch gar nicht an der Reihe waren. Südkorea folgt am 5. August, China am 14. August und Japan am 11. September. Die Marke von einer Milliarde US-Dollar wirkt nach diesem Verlauf deshalb nicht mehr bloß erreichbar, sondern sehr wahrscheinlich. Nach zehn Tagen fehlen dem Film noch rund 360 Millionen Dollar. Die Frage ist daher inzwischen weniger, ob der Film die Milliarde knackt, sondern wie weit er darüber hinauskommt und ob er damit Nolans erfolgreichster Film wird. Diesen Titel hält bislang „The Dark Knight Rises“ mit rund 1,082 Milliarden US-Dollar. Wie viel Luft für „Die Odyssee“ noch nach oben bleibt, zeigen die bisherigen Verläufe anderer Nolan-Filme.


Sein letzter Film „Oppenheimer“ stand nach seinem zweiten Wochenende bei ungefähr 400 Millionen US-Dollar und beendete seine Kinoreise schließlich mit rund 975,8 Millionen Dollar. „The Dark Knight Rises“ hatte nach zehn Tagen rund 537 Millionen Dollar erreicht und kam am Ende auf 1,082 Milliarden – sein damaliges Ergebnis verdoppelte sich im weiteren Verlauf damit beinahe noch einmal. Schon eine vergleichbare Entwicklung würde „Die Odyssee“ in völlig neue Höhen tragen. Folgt der Film lediglich dem weiteren Verlauf von „The Dark Knight Rises“, wäre ein Endergebnis von knapp 1,29 Milliarden US-Dollar möglich. Bei einem etwas stärkeren Faktor von rund 2,2, der angesichts der deutlich geringeren Rückgänge und der noch ausstehenden Märkte plausibel erscheint, käme das Epos sogar auf ungefähr 1,41 Milliarden Dollar. Solche Modellrechnungen sind jedoch keine Prognosen.


Aber selbst bei einem vergleichsweise enttäuschenden weiteren Verlauf ist ein Endergebnis von weniger als 1,2 Milliarden US-Dollar inzwischen nur noch schwer vorstellbar. Vieles spricht daher dafür, dass „Die Odyssee“ am Ende tatsächlich als erfolgreichster Film in Nolans Vita dastehen wird. Ein wesentlicher Teil dieses Erfolgs spielt sich weiterhin auf den größten Leinwänden ab. Rund 140 Millionen Dollar und damit knapp 22 Prozent des bisherigen weltweiten Einspielergebnisses stammen aus IMAX-Vorstellungen. Die Marke von 100 Millionen Dollar erreichte „Die Odyssee“ dort bereits nach zehn Tagen – schneller war bislang nur „Avengers: Endgame“, der gemessen am nicht inflationsbereinigten weltweiten Einspielergebnis auf Rang zwei der erfolgreichsten Filme steht.

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