top of page

Moderne Action in nostalgischem Action-Film: Kritik zu „Top Gun: Maverick“

Aktualisiert: 5. Juni 2022

Für den 12. Juli 2019 wurde der Film „Top Gun: Maverick“ angekündigt, die langersehnte Fortsetzung des im Jahr 1986 erschienen ersten Teils „Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel“ über den abenteuerlustigen Kampfpiloten Pete ‚Maverick‘ Mitchell, doch bis der zweite Teil endlich in die Kinos kam, sollte noch viel Zeit vergehen. Denn die Corona-Pandemie platzte auf der ganzen Welt herein und Paramount Pictures verlegte den Kinostart weit nach hinten, doch nach den vielen Verschiebungen kam „Top Gun: Maverick“ nun endlich in die Kinos...

Bildnachweis: © 2019 Paramount


Dabei wurde bereits vor zwölf Jahren die Produktion gestartet und im Jahr 2010 begann Paramount Pictures mit der Entwicklung der Fortsetzung des Kult-Films aus den 80er Jahren und der Regisseur wurde schon bald gefunden: Tony Scott, der bereits den ersten Film inszenierte. Zwei Jahre später beging der damals 68-jährige Regisseur überraschend Selbstmord und die Produktion wurde zunächst auf Eis gelegt. Erst fünf Jahre später verkündete Hauptdarsteller Tom Cruise, dass die Produktion wiederaufgenommen wurde und das nach über dreißig Jahren eine Fortsetzung in die Kinos kommen wird. Joseph Kosinski wurde für die Regie verpflichtet, der bereits mit Hauptdarsteller Tom Cruise beim Film „Oblivion“ zusammenarbeitete. Auch mit Hauptdarsteller Miles Teller, der bereits in „No Way Out – Gegen die Flammen“ mitspielte, war Joseph Kosinski vertraut und die Produktion nahm endlich Fahrt auf.

Eine spektakuläre Produktion begann, die das außergewöhnliche Abenteuer in hohen Lüften umsetzen sollte. Dabei wagten sich die Filmemacher an spektakuläre Flugszenen, die sie in realen Umgebungen umsetzen wollten. Ein Team arbeitete etwa 15 Monate daran, die Ideen der Flugszenen umzusetzen, dass die spektakulären Abenteuer der Kampfpiloten Realität werden können. Dabei wagte man sich auch an ganz kompliziert umsetzbare Szenen, für welche sechs IMAX-Kameras in den Flugzeugen der US-Navy verbaut wurden. Dadurch gelangen besondere Blickwinkel, jedoch war es sehr schwer umsetzbar, da die Sicherheit im Cockpit natürlich an erster Stelle stehen muss. Die sehr gut gealterten Flugszenen des ersten Teils zu toppen, war durchaus eine Herausforderung, doch es gelang, wahrlich beeindruckende Actionszenen in hohen Lüften umzusetzen, bei welchen die CGI-Technik unterstützend sehr gut eingesetzt werden konnte. Das Hybrid aus reellen Aufnahmen und der Computer Animation gelang herausstechend gut und so bietet „Top Gun: Maverick“ richtig gute, atemberaubende Actionszenen, die ihre Intensität den Zuschauer spüren lassen...


Siebenunddreißig Jahre ist es her, seit Tom Cruise das erste Mal als Pete ‚Maverick‘ Mitchell durch die Lüfte flog, nun steht seine Rückkehr endlich unmittelbar bevor. Der geniale, aber auch ehemalige Kampfpilot wird in der Fortsetzung nun zurückbeordert, um als Fluglehrer einer neuen Generation von Piloten zu helfen. Im ersten Film war die Figur von Tom Cruise selbst noch ein junger Pilot, der mit seiner draufgängerischen Art die Zuschauer begeisterte. Heute ist er einige Jahre älter, doch noch immer schlummert in ihm der kühne Kampfpilot. Er wird von der US Navy zurückbefohlen, da er ihnen noch etwas geben könne als Lehrer für eine Mission, die schier unmöglich scheint.


„Ihr Ausbilder ist einer der besten Piloten, die wir in diesem Programm je hatten. Seine Verdienste sind legendär. Was er ihnen beibringen wird, könnte sehr wohl den Unterschied ausmachen zwischen Leben und Tod.“

Ein schwerbewaffneter Nuklearstützpunkt eines US und NATO feindlichen Landes, welches zerstört werden muss. Pete „Maverick“ Mitchell soll als Lehrer in nicht einmal drei Wochen aus den besten Absolventen des „Top Gun“-Programms ein kleines Team formen. Doch es scheint ein Himmelfahrtskommando zu werden...

