top of page

Eklat beim Zurich Film Festival: KI-Schauspielerin Tilly Norwood spaltet die Filmbranche

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • 29. Sept. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 30. Sept. 2025

Auf dem Zurich Film Festival sorgte am Wochenende die Präsentation einer KI-generierten Schauspielerin für Aufsehen. Während das Projekt von den Initiatoren als innovatives Zukunftsmodell vorgestellt wurde, stieß es in der Branche auf massiven Widerstand.


Nahaufnahme einer Videokamera, deren ausklappbarer Bildschirm eine Aufnahme eines Gebäudes zeigt
Bildnachweis: Gezer Amorim von Pexels

Im Rahmen des Zurich Summit, der als Branchenkonferenz eng mit dem Festival verbunden ist, stellte die niederländische Produzentin Eline van der Velden die Figur „Tilly Norwood“ vor. Sie ist vollständig durch Künstliche Intelligenz generiert und wird von van der Veldens neu gegründetem AI-Talent-Studio Xicoia betreut. Ursprünglich über ihre Produktionsfirma Particle6 entwickelt, trat Tilly Norwood erstmals im KI-Sketch „AI Commissioner“ auf, bei dem Bild, Stimme, Text und Hintergründe synthetisch erstellt wurden. Van der Velden bezeichnete die Figur als Prototyp für digitale Talente, die ähnlich wie reale Schauspielende vermarktet und möglicherweise schon bald von einer Schauspielagentur vertreten werden könnten. Das erklärte Ziel sei es, KI-Avatare als marktfähige Persönlichkeiten zu etablieren. Van der Velden sprach laut TheWrap davon, Tilly Norwood könne als „nächste Scarlett Johansson oder Natalie Portman“ aufgebaut werden.


Zugleich versicherte sie in Zürich, wie ebenfalls TheWrap berichtet, Tilly solle „kein Ersatz für Menschen“ sein, sondern ein kreatives Werkzeug. Gleichwohl betonte sie, dass Gespräche mit großen Agenturen bereits laufen und eine Unterzeichnung in den kommenden Monaten möglich sei. Die Ankündigung rief sofort scharfe Kritik hervor. Nach den Hollywood-Streiks 2023/24 gilt der Einsatz von KI in der Filmbranche als hochsensibles Thema. Gewerkschaften und Schauspielverbände warnen vor einem Dammbruch, wenn digitale Figuren reguläre Verträge erhalten. Kritisiert werden sowohl mögliche Arbeitsplatzverluste als auch ethische Fragen: Für die Erstellung synthetischer Avatare werden reale Gesichter und Stimmen als Datengrundlage genutzt, ohne dass die betroffenen Personen daran beteiligt oder beteiligt werden.


Darüber hinaus stellen viele Filmschaffende die künstlerische Qualität solcher Figuren infrage und bezweifeln, dass rein digitale Performances emotionale Nuancen und menschliche Verkörperung ersetzen können. Mehrere prominente Schauspielende äußerten sich öffentlich ablehnend. So „Scream“-Star Melissa Barrera, die die die Aussicht auf eine Agenturunterzeichnung als „widerlich“ bezeichnete und Schauspielkollegen aufforderte, sich von Agenturen zu trennen, die solche Projekte vertreten. „The White Lotus“-Lukas Gage reagierte sarkastisch, indem er Tilly Norwoods angebliches Verhalten am Set verspottete. Toni Collette kommentierte mit einem Schrei-Emoji, Nicholas Alexander Chavez schrieb: „Not an actress actually nice try.“ Auch weitere Schauspielende wie Ralph Ineson und Mara Wilson äußerten deutliche Ablehnung.

Kommentare


Abonniere jetzt den Newsletter

und sei immer aktuell informiert!

Danke für's Einreichen!

© 2023 by Make Some Noise.

Proudly created with Wix.com

bottom of page