top of page

„Evil Dead Burn“ muss für US-Kinos entschärft werden: Was bedeutet das für die deutsche Freigabe?

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • vor 7 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Eine Szene hat offenbar gereicht, um die Altersfreigabe von „Evil Dead Burn“ ins Wanken zu bringen. Noch vor dem Kinostart muss der neue Teil der Horrorreihe für den US-amerikanischen Markt überarbeitet werden.


Hunter Doohan als Joseph in „Evil Dead Burn“ mit angespanntem und erschrockenem Blick in einer düsteren Umgebung.
Bildnachweis: © 2026 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Dass ein „Evil Dead“-Film blutig wird, überrascht niemanden. Seit mehr als vier Jahrzehnten gehört exzessiver Splatter ebenso zur DNA der Reihe wie die dämonischen Deadites. Dennoch sorgt der kommende Franchise-Ableger „Evil Dead Burn“ bereits Wochen vor seinem Start für Aufmerksamkeit. Der Grund ist wohl nur eine einzelne Szene, die nach Ansicht der amerikanischen Prüfstelle offenbar zu weit geht. Wie Regisseur Sébastien Vaniček im Gespräch mit dem Magazin SFX erklärte, befindet sich „Evil Dead Burn“ derzeit noch im Prüfverfahren der Motion Picture Association (MPA). Um die angestrebte R-Freigabe zu erhalten, müsse eine bestimmte Sequenz entschärft werden.


Andernfalls drohe dem Film ein NC-17-Rating, das in den USA erhebliche Einschränkungen bei Vermarktung und Kinoauswertung nach sich ziehen würde. Welche Inhalte die Szene genau zeigt, wollte Vaniček nicht verraten. Er bestätigte lediglich, dass ihre Intensität reduziert werden müsse. Für den deutschen Markt dürfte diese Entwicklung jedoch nur begrenzte Auswirkungen haben. Ein Blick auf die Geschichte der Reihe zeigt, dass die amerikanische MPA und die deutsche FSK Horrorfilme häufig unterschiedlich bewerten. Während die MPA oft auf einzelne besonders drastische Momente reagiert, betrachtet die FSK stärker den Gesamtkontext eines Films und berücksichtigt, wie Gewalt innerhalb der Handlung dargestellt wird.


Die amerikanische Behörde reagiert traditionell besonders sensibel auf detailliert gezeigte Verstümmelungen, lang ausgespielte Foltersequenzen, extreme Augenverletzungen, sexuelle Gewalt oder besonders realistische Nahaufnahmen körperlicher Zerstörung. Welche dieser Grenzen „Evil Dead Burn“ konkret berührt, bleibt bislang offen. Für deutsche Kinobesucher spricht dennoch vieles dafür, dass der Film ungeschnitten mit einer FSK-18-Freigabe erscheinen wird. Da deutsche Prüfgremien moderne Horrorfilme heute deutlich differenzierter bewerten als noch vor einigen Jahrzehnten, spricht derzeit vieles dafür, dass „Evil Dead Burn“ die Hürde zur höchsten FSK-Freigabe nehmen wird. Für jüngere Horrorfans zeichnet sich jedoch ein anderes Bild ab: Eine Freigabe ab 16 Jahren erscheint nach aktuellem Stand eher unwahrscheinlich.


„Evil Dead Burn“ ist der nächste Ableger nach der Neuausrichtung des Franchise. Nachdem „Evil Dead Rise“ im Jahr 2023 weltweit erfolgreich war, setzt Produzent Sam Raimi nicht auf direkte Fortsetzungen, sondern auf eigenständige Interpretationen unterschiedlicher Filmemacher. Einer dieser Filme entstand nun durch den französischen Regisseur Sébastien Vaniček, der 2023 mit seinem Horrorfilm „Spiders - Ihr Biss ist der Tod“ international auf sich aufmerksam machte. Der Film über eine tödliche Spinnenplage in einem Pariser Wohnblock feierte seine Premiere bei den Internationalen Filmfestspiele von Venedig und gewann anschließend mehrere Genre-Auszeichnungen.



Vaničeks Erfolg mit „Spiders - Ihr Biss ist der Tod“ führte schließlich dazu, dass er nun die Gelegenheit erhielt, einen eigenen Beitrag zum „Evil Dead“-Universum zu entwickeln. Das Drehbuch schrieb er gemeinsam mit Florent Bernard, der schon sein Ko-Autor bei „Spiders - Ihr Biss ist der Tod“ war. Produziert wurde „Evil Dead Burn“ von Rob Tapert und Franchise-Schöpfer Sam Raimi. In den Hauptrollen spielen Souheila Yacoub, Tandi Wright, Hunter Doohan, Luciane Buchanan, Erroll Shand, Maude Davey und George Pullar. Inhaltlich dreht sich „Evil Dead Burn“ um eine Frau, die nach dem Tod ihres Mannes auf das abgelegene Anwesen seiner Familie zurückkehrt.



Die Hoffnung auf Unterstützung schlägt jedoch schnell in blanken Horror um, als eine übernatürliche Macht Besitz von den Anwesenden ergreift und sie nach und nach in Deadites verwandelt. Gleichzeitig holen die Protagonistin Versprechen aus der Vergangenheit ein, deren Folgen weit über den Tod hinausreichen. Am 9. Juli 2026 soll „Evil Dead Burn“ hierzulande in die Kinos kommen. Für volljährige Horrorfans dürfte die aktuelle Freigabedebatte daher kein Grund zur Sorge sein: Die Chancen stehen weiterhin gut, dass sie den Film auch in Deutschland in einer Uncut-Fassung sehen können.

Kommentare


Abonniere jetzt den Newsletter

und sei immer aktuell informiert!

Danke für's Einreichen!

© 2023 by Make Some Noise.

Proudly created with Wix.com

bottom of page