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Emily Cox im Interview zu „Der Medicus 2“: „Es lohnt sich total, den Film auf der großen Leinwand zu sehen“

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • vor 5 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

„Wir haben quasi das Set von ‚The Last Kingdom‘ für diesen Film benutzt“, erzählt Emily Cox über die Dreharbeiten zu „Der Medicus II“ – eine Rückkehr an den Ort, an dem sie über Jahre hinweg als Brida kämpfte.


Emily Cox auf dem roten Teppich bei der Premiere von „Der Medicus 2“, in schwarzem Blazer und Kette, vor einer Fotowand mit dem Filmtitel.
Bildnachweis: © Getty Images für Constantin Film/Andreas Rentz

Mit der Rolle der Brida aus „The Last Kingdom“ wurde Emily Cox weltweit bekannt. Was zunächst als vergleichsweise kleine Rolle begann, gewann mit jeder Staffel an Gewicht und Tiefe, bis Brida sich zu einer der zentralen wie tragischsten Figuren der Serie entwickelte. Über fünf Staffeln und einen Abschlussfilm hinweg etablierte sich „The Last Kingdom“ zu einem internationalen Serienphänomen mit einer bemerkenswert loyalen Fangemeinde, die die Entwicklung der Figuren über Jahre hinweg aufmerksam verfolgte. Jetzt kehrt Emily Cox in ein historisches Setting zurück – diesmal auf der großen Leinwand. In der großangelegten deutschen Fortsetzung „Der Medicus II“ übernimmt sie eine neu entwickelte Rolle innerhalb eines Stoffes, der hierzulande 2013 mit dem ersten Film über 3,6 Millionen Zuschauer in die Kinos lockte. Kurz vor dem Kinostart hat sich Emily Cox Zeit für ein Interview genommen.


Der Film Journalist: Vor rund zehn Jahren startete „The Last Kingdom“. Wenn du heute darauf zurückblickst: Was bedeutet dir diese Zeit und was hat dich daran gereizt, mit „Der Medicus II“ wieder ins historische Setting des angelsächsischen Frühmittelalters zurückzukehren?


Emily Cox: Also rückblickend war die Zeit bei „The Last Kingdom“ wirklich wie ein Familienurlaub. Es sind echte Freundschaften entstanden und wir hatten einfach eine unglaublich tolle Zeit zusammen. Auch eine sehr wilde Zeit, weil wir wirklich das ganze Jahr

Emily Cox als Brida in zwei Szenenbildern aus der fünften Staffel der historischen Serie „The Last Kingdom“: links in Nahaufnahme mit geflochtenen Haaren und Fellkleidung, rechts in einer Kampfszene mit Axt und Schwert vor einer Menschenmenge.
Bildnachweis: (l) © Netflix (r)) © Scabattoir

über draußen gedreht haben. Es war einfach sehr speziell. Das Reiten hat mir großen Spaß gemacht und vor allem auch das Kämpfen. Und was sehr lustig war: Man wird ja beim Drehen immer abgeholt, wenn man zum Set gebracht wird, und als wir hier zu „Der Medicus 2“ etwa eine Stunde lang durch Ungarn zum Set gefahren sind, kamen wir plötzlich an einer Brücke vorbei, und ich dachte mir: komisch, das ist genau der Weg, den wir immer zu „The Last Kingdom“ gefahren sind, und dann sind wir tatsächlich einfach genau an den gleichen Drehort gebracht worden. Wir haben quasi das Set von „The Last Kingdom“ für diesen Film benutzt. Ich wusste das davor nicht, aber sie haben da einfach Sachen umgebaut. Ich war also genau wieder dort, wo ich die letzten fünf Jahre verbracht hatte – aber jetzt für einen anderen Film und für eine andere Rolle.


Der Film Journalist: Wie hast du anschließend die Dreharbeiten am Set von „Der Medicus II“ erlebt?


Emily Cox: Die Dreharbeiten waren total schön. Sehr aufregend. Unter anderem auch, weil ich

Emily Cox in einer düster beleuchteten Szene aus „Der Medicus 2“, hochschwanger sitzend, während eine Person vor ihr ein Amulett pendeln lässt.
Bildnachweis: © Constantin Film Distribution GmbH/Zeitsprung Pictures GmbH/Márton Kállai

zwei Tage vor Drehbeginn einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand hielt. Ich habe das dann niemandem gesagt und trotzdem einfach den Dreh durchgezogen. Insofern war es emotional sehr speziell, zu wissen, da wächst gerade wirklich ein Baby in mir, dann wird mir ein großer Schwangerschaftsbauch umgehängt und ich hatte auch eine Geburtsszene. Deshalb bin ich während des Drehs innerlich immer irgendwie mit meinem Baby in Kontakt geblieben – das klingt ein bisschen spirituell – und habe ihm gesagt: Das ist gerade alles nur gespielt, das stelle ich mir nur vor. Diesen Dreh werde ich definitiv nie vergessen, weil es der Dreh war, bei dem ich mein Baby schon in mir getragen habe.


Ansonsten war es einfach eine total schöne Produktion, weil ich die Zusammenarbeit mit Philipp Stolz, dem Regisseur, als wahnsinnig toll und inspirierend erlebt habe. Er ist ein sehr genauer Regisseur, der extrem gut mit Schauspielern arbeiten kann. Und dann natürlich die Kollegen: großartige Schauspieler. Das ist immer toll, weil man selbst irgendwie besser wird, wenn man mit großartigen Schauspielern spielt. Es ist ja immer ein gemeinsames Produkt, man kann keinen Film allein machen. Je mehr tolle Menschen beteiligt sind, desto besser wird das Ergebnis. Und vor allem waren alle wahnsinnig nett, lieb, höflich und auch sehr lustig. Ich habe diese Zeit wirklich sehr, sehr toll in Erinnerung. Und es war sehr heiß – gerade eine Schlacht auf dem Feld in Ungarn. Da hatte es, glaube ich, 40 Grad, und mit dieser Kampfrüstung wurde es da drin schon richtig saunamäßig.


Der Film Journalist: Deine Rolle ist ja nicht aus der den Filmen zugrundeliegenden Romanvorlage übernommen und wurde eigens für den Film entwickelt – was macht Mercia für dich aus, was hat dich an dieser Figur besonders gereizt?


Emily Cox: An der Rolle gereizt hat mich, dass Mercia eine sehr intrigante, sehr dunkle Figur ist –

Emily Cox in einer Szene aus dem Historiendrama „Der Medicus 2“ in roter Rüstung hoch zu Pferd, flankiert von Rittern in Kettenhemden und einem Geistlichen mit Kreuz.
Bildnachweis: © Constantin Film Distribution GmbH/Zeitsprung Pictures GmbH/Márton Kállai

böse würde man vielleicht sagen. Gerade das finde ich spannend, weil ich der Meinung bin, dass Menschen, die böse sind, zwar oft schlechte Entscheidungen treffen, aber auch sehr traurige, sehr einsame und sehr verlorene Menschen sind. Und gerade Mercia ist, glaube ich, sehr einsam, sehr verloren und sehr traurig. Diese Seite in mir zu entdecken, fand ich eine große Herausforderung. Ich habe mich auch über das Vertrauen der Produzenten und des Regisseurs gefreut, weil das nichts ist, was man einfach so herunterspielt. Das erfordert Mut, an solche Orte zu gehen. Und genau diese Herausforderung hat mich gereizt.


Der Film Journalist: „Der Medicus II“ läuft jetzt im Kino: Warum sollte man den Film unbedingt auf der großen Leinwand sehen?


Emily Cox: Ich finde, man sollte „Der Medikus 2“ nicht verpassen, weil es eine sehr berührende Geschichte ist – voller Spannung und Liebe, mit Humor, sehr sensibel erzählt und gleichzeitig bildgewaltig. Es gibt große Schlachten und tolle Kostüme. Und ich denke, es lohnt sich total, den Film auf der großen Leinwand zu sehen, unter anderem wegen der starken Bilder, aber natürlich auch wegen der tollen Schauspieler.

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