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Kritik zu „Bibi & Tina – Einfach Anders“

Zwischen 2014 und 2017 begeisterten Lina Larissa Strahl und Lisa-Marie Koroll als Bibi und Tina auf der großen Leinwand und konnten rund sieben Millionen Besucher in Deutschland in die Kinos locken. Nach den vier Kinofilmen war zunächst Schluss, doch vor zwei Jahren ging es mit neuen Hauptdarstellern wieder neu los.


Katharina Hirschberg und Harriet Herbig-Matten übernahmen die titelgebenden Hauptfiguren und im Jahr 2020 kehrten Bibi und Tina mit ihrer eigenen Serie auf Amazon Prime Video zurück. Doch nach den zehn Episoden der Serie ist noch lange nicht Schluss, denn Bibi und Tina werden jetzt in das nächste Abenteuer reiten, nun wieder auf großer Leinwand.


Und darum wird es im fünften „Bibi & Tina"-Kinofilm gehen: Es ist Sommer und ein neues Abenteuer steht an, das wirklich einfach anders sein wird. Zwischen Identitätssuche, der Verbreitung von Fake News im Radio und vermeintlichem Alienbesuch aus der Zukunft beginnt die neue Geschichte auf dem Martinshof. Der Pferdehof bekommt drei ungewöhnliche Feriengäste - Disturber, Spooky und Silence aus dem Internat. Während sich die eigenwillige Disturber von allen zurückzieht und mit dem fröhlichen Leben auf dem Martinshof nicht klar kommt, ist Spooky völlig fasziniert von von Außeridischen und sie begibt sich auf die Suche nach den Aliens. Silence ist immer still, spricht kein Wort und beobachtet alles...


Es ist Sommer auf dem Martinshof:

Bildnachweis: ©Andreas Schlieter, DCM


Das Ferienglück wird jäh unterbrochen, als ein mysteriöser DNA-Test auftaucht und Graf Falko von Falkenstein plötzlich nicht mehr Graf ist, so dass er gemeinsam mit seinem Sohn Alexander Schloss Falkenstein verlassen muss. Als Bibi und Tina dann den neuen Graf von Falkenstein sehen, werden sie misstrauisch und ein abgedrehtes Sommer-Abenteuer beginnt...


Die Rezension: Detlev Buck stellt in seinem fünften „Bibi & Tina“-Kinofilm die Frage, ob es Außerirdische gibt und befasst sich mit dem Anderssein. Doch die drei Feriengäste, der mysteriöse von Kurt Krömer verkörperte V. Arscher, Verschwörungstheoretiker, Fake-News, Mobbing und Fragen nach Freundschaft und Liebe überfrachten die oberflächlich erzählte Geschichte, die in 102 Minuten recht kurzweilig abgehandelt wird. Doch durch die vielen Handlungsstränge geraten die für die Filmreihe wichtigen Pferde ins Hintertreffen.

Auch wenn es die typischen Reitszenen gibt, in welchen Bibi und Tina, mal auch mit Alexander, auf ihren Pferden Sabrina und Amadeus durch die Felder galoppieren, spielen sie nur eine Nebenrolle. Bibis geliebter Schimmel Sabrina erleidet während der turbulenten Ereignisse sogar eine Futtervergiftung, der man jedoch lediglich fünf Minuten Raum ließ...


Bildnachweis: ©Andreas Schlieter, DCM


Mehr Raum hätte es gegeben, wenn man den misslungenen Science-Fiction-Part weggelassen hätte. Gleich zu Beginn wird der vermeintliche Alienbesuch aufgebaut, über den Film hinweg verläuft der Handlungsstrang dann aber und wird am Schluss eher schlecht als recht aufgelöst. Damit hätte man die überfrachtete Handlung auflockern können, um den anderen Strängen der Geschichte mehr Platz zur Entfaltung geben zu können.

Doch auch wenn die Handlung zu überladen ist, bietet „Bibi & Tina – Einfach Anders“ ein buntes, spritziges Kino-Erlebnis voller positiver Energie, die durch die gut gelaunte Besetzung auf den Zuschauer übertragen wird. Die Chemie zwischen Bibi und Tina alias Katharina Hirschberg und Harriet Herbig-Matten stimmt in jeder Szene und auch über sie hinaus merkt man allen Beteiligten ihre Spielfreude an. Der überdrehte V. Arscher wird von Kurt Krömer entfesselt, der eine schwierige Beziehung zum von Holger Stockhaus verkörperten Graf Falko von Falkenstein hat...


Das Herzstück des Films: Katharina Hirschberg und Harriet Herbig-Matten

Bildnachweis: ©Andreas Schlieter, DCM


Was im neuen „Bibi & Tina“-Kinofilm selbstverständlich nicht fehlen darf, sind die schwungvollen Songeinlagen. Insgesamt zwölf schön geschriebene und Ohrwurm-taugliche Songs fanden im Film Platz, die die Identitätsfindung, Liebe und das Anderssein thematisieren. Jedoch kann sich nicht jeder Song homogen in die Handlung einfügen und stört dann teilweise etwas die Erzählweise.

„Denn wir sind anders, anders als die andern. Jeder ist anders. Und anders ist gut!“


Fazit:

Nach der Serie, bietet der neue Kinofilm „Bibi & Tina – Einfach Anders“ genug Handlungsstränge für eine mehrteilige Geschichte, in 102 Minuten kommt vieles zu kurz. Doch auch wenn die Handlung zu überladen ist, gelingt es der spielfreudigen Besetzung, einen kurzweiligen Spaß für die ganze Familie auf die große Leinwand zu zaubern.

6 von 10 Punkten


Bildnachweis: ©Andreas Schlieter, DCM

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