Nach 14 Jahren: Kathleen Kennedy verlässt die Spitze von Lucasfilm
- Toni Schindele

- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit
Nach mehr als einem Jahrzehnt an der Spitze von Lucasfilm steht ein Führungswechsel bevor. Kathleen Kennedy gibt ihr Amt als Präsidentin ab. Die Nachfolge wird künftig nicht von einer einzelnen Person, sondern von einem Duo übernommen.

Kathleen Kennedy wird nach 14 Jahren als Präsidentin von Lucasfilm zurücktreten. Das bestätigte das Studio offiziell, nachdem entsprechende Berichte bereits seit Monaten kursiert hatten. Die Leitung des Unternehmens wird künftig aufgeteilt: Die kreative Gesamtverantwortung übernimmt Dave Filoni, während der wirtschaftlich-operative Bereich in die Hände von Lynwen Brennan gelegt wird. Mit dem Übergang endet eine der prägendsten Führungsphasen in der Geschichte von Lucasfilm. Kennedy hatte das Studio 2012 übernommen, kurz nachdem George Lucas sein Unternehmen an Disney verkauft hatte. In ihre Amtszeit fallen fünf neue „Star Wars“-Kinofilme, zahlreiche Serienproduktionen für Disney+ sowie die strategische Ausweitung des Franchise über Kino, Streaming und weitere Formate hinweg.
In einem Abschiedsinterview mit dem Branchenmagazin Deadline erklärte Kennedy, sie habe den Übergang bereits vor rund zwei Jahren gemeinsam mit der Disney-Spitze vorbereitet. „Vor zwei Jahren ging ich zu Bob und Alan, um den Übergangsplan zu besprechen“, sagte sie. Die Nachfolge habe sie bewusst intern aufgebaut: „Ich empfahl Dave Filoni und Lynwen Brennan, die das Unternehmen bereits seit einiger Zeit mit mir leiten.“ Brennan sei über Jahre hinweg ihre zentrale Partnerin gewesen. Kennedy betonte, sie sei „meine wichtigste Finanzpartnerin und Geschäftspartnerin in der Unternehmensführung“, nachdem Brennan zuvor 16 Jahre lang als Geschäftsführerin bei Industrial Light & Magic tätig gewesen sei und anschließend in gleicher Funktion zu Lucasfilm wechselte. Die kreative Leitung übernimmt künftig Dave Filoni, der zum Chief Creative Officer aufsteigt. Kennedy bezeichnete ihn als „die ideale Besetzung für den Übergang“ und erläuterte, dass sie ihn früh gezielt auf diese Rolle vorbereitet habe.
Da Filoni ursprünglich aus dem Animationsbereich komme, habe sie ihn „von Anfang an, beginnend mit ‚Rogue One‘, eng begleitet, um ihm ein Gefühl für die Realverfilmung zu vermitteln“. Filoni habe zuvor mit George Lucas an „The Clone Wars“ gearbeitet und sei innerhalb des Studios eine zentrale Wissensfigur. „Er ist sehr talentiert und ein absoluter Star-Wars-Fan“, sagte Kennedy. Gemeinsam mit Pablo Hidalgo seien beide „quasi wandelnde Enzyklopädien im Unternehmen“.Filoni war in den vergangenen Jahren maßgeblich an der Entwicklung der Live-Action-Serien „The Mandalorian“, „The Book of Boba Fett“ und „Star Wars: Ahsoka“ beteiligt. Zuletzt habe er, so Kennedy, die erste Staffel von „Ahsoka“ entwickelt, „die Regie für Teile der zweiten Staffel übernommen und das Drehbuch für alle Episoden abgeschlossen“.
Die Dreharbeiten seien im Oktober beendet worden. Kennedy selbst bleibt Lucasfilm zunächst noch als Produzentin erhalten. Sie ist weiterhin an den kommenden Kinofilmen „The Mandalorian & Grogu“ und „Star Wars: Starfighter“ beteiligt, die am 20. Mai 2026 beziehungsweise am 26. Mai 2027 in die deutschen Kinos kommen sollen. Danach will sie sich wieder verstärkt eigenen Projekten widmen. „Ich bin jetzt bereit, wieder loszulegen und viele Filme zu drehen“, sagte Kennedy gegenüber Deadline. Sie wolle „wieder so ein vielseitiges Spektrum an Filmen realisieren wie früher“ und zu ihren Wurzeln als Produzentin zurückkehren.





Kommentare