Das einzig weibliche Mitglied der „Top Gun“:

Bildnachweis: © 2019 Paramount


Zwischen männlichen Egos, Kameradschaft und der Liebe sind die Motive bekannt, jedoch sind sie runder ausgearbeitet als noch im ersten Film. Damals musste Regisseur Tony Scott mit aller Kraft darum kämpfen, dass er der Geschichte eine romantische Seite geben kann. Er konnte seine Liebesgeschichte zwar durchsetzen, jedoch gliederte sich diese nicht so homogen in die Handlung. Dies gelang den Drehbuchautoren des zweiten Teils besser, die eine runde Geschichte entfesselt, die in einem dramatischen Finale alle Handlungsstränge zu einem gelungenen Abschluss führen kann. Die recht simple Handlung wurde von den Drehbuchautoren mit viel Feingefühl für verschiedene Emotionen geschrieben und auch die Schauspieler konnten die Nuancen sehr gut herausarbeiten, so dass neben den maskulinen Momenten auch Platz für kleine feine Momente blieb. So dass emotionale Gespräch zwischen Maverick und seinem schwer kranken Freund Iceman. Der Schauspieler Val Kimer, der Iceman verkörpert, hatte eine Kehlkopfkrebs-Erkrankung, die ihm die Stimme raubte. Den Krebs hat er aber überstanden und eine Ersatzstimme gab ihm die Möglichkeit des Sprechens zurück. Ihm widmete man in „Top Gun: Maverick“ einen schönen, emotionalen Moment.


Fast 40 Jahre nach dem ersten Film entstand der zweite Teil in einer anderen Zeit mit anderen technischen Möglichkeiten. Und so erweckt die Fortsetzung den amerikanischen Heldenepos neu und doch ist es die Geschichte, die schon in den 80er Jahren erzählt wurde. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, in eine Geschichte, die all die Stärken des ersten Teils aufgriff, ohne viel Neues hinein zu geben. Es ist eine klassische Fortführung, eine Hommage des ersten Films mit ästhetisch gestalteten Bildern und beeindruckenden Flugszenen.


Wie bereits der erste Film ist auch die Fortsetzung in enger Zusammenarbeitet mit der US Navy entstanden und so sehen wir auch in „Top Gun: Maverick“ wieder eine werbende, glänzende Seite der US Navy. Es werden keine schlechten Seiten gezeigt und stattdessen heldenhaft glorifiziert. Der Film ist dabei nicht gerade subtil und erforscht seine Themen auch nicht tiefgründig, ein sicherlich traumatischer Verlust wird oberflächlich angeschnitten.

Bradley ‚Rooster‘ Bradshaw, Sohn von Goose, Mavericks ehemaligem Mitflieger:

Bildnachweis: © 2019 Paramount


„Top Gun: Maverick“ beginnt auf einem Flugzeugträger, einer Hommage an den ersten Teil und an die US-Army. Gespickt mit vielen Referenzen bietet der Film ein nostalgisches Erlebnis untermalt von den epischen Klängen des berühmten Soundtracks. Dabei gelang Hans Zimmer, Lorne Balfe und Harold Faltermeyer ein wundervoller Soundtrack mit den bekannten „Top Gun“-Klängen. Eine fabelhafte Untermalung, die Spannung aufbaut und zu einem dramatischen Schlussakt episch anschwillt. Vom unverkennbaren Gong über die stimmungsvollen, großen Klänge des Soundtrack-Themas, abgerundet mit dem Lady Gaga-Song „Hold My Hand“.

Tom Cruise kehrt in seine Paraderolle zurück und füllt diese wieder einmal voll aus, er ist mit Leib und Seele Pete ‚Maverick‘ Mitchell. Auch bringt der abenteuerlustige, verschmitzte Kampfpilot einen immer wieder gut pointierten Humor in die Geschichte, die nicht nur das Geschehen gekonnt auflockern.

Die Charaktere sind aber über alle Ebenen hinweg recht einfach in ihren Motiven und Moralverständnissen gehalten. Miles Teller schlüpft in die Rolle des Bradley ‚Rooster‘ Bradshaw, dem Sohn von Goose, Mavericks ehemaligem Mitflieger. Seine Rolle bildet eine Stütze zwischen den ersten beiden Filmen und auch wenn der Konflikt zwischen seiner Rolle und der Hauptfigur kein neuer ist, ist er dieses Mal stärker umgesetzt, was auch am Schauspieler lag. Jennifer Connelly sehen wir in der Rolle der alten Liebe Penny, die zwar nur wenige Auftritte hat, aber all ihre Momente geben der Liebesgeschichte etwas echtes. Außerdem gehören Jon Hamm (Cyclone), Lewis Pullman (Bob), Ed Harris (Rear Admiral), Glen Powell (Hangman) und zum Beispiel Monica Barbaro (Phoenix) zur Besetzung, sie sind Teil der Absolventen-Gruppe, die die besten Flieger der Welt sind. Doch der beste Flieger der Welt ist natürlich nur einer...


Bildnachweis: © 2019 Paramount



Fazit:

Top Gun: Maverick“ bringt Pete nach über dreißig Fahren wieder in ein haarsträubendes Abenteuer, welches in einem epischen amerikanischen Heldenepos mündet. Ganz großes Blockbuster-Kino!


Es ist nicht das Flugzeug. Es ist der Pilot.“


7 von 10 Punkten

Komentáře


bottom of page