İlker Çatak soll Booker-Preis-Roman „Was nicht gesagt werden kann“ verfilmen
- Toni Schindele

- 13. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Der international ausgezeichnete Roman „Was nicht gesagt werden kann“ des Autors David Szalay soll verfilmt werden. Nach Informationen des Branchenmagazins Deadline soll İlker Çatak Regie führen.

Die Romanvorlage des kanadisch-ungarisch-britischen Autors David Szalay gehört zu den literarischen Ereignissen des Jahres. Sein im Original unter dem Titel „Flesh“ erschienener Roman wurde vor wenigen Tagen mit dem Booker Prize ausgezeichnet, einem der weltweit renommiertesten Literaturpreise, und wurde von zahlreichen Medien – darunter Guardian, Observer und Financial Times – zu den wichtigsten Büchern des Jahres gezählt. Die Booker-Jury würdigte „Was nicht gesagt werden kann“ als „hypnotisch“ und betonte seine „Einzigartigkeit“. Juryvorsitzender Roddy Doyle erklärte, man habe „noch nie etwas Vergleichbares gelesen“. Auch zahlreiche Autorinnen und Autoren schlossen sich diesem Urteil an: Samantha Harvey nannte Szalay einen „scharfsinnigen Dirigenten der Zeit“, William Boyd sprach von einem „meisterlichen Roman“ und Rachel Kushner hob die „erlesene Präzision und Einfühlungskraft“ hervor. Selbst Popstar Dua Lipa äußerte öffentlich, das Buch habe sie „unentwegt in Atem gehalten“.
Für die geplante Verfilmung haben sich die Produzentinnen von Edward Bergers „Konklave“ – Tessa Ross und Juliette Howell von House Productions – gemeinsam mit BBC Film und Access die Rechte gesichert. Die Handlung des Romans erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte und folgt der Lebensgeschichte von István, der als Fünfzehnjähriger in einem ungarischen Plattenbauviertel aufwächst und durch ein traumatisches Ereignis aus seinem Umfeld herausgerissen wird. Seine anschließende Odyssee führt ihn von Ungarn nach London, wo er sich zwischen Gelegenheitsjobs, sozialen Randzonen und gesellschaftlichen Aufstiegen bewegt. Die Geschichte zeichnet ihn als weitgehend passiven Beobachter seines eigenen Lebens, dessen Entscheidungen stark von äußeren Kräften geprägt werden. Die deutsche Ausgabe erschien im Claassen-Verlag und umfasst 384 Seiten. Die Inszenierung der Verfilmung soll nach Informationen des Branchenmagazins Deadline der deutsche Regisseur İlker Çatak übernehmen. Bekannt wurde der Filmemacher erstmals durch seinen Kurzfilm „Sadakat“, der ihm 2015 den Student Academy Award in Gold einbrachte.
Sein Spielfilm „Es gilt das gesprochene Wort“ brachte ihm Nominierungen für den Deutschen Filmpreis ein, bevor er 2023 mit „Das Lehrerzimmer“ sowohl national als auch international große Aufmerksamkeit erhielt. Der Film wurde mit fünf Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet und erhielt im Folgejahr eine Oscar-Nominierung als Bester Internationaler Film. Derzeit arbeitet Çatak an seinem neuen Film „Gelbe Briefe“, der am 5. März 2026 in die Kinos kommen wird. Eine endgültige Bestätigung seiner Beteiligung an der „Was nicht gesagt werden kann“-Adaption liegt noch nicht vor, doch der Autor selbst begrüßte die mögliche Zusammenarbeit ausdrücklich. So sagte David Szalay gegenüber Deadline, Çatak passe „hervorragend zu dieser Geschichte“. Zugleich äußerte er sich zur filmischen Umsetzung seines Romans und betonte, dass jede Übertragung in ein anderes Medium eine grundlegende Veränderung bedeute. „Wenn sich etwas von einer Form in eine andere wandelt, verändert es sich grundlegend. Ich bin mir sicher, dass es anders sein wird, aber es wird faszinierend sein, es zu sehen“, sagte Szalay. Sein Roman verfüge „durchaus über eine filmische Qualität“, ergänzte er.





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