Warner-Übernahme: Netflix-Co-CEO Greg Peters spricht über HBO-Zukunft
- Toni Schindele

- vor 6 Tagen
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Aktualisiert: vor 5 Tagen
Erstmals hat Netflix konkret Stellung dazu bezogen, welche Rolle HBO und der Streamingdienst HBO Max bei einer möglichen Übernahme von Warner Bros. Discovery spielen würden. Kann man Serien wie „Game of Thrones“ und „Succession“ also bald bei Netflix anschauen?

Zwar ist der Deal weiterhin nicht abgeschlossen und unterliegt regulatorischen sowie unternehmerischen Prüfungen, doch Netflix hat nun erstmals selbst skizziert, wie man im Fall einer Übernahme mit den zentralen Warner-Marken umgehen würde. In einem Interview mit dem Branchenanalysten Ben Thompson von Stratechery äußerte sich Netflix-Co-CEO Greg Peters zur Zukunft von HBO und HBO Max. Peters stellte dabei unmissverständlich klar, dass Netflix im Falle eines Zusammenschlusses nicht vorhabe, die bestehenden kreativen Strukturen bei HBO aufzulösen. „Ich bin sehr zuversichtlich, denn wir werden das HBO-Team behalten“, sagte Peters wörtlich. Dieses arbeite „hervorragend mit den Talenten zusammen und bietet ihnen das Umfeld, das sie brauchen, um diese großartigen Geschichten zu erzählen“. Entscheidend sei dabei auch die Marke selbst: Die Kreativen könnten weiterhin „unter einer starken Marke arbeiten, die perfekt zu den Programmen passt, die sie produzieren wollen“.
Offen bleibt hingegen die strategisch zentrale Frage der künftigen Plattformstruktur. Auf die Frage, ob Netflix und HBO Max langfristig als ein gemeinsamer Dienst oder als zwei getrennte Angebote bestehen würden, antwortete Peters ausweichend: „Das ist etwas, was wir noch klären müssen, und wir haben da noch einiges zu überlegen.“ Man befinde sich hier noch in einem frühen Abwägungsprozess. „Wir wollen das weiter ausarbeiten“, so Peters weiter. Aus der Beobachtung anderer Marktteilnehmer wisse Netflix jedoch, „dass es Vorteile bringt“. Man könne „eine Win-Win-Situation schaffen“, erklärte der Co-CEO: „Wir können ein besseres Produkt für die Verbraucher anbieten, letztendlich einen niedrigeren Preis erzielen, und es funktioniert besser für unser Geschäft – wir wissen, dass das möglich ist.“
Zugleich betonte Peters, dass diese Überlegungen noch nicht abgeschlossen seien und weiterer interner Abstimmungsbedarf bestehe. Netflix hat bislang keinen externen Streamingdienst technisch oder strukturell vollständig in den eigenen Service integriert. Ein möglicher Umgang mit HBO Max wäre daher strategisches Neuland für den Konzern. Branchenweit existieren zwar Modelle, bei denen Streamingangebote über gemeinsame Oberflächen oder Bündelungen zusammengeführt wurden, doch ob Netflix einen solchen Weg einschlagen oder an einer klaren Trennung der Marken festhalten würde, ist noch unklar.





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