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Netflix-Chef stellt klar: So viele Tage sollen Filme von Warner Bros. ins Kino kommen

  • Autorenbild: Toni Schindele
    Toni Schindele
  • vor 1 Stunde
  • 3 Min. Lesezeit

Nach wochenlanger Unruhe in der Branche hat Netflix-Co-CEO Ted Sarandos öffentlich klargestellt, wie lange Filme von Warner Bros. nach einer möglichen Übernahme im Kino laufen sollen. Die nun genannte Zahl liegt deutlich über den zuletzt kolportierten 17 Tagen. Doch die Frage bleibt: Reichen 45 Tage aus, um den Kinomarkt zu erhalten?


Rotes Netflix-Logo auf schwarzem Hintergrund neben dem ikonischen Wasserturm der Warner Bros. Studios in Burbank vor blauem Himmel.
Bildnachweis: (l) Ghaith baazaoui, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (r) Fabio Mori a.k.a BUDA from Los Angeles, CA, brazil, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Nach Berichten über extrem verkürzte Kinoauswertungen hat Ted Sarandos seine Position zur Zukunft der Warner-Bros.-Filme im Kino konkretisiert. In einem Interview mit der New York Times machte der Netflix-Chef deutlich, dass der Streamingdienst bei einem erfolgreichen Abschluss der Übernahme von Warner Bros. Discovery nicht von einer regulären Kinoauswertung abrücken wolle. Stattdessen stellte Sarandos ein exklusives Kinofenster von 45 Tagen in Aussicht – und widersprach damit Berichten, wonach intern lediglich 17 Tage vorgesehen gewesen seien. „Sobald dieser Deal abgeschlossen ist, werden wir über ein phänomenales Kinovertriebsnetzwerk verfügen, das Milliarden von Dollar an Kinoeinnahmen generiert, die wir nicht riskieren wollen“, sagte Sarandos. Man werde das Geschäft „weitgehend wie bisher mit 45-tägigen Kinofenstern weiterführen“.


Zugleich betonte er den wirtschaftlichen Anspruch des Unternehmens: „Wenn wir im Kinogeschäft bleiben wollen – und das tun wir –, dann sind wir wettbewerbsorientiert und wollen gewinnen. Ich will das Startwochenende gewinnen. Ich will die Kinokassen dominieren.“ Die Klarstellung folgt auf heftige Reaktionen aus Hollywood und der Kinobranche. Auslöser war ein Artikel von Branchenmagazin Deadline, der im Zusammenhang mit der limitierten Kinoauswertung des Serienfinales von „Stranger Things“ von einem internen Netflix-Modell mit nur 17 Tagen exklusiver Kinozeit berichtete. Ein solches Fenster hätte deutlich unter den in den USA wie in Europa üblichen Zeiträumen gelegen und bei Kinobetreibern Sorgen über massive Einnahmeverluste ausgelöst. In Deutschland und vielen europäischen Märkten gelten 40 bis 45 Tage als branchenübliche Untergrenze, während selbst in den USA exklusive Fenster von bis zu 60 Tagen weiterhin verbreitet sind.


Sarandos räumte ein, dass Netflix die wirtschaftliche Lage des klassischen Kinogeschäfts lange unterschätzt habe. „Viele Annahmen, die wir über das Geschäft von Warner Bros. hatten, haben sich als falsch erwiesen“, sagte er. Insbesondere sei das Kino „ein gesundes, profitables Geschäft“, dessen Erlöse man nicht leichtfertig aufs Spiel setzen wolle. Die Kritik aus der Branche habe ihn daher nicht überrascht, wohl aber die Emotionalität der Debatte. „Viele Leute haben – zu Recht – unsere Absichten hinterfragt, weil wir nichts dazu gesagt hatten“, erklärte Sarandos rückblickend. Ob ein 45-tägiges Kinofenster ausreicht, bleibt dennoch umstritten. Große US-Kinoketten wie AMC Theatres verweisen seit Jahren auf dieses Modell als wirtschaftliche Mindestanforderung, um Nachfragekurven vollständig auszuschöpfen – insbesondere bei Blockbustern, deren Umsätze sich über mehrere Wochen hinweg entwickeln.


Branchenverbände wie Cinema United warnen zugleich, dass jede weitere Verkürzung die Existenz vieler Kinos gefährden könne, da ohne ausreichende Exklusivität sowohl große Multiplexe als auch kleinere Häuser unter Druck geraten. Sarandos hält dem entgegen, Netflix sei nie aus Ablehnung gegenüber dem Kino ferngeblieben, sondern aus strategischen Gründen. „Wir waren nicht in diesem Geschäft, nicht weil wir es hassten. Wir waren nicht in diesem Geschäft, weil unser Streaming-Geschäft so gut lief“, sagte er. Entscheidend sei aus seiner Sicht, dem Publikum einen Anlass zu geben, das Haus zu verlassen – dann funktioniere auch das Kino. Ob die nun angekündigten 45 Tage tatsächlich langfristige Planungssicherheit schaffen oder lediglich ein Kompromiss auf Zeit sind, dürfte sich erst zeigen, wenn der Deal abgeschlossen ist und die ersten großen Warner-Produktionen unter Netflix-Führung starten.

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