Kritik zu „SpongeBob Schwammkopf: Piraten Ahoi!“: Santiago Ziesmers Stimme bleibt das Herzstück
- Toni Schindele
- 27. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Seit mehr als zwei Jahrzehnten begleitet ein gelber Schwamm ganze Generationen – im Fernsehen, im Kino und im Alltag. Jetzt steht ein neues Kapitel an, das die vertraute Figuren zurück auf die große Leinwand holt.

Schon seit Ende der 1990er-Jahre gehört eine Frage fest zur Popkultur: „Wer wohnt in ’ner Ananas ganz tief im Meer?“ – und natürlich kennt jede Generation die Antwort. SpongeBob Schwammkopf, einst erdacht vom Meeresbiologen und Animator Stephen Hillenburg, hat sich von einer schrägen Zeichentrickidee zu einem weltumspannenden Medienphänomen entwickelt, das inzwischen weit über 300 Folgen, mehrere Kinofilme, zahllose Merchandising-Produkte und eine riesige Meme-Kultur umfasst. Auch mehr als 25 Jahre nach der Premiere ist der naive Optimist aus Bikini Bottom noch immer fester Bestandteil des Alltags junger Zuschauer – und vieler Erwachsener, die mit der Serie groß geworden sind. Nach Kinoabenteuern in den Jahren 2004, 2015 und 2020 kehrt der gelbe Schwamm nun erneut auf die große Leinwand zurück.
Darum geht es:
Für SpongeBob Schwammkopf ist es der größte Tag überhaupt: Endlich ist er groß genug, um im Freizeitpark Achterbahn zu fahren. Doch als es ernst wird, überkommt ihn plötzlich die Angst. Muss man als großer Junge nicht auch besonders mutig sein? Gemeinsam mit Patrick begibt er sich auf ein verrücktes Abenteuer, um seinen Mut zu beweisen und landet dabei versehentlich in der Unterwelt beim verfluchten Fliegenden Holländer.
Die Rezension:
„SpongeBob Schwammkopf: Piraten Ahoi!“ orientiert sich deutlich am ersten Kinofilm: Wieder geht SpongeBob auf eine große Reise, wieder muss der vermeintlich tollpatschige Außenseiter zeigen, dass auch jemand mit kindlichem Optimismus mutig sein kann. Die größte Veränderung im Vergleich zu den frühen Serienjahren zeigt sich einmal mehr in der Optik: Seit der vollständigen Umstellung auf computeranimiertes 3D wirken Figuren und Orte sehr glatt und stark plastikartig. Glänzende Oberflächen, intensives Farben und viele Details sorgen zwar für ein modernes, technisch beeindruckendes Bild, schaffen aber auch Abstand zu dem einfachen, handgezeichneten 2D-Stil, mit dem viele aufgewachsen sind. Die Grundidee der Geschichte funktioniert weiterhin gut, aber die Erzählweise unterscheidet sich deutlich von der Zeit, in der Erfinder Stephen Hillenburg den Ton der Serie noch direkt geprägt hat.

Humor, Dramaturgie und Themen sind heute klar auf sehr junge Kinder als Hauptpublikum ausgerichtet. Erwachsene bekommen zwar Anspielungen, Nostalgie-Momente und kleine Scherze für Eingeweihte, insgesamt dominiert jedoch simpelster Slapstick, der schnell zünden soll. Damit nähert sich „SpongeBob Schwammkopf: Piraten Ahoi!“ den bekannten Mustern vieler aktueller Animationsfilme an, nur einzelne Szenen erinnern noch an den wilden, überraschenden Humor der frühen Folgen der Serie. Wie sehr sich der neue Film von den Anfängen entfernt hat, zeigt auch der Titelsong „Big Boy“ von Ice Spice – eingängig, aber stilistisch weit weg von der klassischen SpongeBob-Welt. Die Geschichte selbst bleibt übersichtlich. Themen wie Freundschaft, Mut und Zusammenhalt werden klar und leicht verständlich aber auch ohne Zwischentöne erzählt.
Subversiven Doppelsinn, der früher zugleich Kinderunterhaltung und satirische Überzeichnung gesellschaftlicher Muster ermöglichte, findet man hier zu keinem Zeitpunkt. Eines bleibt jedoch ein echtes Wiedererkennungsmerkmal: die deutsche Stimme von SpongeBob. Die Synchronarbeit von Santiago Ziesmer ist nach wie vor prägend. Seine unverwechselbare, helle und fröhliche Stimme begleitet die Figur seit über zwanzig Jahren und hält die Verbindung zu den Anfängen der Serie lebendig. Sie transportiert genau jene Mischung aus Verspieltheit und Verrücktheit, die SpongeBob berühmt gemacht hat, und ruft sofort Erinnerungen an Bikini Bottom wach. Auch wenn die unbeirrbare Gutmütigkeit von SpongeBob und Patrick dann noch vereinzelt als Motor der Handlung dient und ihre kindliche Weltwahrnehmung mit der harschen Piratenrealität kollidiert, hat der Film seine besten Momente.
Fazit:
„SpongeBob Schwammkopf: Piraten Ahoi!“ erzählt eine einfache, klar strukturierte Abenteuergeschichte über Freundschaft und Mut, die vor allem auf ein sehr junges Publikum zugeschnitten ist. Der moderne 3D-Look wirkt technisch glänzend, entfernt die Figuren aber spürbar vom handgezeichneten Charme der frühen Jahre – einzig Santiago Ziesmers vertraute Synchronstimme verankert den Film hörbar in der klassischen SpongeBob-Welt.
>>> STARTTERMIN: Ab dem 25. Dezember 2025 im Kino.
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Weitere Informationen zu „SpongeBob Schwammkopf: Piraten Ahoi!“:
Genre: Animationsfilm, Familienfilm, Abenteuer, Komödie
Laufzeit: 89 Minuten
Altersfreigabe: FSK 0
Regie: Derek Drymon
Drehbuch: Pam Brady und Matt Lieberman
Sprecher: Santiago Ziesmer, Fritz Rott, Axel Lutter und viele mehr ...
Trailer zu „SpongeBob Schwammkopf: Piraten Ahoi!“:

